Fluxys übernimmt Eni-Anteile bei Transitgas

   

Bern (ots) - Bei der Transitgas AG, der Betreiberin der Erdgas-Pipeline durch die Schweiz, hat das belgische Erdgas-Transportinfrastrukturunternehmen Fluxys über seine kürzlich gegründete Tochtergesellschaft FluxSwiss in Lugano die Anteile des italienischen Energiekonzerns Eni übernommen. Der Anteil von Swissgas bleibt unverändert bei 51 Prozent. Damit sind die Versorgung der Schweiz über diese Hauptschlagader und die Kontinuität im Betrieb unverändert gewährleistet. Der neue Partner Fluxys besitzt und betreibt in Nordwesteuropa Infrastrukturen für den Transport und die Speicherung von Erdgas sowie für die Einspeisung von verflüssigtem Erdgas (LNG) ins Netz. In einem nächsten Schritt sollen die Transitgas-Leitung und die vor- und nachgelagerten Systeme so modifiziert werden, dass Erdgas nicht nur von Norden nach Süden, sondern auch in der umgekehrten Richtung transportiert werden kann. Dies wird die Verfügbarkeit von Erdgas in der Schweiz künftig noch breiter abstützen.

"Transitgas ist für die schweizerische Erdgas-Versorgung von entscheidender Bedeutung und quasi ihre Lebensader", erklärte Christoph Stutz, Verwaltungsratspräsident von Swissgas an einer Medienkonferenz in Bern. "Fluxys ist unser Wunschpartner im Aktionariat von Transitgas. Fluxys und Swissgas haben wegen ihrer ähnlichen, stark von öffentlich-rechtlichen Unternehmen geprägten Aktionärsstruktur viele Gemeinsamkeiten im geschäftlichen Verständnis." Hauptfunktion der Transitgas-Leitungen ist es, Erdgas vom Norden (vorwiegend Niederlande und Norwegen) nach Italien zu transportieren. Gleichzeitig wird damit mehrheitlich der Erdgas-Bedarf der Schweiz gedeckt. Transportiert werden kann bis zu fünf Mal so viel Erdgas, wie die Schweiz verbraucht. Dies entspricht der Leistung von bis zu 20 Kernkraftwerken. Die Leitung ist wichtiger Teil des europäischen Erdgas-Verbundsystems.

Der seit der Gründung der Gesellschaft und dem Bau der Leitung 1974 bisher zweitgrösste Aktionär von Transitgas, der italienische Energiekonzern Eni, hat im Gefolge von Untersuchungen seitens EU-Behörden seine Beteiligungen an drei grenzüberschreitenden europäischen Transit-Pipelines veräussert

Erdgas-Märkte noch besser vernetzen

"Der Einstieg als Partner bei Transitgas ist für Fluxys ein Riesenschritt nach vorn bei der Umsetzung unserer Strategie mit dem Ziel, in wichtige Gasinfrastrukturanlagen in Westeuropa zu investieren, um Märkte zu vernetzen, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Marktliquidität zu verbessern", betonte Walter Peeraer, Generaldirektor der Fluxys-Gruppe. Transitgas soll zusammen mit anderen Infrastrukturanlagen von Fluxys mithelfen, Erdgas flexibel von jedem beliebigen Grenzübergangspunkt in Westeuropa zum Kunden zu transportieren. "Dank unserem weit verzweigten System verfügt Swissgas bei Bedarf über vielfältige Optionen zur Diversifikation der Beschaffungsquellen. Wir bieten zwei verschiedene Transportrouten für Erdgas aus Norwegen in die Schweiz an und haben auch ein breites Angebot an Erdgas aus LNG in unserem System. Seit 25 Jahren haben wir einen eigenen Terminal für Entlad, Verdampfung und Einspeisung von verflüssigtem Erdgas (LNG) in Zeebrugge. Künftig wird der LNG-Terminal in Dünkirchen (Frankreich) mit unserem System verbunden und über die Verbindung zum Netz in den Niederlanden erfolgt auch der Zugang zum LNG-Terminal in Rotterdam. Über diese drei LNG-Terminals können jährlich bis zu 30 Milliarden Normkubikmeter Erdgas ins Netz eingespeist werden." Erdgas sei die sauberste fossile Energie. Die gut ausgebaute Erdgas-Infrastruktur eigne sich auch hervorragend für den Transport von Biogas, so Peeraer.

Erdgas-Transit auch vom Süden nach Norden

Weitere Möglichkeiten biete auch die Optimierung der Transitgas-Leitung und der vorgelagerten TENP (Trans-Europa-Naturgas-Pipeline). "Als Aktionär von Transitgas haben wir ein zentrales Interesse daran, das volle Potenzial der Pipeline zu entwickeln. Wir sind fest entschlossen, in das Transitgas-Projekt zu investieren, um mit SNAM und Open Grid Europe, den italienischen und deutschen Betreibern vorgelagerter Systeme, auch Gasflüsse von Süden nach Norden zu ermöglichen." Dies erlaube es dann auch, Erdgas über Italien in die Schweiz und nach Westeuropa zu transportieren.

