Handelszeitung

Media Service: Streit um Briefmarken-Taktik der Post

Zürich (ots) - Das Nein zu einer Sonderbriefmarke für den Hauseigentümerverband Schweiz (HEV) sorgt für Ärger zwischen HEV und Post. Der HEV wollte sein 100-Jahre-Jubiläum so begehen. Jetzt wirft er der Post Vetternwirtschaft vor. Dies berichtet die «Handelszeitung».

Der HEV wollte das Jubiläumsjahr 2015 mit einer Sonderbriefmarke krönen und reichte ein Gesuch ein. Gemäss Artikel 42 der Postverordnung kann die Post Sondermarken herausgeben, insbesondere «für wichtige nationale oder internationale Veranstaltungen, Bestrebungen nationaler oder internationaler Institutionen sowie für Organisationen von grosser allgemeiner Bedeutung».

Doch der HEV wird im kommenden Jahr keine Sondermarke erhalten. Wie Kurt Strässle, Leiter Briefmarken und Philatelie, mitteilte, hat Konzernleiterin Ruoff entschieden. «Wegen der vielen Anfragen müssen jedes Jahr zahlreiche an sich berechtigte Gesuche als überzählig ausgeschieden werden. Darunter fällt leider auch Ihre Anfrage», beschied Strässle dem HEV.

HEV-Direktor Ansgar Gmür lag diese Absage auf dem Magen. Er intervenierte zusammen mit dem HEV-Präsidenten, Nationalrat Hans Egloff, bei Bundesrätin Doris Leuthard. Diese erinnerte in ihrer Stellungnahme die beiden Herren daran, dass die Landesregierung zwar der Post die strategischen Ziele vorgebe, diese aber in ihrer operationellen Tätigkeit eigenständig sei. «Ich muss Sie um Verständnis bitten, dass es mir nicht zusteht, in diesen Entscheidungsprozess einzugreifen», schloss Leuthard ihr Schreiben. Die Post will inhaltlich nicht auf Gmürs Kritik eingehen. Mediensprecher Bernhard Bürki präzisiert, dass die Post jedes Jahr rund 30 Gesuche für Sondermarken erhalte, jeweils aber nur 5 bis 10 bewilligen könne, so auch 2015. Bürki betont, dass die Post nicht gegen den HEV entschieden habe und es keinerlei Differenzen zum Verband und zu deren Direktor gebe. Auf die Frage, nach welchen Kriterien konkret entschieden werde, meint Bürki, es gebe «keine Checkliste».

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