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Media Service: Stocks-News vom 3. Dezember 2009

    Zürich (ots) - Bâloise-CEO Martin Strobel: «Die starke Bilanz bleibt unser Markenzeichen»

    Clariant Umbau geht 2010 weiter - inklusive Stellenabbau

    Bâloise-CEO Martin Strobel: «Die starke Bilanz bleibt unser Markenzeichen»

    «Derzeit gibt es sehr viele Opportunitäten für Übernahmen, die wir uns anschauen», erklärt Bâloise-CEO Martin Strobel im Interview mit dem Anleger-Magazin Stocks. Die Bedingung ist aber, dass eine Akquisition Sinn mache, die Firmenkulturen zusammenpassen und die Transaktion für Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre wertschöpfend sei. «Wenn die drei Voraussetzungen erfüllt sind, sind durchaus grössere Übernahmen denkbar», ergänzt Strobel.

    Der Fokus liege aber klar auf organischem Wachstum. Dabei sei beispielsweise das Potenzial bei der Tochter Baloise Bank SoBa «noch lange nicht ausgeschöpft».«Bâloise zählt in der Schweiz rund 800'000 Privatkunden. Warum soll nicht jeder zehnte auch SoBa-Bankkunde sein?», meint Strobel unter Hinweis darauf, dass derzeit erst 30'000 Bâloise-Kunden Geschäfte mit der Baloise Bank SoBa tätigen.

    Stark zulegen will die Bâloise auch im Pensionskassengeschäft: «Ich gehe davon aus, dass wir auch nächstes Jahr wieder deutlich über dem Markt wachsen werden», so Strobel. Dabei hilft der Bâloise an der Kundenfront die starke Bilanz als Marketinginstrument. Daher sagt Strobel: «Die starke Bilanz soll unser Markenzeichen bleiben.»

    Gleichzeitig will Strobel in den kommenden Jahren auch die Profitabilität verbessern: «Wir wollen bis 2012 dauerhaft 200 Millionen Franken mehr Gewinn pro Jahr erzielen.» Rein rechnerisch müsste demnach sein Unternehmen pro Jahr um 50 Millionen Franken effizienter werden. Dazu meint Strobel: «Wir liegen im Plan.»

    Clariant-Umbau geht 2010 weiter - inklusive Stellenabbau

    Clariant befindet sich im Umbau: «Wir bereiten quasi die Zeit ab 2011 vor - dann soll Clariant zu einem Unternehmen gereift sein, dass nachhaltig profitables Wachstum generiert», erklärt Finanzchef Patrick Jany in einem Interview mit dem Anleger-Magazin Stocks und Stocks-Online. «Vorerst müssen wir noch strukturelle Defizite beheben.» Dabei tönt Jany auch konkrete Zielgrössen an: Die Eigenkapital-Rendite soll über den Branchenschnitt zu liegen kommen, der vor der Krise bei etwa zehn Prozent lag. «Wir wollen die Underperformance von Clariant aufheben», so Jany.

    Auch 2010 wird das Unternehmen durchleuchtet: «Nachhaltiges Wachstum kann nur mit einer Fokussierung in jeder Geschäftseinheit erreicht werden», so Jany - der damit möglichen Teilverkäufen, aber Zukäufen keine Absage erteilt. «Die verschiedenen Szenarien müssen wir von Fall zu Fall durchrechnen.» Damit einhergehend ist ein weiterer Stellenabbau: «Sicher ist, dass Clariant Ende 2010 noch einmal weniger Personal beschäftigen wird als 2009», sagt Jany. Eine genaue Zahl nennt er nicht: «Wir kennen keine magische Zahl.»

    Operativ bleibt das Umfeld schwierig: «Wir sehen generell gesprochen eine Stabilisierung», erklärt Jany, «ich erwarte aber keine schnelle Verbesserung oder gar einen Aufschwung.» Ungünstig für den Baselbieter Spezialchemie-Konzern ist die Dollarschwäche - doch der Finanzchef gibt teilweise Entwarnung: «Grundsätzlich hat sich die Lage seit 2008 nicht verschlechtert, entsprechend ist der Einfluss auf das Ergebnis 2009 marginal.»

    Die Interviews lesen Sie in der neuesten Ausgabe von Stocks Nr. 25, die am 4. Dezember 2009 erscheint

    Veröffentlichung, bitte mit Quellenangabe, erwünscht.

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