GastroSuisse

GastroSuisse, der Verband für Hotellerie und Restauration in der Schweiz, veröffentlicht die neuesten Zahlen zu Branche und Konsum: Herr und Frau Schweizer verpflegen sich gerne ausser Haus

Zürich (ots) - Herr und Frau Schweizer haben im vergangenen Jahr für Essen und Trinken ausser Haus über 26 Mia. Schweizer Franken ausgegeben, rund 3,3 Mia. mehr als im Vorjahr. Der Stellenwert der schnellen, preisgünstigen Verpflegung hat insbesondere bei den jüngsten Gästen weiter zugenommen, während die herkömmliche Gastronomie insgesamt leichte Umsatzeinbussen verzeichnete. Des Schweizers liebstes Gericht bestand 2010 aus Rindfleisch mit Pommes Frites und Salat, wobei die Romands mehr Fisch konsumierten als die Deutschschweizer. Diese und andere Konsumtrends hat der Branchenverband GastroSuisse anlässlich seiner Jahresmedienkonferenz am 19. April 2011 im Restaurant "Giesserei" in Zürich-Oerlikon präsentiert.

Die Ausgaben von Herrn und Frau Schweizer für Essen und Trinken ausser Haus sind im Jahr 2010 weiter gestiegen. Diese Zunahme beruht auf verschiedenen Faktoren: der Zunahme der Beschäftigung (+0,8% im Vorjahresvergleich), einer leichten Teuerung (+0,9%) und der Zunahme der ständigen Wohnbevölkerung (+1%) auf 7,8 Millionen. Sie widerspiegelt aber auch die gute Konsumentenstimmung, die sich nach den überwiegend pessimistischen Einschätzungen in den vergangenen zwei Jahren wieder erholt hat und sich im Jahre 2010 erfreulich entwickelte.

Wie GastroSuisse-Direktor Dr. Bernhard Kuster ausführte, hat das Alter einen grossen Einfluss auf die Verpflegungsgewohnheiten. Bei den jüngsten Gästen stehen jedoch nicht etwa die Fast-food-Restaurants an erster Stelle, sondern die Betriebs- und die Gemeinschaftsverpflegung. Das ändert sich mit zunehmendem Alter. Bereits ab 25 Jahren sind die meisten erwerbstätig, verfügen also über mehr Geld und kehren am häufigsten in der herkömmlichen Gastronomie ein. Über die Hälfte des Umsatzes in der Gastronomie wird in der Mittagszeit, zwischen 11 und 15 Uhr, getätigt, verpflegt sich doch der Grossteil der berufstätigen Bevölkerung tagsüber ausser Haus. Umso stossender ist die steuerliche Benachteiligung des Gastgewerbes gegen-über dem Detailhandel.

Im Vergleich mit dem letzten Jahr zeigt sich, dass die Infrastruktur im Gastgewerbe namhaft ausgebaut wurde. Die überwiegende Mehrheit der Beherbergungsbetriebe verfügt heute über Nichtraucherzimmer und Fernseher im Zimmer. Auch in Internetzugänge wurde investiert. In das Wohlbefinden der Gäste haben auch die Restaurationsbetriebe investiert: So verfügen immer mehr Betriebe über Kinderangebote, eine Terrasse, einen separaten Saal und sind behindertengerecht ausgebaut. Besonders interessant zu sehen ist, wie sich die Betriebe auf die neue Rauchergesetzgebung eingestellt haben. Gesamtschweizerisch sind 4,6 Prozent der Betriebe Raucherlokale. 10,9 Prozent verfügen über ein bedientes und 5,7 Prozent über ein unbedientes Fumoir.

Das Thema Passivrauchschutz hat das Jahr 2010 geprägt und stellte vor allem kleine und getränkegeprägte Betriebe vor grosse Probleme. "Die drohende Veränderung weiterer Rahmenbedingungen für das Gastgewerbe bereitet uns Sorgen", stellte GastroSuisse-Zentralpräsident Klaus Künzli fest. Die Revision des Alkoholgesetzes und jene des Lebens-mittelgesetzes haben beide gemeinsam, dass sie dem Bürger die Selbstverantwortung immer mehr absprechen. "Diesem verstärkten Drang zur Bevormundung und damit zur Regulierung und Normierung dürfen wir nicht Raum geben", so Klaus Künzli.

Im Zentrum des Kampfs um bessere Rahmenbedingungen für die Branche und für gleiche Spiesse gegenüber Mitbewerbern steht die erste eidgenössische Volksinitiative von Gastro-Suisse "Schluss mit der MwSt-Diskriminierung des Gastgewerbes!". "Bei diesem wichtigen politischen Geschäft sind die Weichen momentan richtig gestellt", verkündete GastroSuisse-Vizepräsident Ernst Bachmann. Die nötigen Unterschriften für die Volksinitiative wurden in Rekordzeit gesammelt. Es liegen derzeit knapp 115'000 bescheinigte Unterschriften vor. Die Chancen stehen gut, dass die steuerliche Benachteiligung des Gastgewerbes aufgehoben wird. Sowohl das vom Nationalrat anvisierte Zweisatzmodell als auch der vom Ständerat favorisierte Einheitssatz würden das Problem lösen.

Ebenfalls gut unterwegs ist GastroSuisse mit ihrer Hotelklassifikation. Seit Bekanntgabe des richtungweisenden Bundesgerichtsurteil im Januar 2011 steht fest: GastroSuisse darf ebenfalls Sterne verwenden. Das Sterne-Monopol der hotelleriesuisse ist gefallen. Der Gast profitiert in der Folge von mehr Wettbewerb und einer deutlich grösseren Angebotstransparenz und Vielfalt. "Nach dem Wegfall der mehrjährigen juristischen Blockade haben unsere über 3000 Hotel-Mitglieder nun endlich auch die Möglichkeit, sich entsprechend im Markt zu präsentieren", stellte Daniel C. Jung, Leiter Berufsbildung und Dienstleistungen, fest. "Unser Sterne-Logo, das ganz auf Swissness, Zuverlässigkeit und Qualität setzt, kommt sehr gut an. Es gibt dem Gast eine wichtige Orientierung; dieser weiss, was ihn erwartet." Stern ist Stern. Auch wenn es zwei Anbieter gibt, die Unterschiede sind nicht relevant. Beide Systeme basieren auf den gleichen europäischen Standards, den Normen des europäischen Hotel- und Restaurantverbandes HOTREC.

Das Schweizer Gastgewerbe, Hotellerie und Restauration, ist - mit 234'000 Beschäftigten, 12'000 Auszubildenden und 26'000 gastgewerblichen Unternehmen mit insgesamt 28'000 Arbeitsstätten - ein sehr bedeutender Wirtschaftszweig und gehört zu den grössten Arbeitgebern der Schweiz. GastroSuisse ist mit 20'536 Mitgliedern der grösste nationale Arbeitgeberverband für Hotellerie und Restauration.

Zürich, 19. April 2011

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Bei Rückfragen: GastroSuisse, Brigitte Meier-Schmid, Marketing und
Kommunikation,
Telefon 044 377 53 53, communication@gastrosuisse.ch

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