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Wettbewerb stärkt den Schweizer Postmarkt/ Verknüpfung von Postmarktöffnung und Revision des Postorganisationsgesetzes gefordert

Zürich (ots) - Die Schweizerische Post erzielte in den letzten Jahren hohe Gewinne und hält nach wie vor das Monopol auf Briefe bis 50 Gramm Gewicht. Gleichzeitig weist sie im Vergleich zu vielen europäischen Ländern im wichtigsten Inland-Briefsegment ein ungenügendes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Zu diesem Ergebnis kommt economiesuisse im heute erschienenen dossierpolitik zum Postmarkt. Um kundenfreundliche Dienstleistungen zu günstigen Preisen zu ermöglichen, muss der Postmarkt neu geordnet und geöffnet werden. Gleichzeitig sind der Schweizerischen Post mehr unternehmerische Freiheiten einzuräumen. Die Zustellqualität der Schweizerischen Post für Briefe ist hoch. Zu hoch ist aber auch der dafür zu entrichtende Preis. Im wichtigsten Segment für Inlandbriefe (Briefe bis 20 Gramm Gewicht) gehören die Preise zu den höchsten in Europa. Das Preis-Leistungs-Verhältnis - als Zustellqualität pro bezahlten Schweizer Franken - ist in der Schweiz international gesehen schlecht. Die Schweizerische Post hält für den Versand von Briefen bis 50 Gramm Gewicht nach wie vor das Monopol. Sie beklagt oft schwierige Marktbedingungen und rückläufige Briefmengen. Tatsache ist jedoch, dass die Sendungsmengen in der Schweiz hoch, und zwischen 2000 und 2009 sogar leicht gestiegen sind. Weil die Schweiz auch eine hohe Bevölkerungsdichte aufweist, sind die Marktbedingungen für die Schweizerische Post verhältnismässig sehr gut. Die Preise spiegeln diesen Umstand jedoch nicht. Interessant ist, dass trotz den guten Marktbedingungen und hohen Preisen die Post zwar eine anschauliche, international betrachtet aber keine herausragende Umsatzrendite im Bereich des Briefversands verzeichnet. Die österreichische Post beispielsweise erzielt im Briefsegment eine doppelt so hohe Umsatzrendite - bei höherer Zustellqualität, geringeren Sendungsmengen, tieferer Bevölkerungsdichte und günstigeren Preisen. economiesuisse fordert, dass die Schweizerische Post mehr unternehmerische Freiheiten erhält, damit sie sich den zukünftigen Marktbedingungen anpassen kann. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass die Effizienzsteigerungen in Form von Preissenkungen den Kunden zu Gute kommen. Dies geschieht nur, wenn das Monopol fällt und der Markt vollständig geöffnet wird. Ohne Marktöffnung bleibt der zu erwartende Mehrertrag in den Händen der Post und der Konsument geht leer aus. Entscheidend ist deshalb die zwingende Verknüpfung von Postorganisationsgesetzrevision (zur Stärkung der Post) und Marktöffnung (zur Stärkung des Konsumentenwohls). economiesuisse empfiehlt in der Herbstsession dem Nationalrat die Marktöffnung im Gesetz zu verankern, so wie es der Bundesrat vorgesehen und die bürgerlichen Parteien ihren Wählerinnen und Wählern in ihren Parteiprogrammen versprochen hatten. Kontakt: Dominique Reber Telefon: 044 421 35 35 dominique.reber@economiesuisse.ch

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