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comparis.ch zum neuen Abrechnungstakt von Orange - Taktung-Trick kommt Konsumenten teuer zu stehen

Zürich (ots) - Ab dem 1. August rechnet Orange Handy-Gespräche im Minutentakt und nicht mehr in 10 Sekundenschritten ab, wie das Unternehmen heute bekannt gegeben hat. Für die Konsumenten ist diese Änderung des Abrechnungstakts schlecht: Sie müssen in Zukunft durchschnittlich eine halbe Minute mehr bezahlen als sie tatsächlich telefonieren.

Orange ändert ab 1. August die Taktung, mit der Handy-Gespräche abgerechnet werden. Sind Telefonate bisher in 10 Sekundenschritten abgerechnet worden, werden diese ab August im Minutentakt abgerechnet. Konkret bedeutet dies: Für ein Gespräch, das 2 Minuten und 12 Sekunden dauert, hat man bisher mit dem 10 Sekundentakt 2 Minuten und 20 Sekunden bezahlt. Ab August verrechnet Orange für dieses Gespräch 3 Minuten.

«Für die Handy-Kunden ist die Änderung der Abrechnungstaktung schlecht», erklärt Ralf Beyeler, Telecom-Experte beim Internet-Vergleichsdiensts comparis.ch. «Bei Anbietern ist das Verändern der Taktung ein beliebter Trick, um mehr Einnahmen zu generieren. Besonders weil Kunden den Effekt der Anpassung der Taktung nicht einschätzen können.» Derzeit rechnen unter anderem Sunrise sowie einige kleinere Anbieter und zukünftig Orange im Minutentakt ab. Am kundenfreundlichsten ist eine sekundengenaue Abrechnung. Diese bieten aber nur ganz wenige Mobilfunkfirmen an, beispielsweise Aldi und Coop. Ausserdem wird auch das Prepaid-Angebot der Migros im Sekundentakt abgerechnet.

Effektiv weniger Gratis-Minuten

Viele Orange-Kunden haben ein Abo, in dem pauschal eine gewisse Anzahl Gratis-Minuten inbegriffen ist. Darum schlägt sich die Änderung der Abrechnungstaktung nicht immer in höheren Rechnungen nieder, aber zukünftig stehen Orange-Kunden effektiv weniger Gratis-Minuten zur Verfügung als bisher. Wer Orange Me 90 mit 90 Inklusivminuten nutzt, konnte bisher effektiv 86 Minuten ohne Zusatzkosten telefonieren. (1) Ab August können nur noch 72 Minuten lang Handygespräche ohne weitere Kosten geführt werden.

Niedrigerer Minutenpreis

Zugutehalten muss man Orange, dass ab Ende Juni der Minutentarif für Gespräche mit dem Orange Me-Abo gesenkt wird. Wie sich diese Preissenkung zusammen mit der Änderung der Abrechnungstaktung auf die Höhe der Rechnung auswirkt, ist vom Abo und Nutzungsverhalten abhängig. Insgesamt bezahlen Orange-Kunden aber im besten Fall gleichviel wie bisher. Im schlechtesten Fall müssen sie aufgrund der Taktänderung und trotz der Senkung des Minutenpreises 35 Prozent mehr bezahlen.

(1) Basis für die Berechnungen: Durchschnittliche Dauer von 1,97 Minuten pro Anruf (BAKOM Statistik 2009).

Kontakt:

Ralf Beyeler
Telecom-Experte
Telefon: 044 360 52 77
Handy: 079 467 07 81
E-Mail: ralf.beyeler@comparis.ch
www.comparis.ch/telekommunikation



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