Schweizerischer Nationalfonds / Fonds national suisse

Der Fall der Berliner Mauer belebt die Forschung

Bern (ots) - Vor 25 Jahren fiel die Berliner Mauer. Die Öffnung der Grenzen markierte den Beginn einer vorher undenkbaren Forschungszusammenarbeit mit Osteuropa. Die Schweiz förderte diese seither gezielt mit dem SCOPES-Programm.

Am 9. November 1989 fiel der Eiserne Vorhang, der für Jahrzehnte Osteuropa und die Sowjetunion von der westlichen Welt getrennt hatte. Es war ein historischer Moment - und der Anfang eines schwierigen Prozesses für die ehemals kommunistischen Staaten. Von einem Tag auf den anderen herrschten andere Rahmenbedingungen, z.B. Markt- statt Planwirtschaft. Die Industrie musste sich plötzlich einer globalen Konkurrenz stellen. Das führte in vielen osteuropäischen Ländern zu einem wirtschaftlichen Zusammenbruch.

Start der Forschungszusammenarbeit mit Osteuropa

In dieser Situation verabschiedete das Schweizer Parlament einen Hilfskredit, um die angeschlagenen Staaten zu unterstützen. Früh kam die Idee auf, mit einem Teil des gesprochenen Geldes die Wissenschaft in den betroffenen Ländern zu stärken. Das Programm SCOPES (Scientific Co-operation between Eastern Europe and Switzerland) wurde 1990 vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) gemeinsam lanciert und finanziert (Gesamtsumme: CHF 81 Mio.).

Bereichernde Partnerschaften

Seither haben einige hundert SCOPES-Projektpartnerschaften die Wissenschaft in Osteuropa und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion vorwärts gebracht und international konkurrenzfähiger gemacht. Die unterstützten Teams wirken als Keimzellen für weitere Entwicklungen und Erneuerungen.

Auch heute noch verdienen Forschende in Osteuropa viel weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in Westeuropa. Eine akademische Laufbahn ist deshalb wenig attraktiv. Dank SCOPES erhalten sie ein angemessenes Salär und eigene Forschungsgelder. Ausserdem ermöglichen ihnen die Beiträge, Forschung mit internationalen Partnern zu betreiben und weltweit Konferenzen zu besuchen. Der internationale Austausch ist äusserst wichtig, um sich die europäischen Programme zu erschliessen.

"Gemeinsame Projekte mit osteuropäischen Kollegen sind auch für Forschende in der Schweiz interessant, besonders in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, da es in diesem Bereich viele talentierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gibt", sagt Evelyne Glättli, Programmverantwortliche des SNF. Auch andere Grün-de machen das SCOPES-Programm für sie interessant, etwa Fragestellungen, die sich in der Schweiz nicht untersuchen lassen. So gibt es beispielsweise einzigartige Archive, Sammlungen, archäologische Fundstätten und Ökosysteme in Osteuropa.

Das Interesse am SCOPES-Programm ist ungebrochen. Dieses läuft noch bis 2016. Bereits jetzt bestehen beim SNF Pläne, die Kooperation mit Ländern Osteuropas weiterzuführen.

Weitere Informationen

Ein Dossier zum Thema "Zusammenarbeit mit Osteuropa" mit Projektbeispielen finden Sie unter: www.snf.ch >Fokus Forschung > Themendossiers > Zusammenarbeit Osteuropa

Kontakt:

Schweizerischer Nationalfonds
Abteilung Internationale Zusammenarbeit
Evelyne Glättli
Tel. +41 31 308 22 22
E-Mail: international@snf.ch



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