Bundesamt für Landwirtschaft

Auf dem Weg zum AOC-Eintrag für „Emmentaler“

      (ots) - „Emmentaler“ kann in der Schweiz als geschützte Ursprungsbezeichnung
(GUB/AOC) eingetragen werden. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW)
hat alle Einsprachen gegen die Eintragung abgewiesen. Das BLW
schützt mit seinem Entscheid die Tradition und die Qualität dieses
weltweit bekannten Schweizer Käses und schafft Transparenz über
Herkunft und Produktionsmethode. „Emmentaler“ ist das wichtigste
landwirtschaftliche Exportprodukt.
Gegen die Registrierung von „Emmentaler“ als geschützte
Ursprungsbezeichnung sind 64 Einsprachen aus dem In- und Ausland
eingegangen. 47 wurden wieder zurückgezogen. Das BLW hat die
ausländischen Einsprecher als legitimiert erachtet. Gerügt wurde
insbesondere, "Emmentaler" sei eine Gattungsbezeichnung und als
solche nicht eintragungsfähig. Die Einsprecher waren auch mit der
Festsetzung des geografischen Gebiets nicht einverstanden.
In seinem Entscheid verneint das BLW den Gattungscharakter der
Bezeichnung „Emmentaler“. Gemäss ständiger Rechtsprechung des
Bundesgerichts ist die Umwandlung einer geografischen
Herkunftsangabe in eine Gattungsbezeichnung nicht leichthin
anzuerkennen. Sie setzt voraus, dass ein geografischer Name während
Jahrzehnten in grossem Umfang in der Schweiz als Sachbezeichnung
gebraucht worden ist, und die nach ihm benannte Ware nicht mehr mit
dem Ort, dem sie ihren Ruf verdankt, in Verbindung gebracht wird.
Zudem muss die Umwandlung vollständig, und eine Rückentwicklung
unmöglich sein.
Diese Voraussetzungen sind beim „Emmentaler“ nicht erfüllt. Drei
verschiedene Meinungsumfragen belegen nämlich, dass mindestens 45
Prozent der Schweizer Konsumenten dem „Emmentaler“ besondere
Eigenschaften zuschreiben und dessen Herkunft direkt mit dem
Emmental in Verbindung bringen. Auch die internationalen Verträge
anerkennen den Ursprung.
Bereits ab 1840 wurde die Produktion von "Emmentaler" auf weitere
Gebiete der deutschen Schweiz ausgedehnt. So sind Talkäsereien in
den Kantonen Luzern, Freiburg, Zürich oder
St. Gallen gegründet worden. Daraus ergibt sich die heutige
Abgrenzung des geografischen Gebiets.
Die Registrierung als AOC gilt für das Gebiet der Schweiz. Mit der
EU werden Verhandlungen über die gegenseitige Anerkennung der
Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen zu führen sein.
Gegen den Entscheid des Bundesamtes kann innerhalb einer Frist von
30 Tagen bei der Rekurskommission EVD Beschwerde erhoben werden.
Für weitere Auskünfte:
Jürg Jordi, Leiter Sektion Information, 031 322 81 28
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