Langfristige Ziele für noch mehr Versorgungssicherheit

"Wir wollen ein profitables Unternehmen im Dienste der wirtschaftlichen Interessen der Allgemeinheit sein", betonte Peeraer. Der Konzern, der zu 80% den Gemeinden in Belgien gehört, verfolge mit langfristiger Perspektive einen grenzüberschreitenden Ansatz auf der Basis von Partnerschaften, um zur Versorgungssicherheit und Liquidität der Erdgas-Märkte beizutragen.

Download alle Unterlagen: www.erdgas.ch/transitgas

Transitgas

Die Transitgas AG baute 1974 die Leitung, welche von der deutschen Grenze in Wallbach (AG) und ab 2001 auch von der französischen Grenze bei Rodersdorf (SO) Erdgas durch die Schweiz zur italienischen Grenze am Griespass transportiert. Hauptaktionär der Transitgas AG ist Swissgas mit einem Anteil von 51%. Fluxys hat über ihre Tochtergesellschaft FluxSwiss die 46% von Eni übernommen, mit 3% beteiligt bleibt weiterhin E.ON Ruhrgas. Die Transportkapazitäten von jährlich bis über 18 Milliarden Normkubikmeter Erdgas sind langfristig den beiden Partnern FluxSwiss und Swissgas vermietet. Transitgas beschäftigt in der Schweiz 53 Mitarbeitende. Das unterirdische Pipelinesystem umfasst heute 293 km Leitungen, davon 132 km mit einem Durchmesser von 120 cm sowie 161 km mit 90 cm Durchmesser. Es durchquert auch Gebirge in eigenen Tunnels. Transitgas betreibt zudem in Ruswil (LU) eine Kompressorenstation, welche den Druck für den Weitertransport wieder auf rund 70 bar erhöht.

Swissgas

Die Aktiengesellschaft Swissgas beschafft auf Non-Profit-Basis Erdgas im Auftrag der vier regionalen Schweizer Gasverteilgesellschaften Gasverbund Mittelland, Erdgas Ostschweiz, Gaznat und Erdgas Zentralschweiz. Sie alle bündeln den Erdgas-Bedarf der zahlreichen lokalen Erdgas-Versorger in der Schweiz und beliefern diese ebenfalls auf Non-Profit-Basis. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben betreibt Swissgas eigene Hochdruckleitungen in der Schweiz, ist an der Transitleitung durch die Schweiz beteiligt und verfügt über Transportrechte im Ausland. Ferner ist Swissgas über eine Beteiligung an der Bayerngas Norge AS in der Erdgas-Förderung in Norwegen engagiert.

Fluxys

Als Erdgas-Transportinfrastrukturunternehmen auf dem westeuropäischen Erdgas-Markt will Fluxys G durch die Förderung von grenzüberschreitenden Gasströmen zur Versorgungssicherheit und Marktliquidität in Westeuropa beitragen. In Belgien baut und betreibt Fluxys Infrastrukturen für den Transport und die Speicherung von Erdgas sowie für Entlad, Verdampfung und Einspeisung von verflüssigtem Erdgas (LNG). In Westeuropa baut Fluxys eine Reihe von Industriekooperationen und Beteiligungen an Unternehmen auf, die im Bereich des Transports von Erdgas und dem Betrieb von LNG-Terminals tätig sind. Sicherheit, Effizienz, Nachhaltigkeit und Rentabilität stehen im Fokus des Ansatzes von Fluxys.

Hauptaktionär ist mit 80% Beteiligung Publigas, ein Gemeinschaftsunternehmen der belgischen Gemeinden. Eine 20%-Beteiligung hält das kanadische Finanzunternehmen Caisse de dépôt et placement du Québec. Fluxys beschäftigt rund 1'100 Mitarbeitende vorwiegend in Belgien, davon nun auch 15 in der kürzlich gegründeten FluxSwiss AG in Lugano (ehemalige Eni-Tochtergesellschaft). Das Eigenkapital der Fluxys-Gruppe beträgt 1,534 Mrd. Euro, der Umsatz erreichte 2010 rund 680 Mio. Euro.

www.transitgas.ch
www.swissgas.ch
www.fluxswiss.com
www.fluxysg.com
www.erdgas.ch 

Kontakt:

Ruedi Rohrbach, CEO Swissgas
Tel.:   +41/44/288'34'00
E-Mail: rohrbach@swissgas.ch

Rudy van Beurden, Communication Manager Fluxys G
Mobile: +32/(0)476/52-02-28
E-Mail: rudy.vanbeurden@fluxys.com