Bundesamt für Migration

Rund 90'000 illegal Anwesende (Sans Papiers)

(ots) - Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement EJPD Bundesamt für Migration BFM Bern-Wabern, 26. April 2005. In der Schweiz leben rund 90'000 Personen ohne Aufenthaltserlaubnis, so genannte Sans Papiers. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag des Bundesamtes für Migration. Die meisten Sans-Papiers leben in Städten oder Gebieten mit ausgeprägter Landwirtschaft. Es handelt sich nur zum kleinen Teil um untergetauchte abgewiesene Asylsuchende. Die Studie beruht auf einer Datenerhebung von sechs Forschungsbüros, die in Zürich, Basel, Thurgau, Genf, Waadt und Tessin insgesamt 60 Experten befragten. Die sechs Teilstudien wurden durch das Forschungsinstitut gfs.bern zusammen gefügt, systematisch verglichen und anschliessend auf die gesamte Schweiz hochgerechnet. Als Sans Papiers werden in der Studie Menschen definiert, die sich länger als einen Monat ohne geregelten Aufenthalt in der Schweiz aufhalten und keine feste Absicht zur Ausreise aus der Schweiz haben. Ziel der Studie war in erster Linie die Erhebung der Zahl der Sans Papiers in der Schweiz. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie: • In der Schweiz leben rund 90'000 Sans Papiers (Genauigkeit plus/minus 10'000 Personen). • Sans Papiers gibt es überall in der Schweiz. Ihre Zahl ist umso höher, je höher das Volkseinkommen eines Kantons ist, je mehr Ausländerinnen und Ausländer dort leben und/oder je ausgeprägter der Landwirtschaftssektor ist. • Sans Papiers sind überwiegend erwerbstätig und arbeiten häufig in prekären Arbeitsverhältnissen mit tiefen Löhnen und langen Arbeitszeiten. • Sie stellen keine homogene Gruppe dar (unterschiedliche Herkunftsstaaten). • Nur wenige Sans Papiers sind kriminell. • Die bisherige Asylpolitik hat kaum Auswirkungen auf die Zahl der Sans Papiers. Das Bundesamt für Migration schliesst aus der Studie, dass die Zahl der illegal Anwesenden in der Schweiz tiefer liegt als die bisherigen Schätzungen. Die aktuelle Zulassungspolitik und die geltende Liberalisierungspraxis (Beschränkung auf Härtefälle) werden nicht in Frage gestellt. Die Notwendigkeit der laufenden Gesetzesvorhaben wird durch die Ergebnisse der vorliegenden Studie bestätigt (Schwarzarbeitsgesetz, Ausländergesetz, Asylgesetz, flankierende Massnahmen zum Freizügigkeitsabkommen, EU- Erweiterung). Weitere Informationen: Mario Tuor, Information & Kommunikation BFM, 031 324 31 50 Dominique Boillat, Information & Kommunikation BFM, 031 325 98 80

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