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Media Service: Ausländische Glücksspielanbieter kritisieren Bundesrat

Zürich (ots) - Internationale Online-Glücksspielanbieter laufen Sturm gegen die Gesetzesvorlage des Bundesrates zum neuen Geldspielgesetz. Die Vorlage sieht vor, dass Online-Anbieter ohne bereits bestehende Schweizer Geldspielkonzession hierzulande nicht mehr zugelassen wären. Die ausländischen Anbieter plädieren für eine offene Lizenz-Ausschreibung und gegen Protektionismus. «Alles andere würde den Verzicht auf wesentlich höhere Steuereinnahmen und einen riesigen Schwarzmarkt bedeuten», sagt Glücksspielregulierungs-Experte Simon Planzer, der ausländische Online-Anbieter vertritt. Am 21. April tagt die Rechtskommission des Ständerates, um über das neue Geldspielgesetz zu beraten.

Die Folgen der bundesrätlichen Vorlage sind weitreichend: Schweizer Internetprovider sollen zur Sperrung nicht konzessionierter Online-Angebote verpflichtet werden können. Mit ein Grund für diese harte Massnahme ist das Argument, ausländische Anbieter könnten beim Spielerschutz Schweizer Standards nicht erfüllen. «Ausländische Geldspielanbieter sind dazu tatsächlich oft nicht in der Lage», sagt Michel Besson, Co-Präsident der Studienkommission «Geldspiel». Für Experte Planzer ist das «Augenwischerei». Tatsächlich halten bereits jetzt ausländische Glücksspielfirmen an mehr als der Hälfte der Schweizer Casinos wesentliche Beteiligungen und folgen den Spielerschutzauflagen. Das Argument, ausländische Anbieter seien weniger in der Lage als heimische, den Spielerschutz zu gewährleisten, hält für Planzer deshalb nicht stand.

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