Migros-Genossenschafts-Bund Direktion Kultur und Soziales

Das migros museum für gegenwartskunst präsentiert vom 21. November 2009 - 21. Februar 2010: Tatiana Trouvé - A Stay Between Enclosure and Space

Untitled (2007) Holz, Metall, Kupfer, Plexiglas, Leder, Spiegel, Formica, Zeichnungen, Farbe, Neonröhre (260 x 480 x 480 cm Ø 650 cm) Collection Heinz Peter Hager, Bolzano Installation view: Marcel Duchamp Prize, FIAC, Paris, 2007

    Zürich (ots) -

    - Hinweis: Bildmaterial wird über Keystone durch Photopress
        verbreitet und steht zum kostenlosen Download bereit unter:
        http://www.presseportal.ch/de/pm/100009795 -

    Tatiana Trouvé (* 1968 in Cosenza, lebt und arbeitet in Paris) wurde bekannt mit Raumkonstruktionen, architektonischen Eingriffen und schlangenähnlichen skulpturalen Objekten aus Metall, die in Bewegung und dabei seltsam erstarrt erscheinen - gleichsam eingefroren. Für ihre Kunstwerke operiert Tatiana Trouvé oftmals mit der Verbindung des «Inneren» und des «Äusseren» sowohl auf materieller als auch psychologischer Ebene. Psychische Räume werden nach aussen gestülpt und werden zu konkretisierten, unheimlichen «Innen»räumen. Für ihre Einzelausstellung in der Schweiz zeigt Tatiana Trouvé ein installatives Raumgefüge mit architektonischen Interventionen sowie grossformatige Zeichnungen.

    Wie der Ausstellungstitel bereits andeutet, versucht Tatiana Trouvé mit ihren Arbeiten stets aufs Neue, eine Verbindung zwischen «innen» und «aussen» zu kreieren und einen Übergangsort im Ausstellungsraum zu schaffen, wo der mentale und physische Raum miteinander korrelieren und eine neue Realität bilden. Tatiana Trouvé geht für jede ihrer Ausstellungen jeweils von der spezifischen Architektur des Ausstellungsortes aus und nimmt an diesem sehr präzise Eingriffe vor, die dessen «Kreislauf» stören, rekonstruieren und -figurieren. So wird der Raum im vorderen Teil des Museums zu einer Installation, die sich von verschiedenen Punkten aus zusammensetzt; ein Geflecht von Kupferfäden, die direkt in den Boden und in die Wände eingelassen sind, führen auf einen Monolith aus Plexiglas, der sich senkrecht im Raum befindet. Die installative Anordnung kann als «Weiterleitung» von Energien gelesen werden, die vom Raum abgeführt werden. Dem gegenübergestellt wird eine Zone von mehreren zum Stillstand gezwungenen Pendel, die je durch ein unsichtbares Magnetfeld in verschiedene Richtungen abgelenkt werden. Das Pendel, ein Instrument, das häufig im Zusammenhang mit dem Erforschen von magnetischen Feldern benutzt wird und häufig die Vorstellung eines Raums als lebender Organismus stützt, nimmt dabei einen unheimlichen, mysteriösen Charakter an. Der Organismus «Raum» scheint dabei in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt worden zu sein, in seinem Achronismus die Antithese zu dem rhythmischen, zeitdefinierendem Schlagen des Metronoms. So thematisiert Tatiana Trouvé das von Sigmund Freud als «unHEIMlich» Benannte im Raum, wenn das «Heim» plötzlich zum Ort des Unbehagens wird.

    In diesem Zusammenhang können auch Tatiana Trouvés zweidimensionale Arbeiten gelesen werden - Collagen und grossformatige Zeichnungen, die teilweise direkt auf die Wand aufgetragen werden. Eine solche Wandarbeit wird auch den zweiten Teil der Ausstellung bestimmen. Auf den ersten Blick erscheinen die Zeichnungen als klassisch-perspektivische Architekturskizzen, die jedoch bei genauerer Betrachtung in der Fluchtlinienbestimmung immer wieder scheitern und deren Innenarchitekturen unklar bleiben. Tatiana Trouvé versucht in ihrem Werk stets von neuem die «unbewussten», von ständiger Unsicherheit betroffenen Zustände zu visualisieren; ihre modulhaften «mentalen Landschaften» kreisen um Themen wie Lebensraum, Erinnerung, Architektur, die Konstruktion von Wirklichkeit.

    Arbeiten von Tatiana Trouvé waren zuletzt unter anderem im Centre Georges Pompidou, Paris (Einzelausstellung, 2008), im FRAC Lorraine (Einzelausstellung, 2008) oder auf der Manifesta 7 (2008) zu sehen.

    Kuratorin der Ausstellung ist Heike Munder.

    SCHULKLASSENWORKSHOPS: Zur Ausstellung von Tatiana Trouvé bietet das Museum museumspädagogische Workshops für Schulklassen an. Daten: 30. November 2009 - 11. Februar 2010 zwischen 9.30 und 16.30 Uhr. Jeweils Montag, Dienstag, Donnerstag. Dauer: 1.5 Stunden. Anmeldungen an: Brigit Meier, Museumspädagogin, kunstvermittlung@migrosmuseum.ch. Bitte geben Sie bei der Anfrage mind. 2 mögliche Termine an. Für Schulklassen kostenlos.

    ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN: Sonntag, 22. November, 6. und 27. Dezember, 3. und 31. Januar, 7. und 21. Februar um 15 Uhr sowie Donnerstag, 26. November und 28. Januar, um 18.30 Uhr.

    FAMILIEN FÜHRUNGEN: Sonntag, 10. Januar und 24. Januar um 13.30 Uhr. Die Führung dauert 1.5 Stunden und ist inhaltlich auf Familien ausgerichtet. Innerhalb der Führung wird auch praktisch gearbeitet.

    FEIERTAGE: Das Museum bleibt geschlossen am 24. und 25. Dezember. Am 26., 27. und 31. Dezember sowie 1. und 2. Januar ist das Museum von 11-17 Uhr geöffnet.

    ÖFFNUNGSZEITEN: Di / Mi / Fr 12-18, Do 12-20, Sa / So 11-17 Uhr. Der Eintritt ins Museum ist donnerstags von 17-20 Uhr kostenlos.

    www.migrosmuseum.ch

    * * * * * *

    Das migros museum für gegenwartskunst ist eine Institution des Migros-Kulturprozent. Das Migros-Kulturprozent ist ein freiwilliges Engagement der Migros in den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft. www.kulturprozent.ch

Kontakt:
Barbara Salm, Leiterin Kommunikation, Direktion Kultur und Soziales,
Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich, Tel. 044 277 20 79,
barbara.salm@mgb.ch

Für Bildmaterial wenden Sie sich bitte an: presse@migrosmuseum.ch



Weitere Meldungen: Migros-Genossenschafts-Bund Direktion Kultur und Soziales

Das könnte Sie auch interessieren: