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Media Service: Restrukturierung: Valora macht Druck auf Kioskfrauen

Zürich (ots) - Die Reaktion auf die firmeninterne Orientierung war heftig. «Wut, Tränen und Angst» habe bei den Betroffenen danach geherrscht, sagt eine involvierte Person. Valora hatte letzten Monat in Luzern das Personal informiert, dass die Führungsebene der regionalen Gruppenleitung aufgehoben wird. Betroffen sind 48 Personen, vornehmlich Frauen, wie Recherchen der «Handelszeitung» ergaben. Sie habe dort erfahren, dass Valora ihr kündige, sie aber als Unternehmerin im Agenturmodell von Valora selbstständig werden könne. Bisher betreute sie als Angestellte 20 Kioske. Die Frau unterstützte Kioskfrauen bei der Arbeit am Computer, erklärte neue Dienstleistungen wie den Geldversand und sprang ein, wenn jemand krank wurde.

Valora bestätigt die Aufhebung der regionalen Gruppenleitung, sieht die Situation aber positiv: «Wir passen die Organisationsstruktur an», sagt Sprecherin Stefania Misteli. «Nach den erfolgreichen Tests mit dem Agenturmodell im letzten Jahr wollen wir eigenen Leuten die Chance geben, selber einen Kiosk zu führen.» Ein Teil der regionalen Gruppenleiter werde eine Kioskagentur übernehmen. Andere würden Verkaufsleiter. Nur bei einem kleinen Teil sei die Zukunft offen.

Doch der Wechsel in die Eigenständigkeit ist für viele nicht einfach. Zur Gründung der nötigen GmbH muss eine Mitarbeiterin 20000 Franken Kapital aufbringen. «Ich will mich aber nicht verschulden», sagt eine Betroffene. Zudem sei sie lieber angestellt, als das Risiko einer Unternehmerin zu tragen. Die Gewerkschaft Syna, GAV-Vertragspartnerin von Valora, ist laut Sprecher Carlo Mathieu «besorgt» über die Situation der Kioskfrauen. Am 4. Mai organisierte sie darum in Lugano eine Versammlung. Die Gewerkschaft Unia zeigt sich gar «empört» über das Vorgehen Valoras, so Vertreter Robert Schwarzer. Der Druck, Verkaufsstellen in Agenturen umzuwandeln, sei enorm. Bislang wurden 35 von 930 Filialen umgewandelt.

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