Fürstentum Liechtenstein

pafl: Missbrauch von Kindern im Krieg stoppen

    Vaduz (ots) - Vaduz, 6. Mai (pafl) - Am 18. September 1990 trat Liechtenstein den Vereinten Nationen bei. Der bevorstehende zwanzigste Jahrestag bietet Anlass dafür, die Schwerpunkte der Liechtensteiner Aktivitäten bei den Vereinten Nationen näher zu beleuchten. Die Förderung und der Schutz der Menschenrechte, allen voran der Kampf gegen den Missbrauch von Kindern in bewaffneten Konflikten, nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.

    Zu den schlimmsten Formen des Missbrauchs von Kindern in bewaffneten Konflikten zählt deren Rekrutierung als Kombattanten. Weltweit gibt es gegenwärtig ca. 250'000 Kindersoldaten. Rekrutiert werden sie dabei sowohl von regulären Armeen als auch von Rebellengruppen. In vielen Fällen handelt es sich um Zwangsrekrutierungen, die oft mit brutaler Gewalt durchgeführt werden. Um Kinder zu verschleppen, überfallen Rebellengruppen, wie die im nordugandischen Grenzgebiet operierende "Lord's Resistance Army" (LRA), gezielt Dörfer, Flüchtlingslager oder Schulen. Häufig treten Kinder aber auch aus eigenem Willen bewaffneten Gruppen bei und nehmen dort Zuflucht vor Elend und häuslicher Gewalt, oder schützen so ihre eigenen Familien. Begleitet von brutalen Einführungszeremonien werden sie in Lagern unter Drogen gesetzt und gegenüber physischer Gewalt desensibilisiert. Als Soldaten sind Kinder höchst effizient und leicht manipulierbar. Aufgrund ihres noch unzureichend entwickelten Urteilsvermögens haben sie meist keine Angst vor Kugeln und agieren weit grausamer als ältere Soldaten. Entsprechend gefürchtet sind sie unter der Zivilbevölkerung.

    Grausames Schicksal für Mädchen

    Rund 40 Prozent aller Kindersoldaten sind Mädchen. Ihr Schicksal ist besonders grausam, da sie nicht nur zum Kämpfen herangezogen werden, sondern auch als Sexsklaven und Haushaltshilfen missbraucht werden. Zwangsehen mit älteren Soldaten sind oft der einzige Schutz gegen die allgegenwärtigen willkürlichen Vergewaltigungen. Sollte ihnen die Flucht gelingen, ist eine Reintegration in ihre Heimatgemeinden äusserst schwierig, da mit Vergewaltigungen in vielen Kulturen auch Stigmatisierung einhergeht. Mädchen brauchen daher besondere Hilfe, um wieder in ein normales Leben zurückzufinden.

    Sicherheitsrat muss entschiedener reagieren

    Liechtenstein engagiert sich in New York mit 32 weiteren Staaten in der Gruppe der "Freunde von Kindern in bewaffneten Konflikten". Die Gruppe setzt sich beim UNO-Sicherheitsrat für die Interessen von Kindern in bewaffneten Konflikten ein. Aufgrund des Drucks der Freundesgruppe hat der Sicherheitsrat ein in dieser Form einzigartiges Überwachungssystem zu dieser Thematik eingerichtet. Leider braucht der Sicherheitsrat aber aus politischen und administrativen Gründen noch zu lange, um auf neue Fälle von Missbrauch zu reagieren. Auch benutzt der Rat noch längst nicht alle zur Verfügung stehenden Mittel, um gezielt gegen Täter vorzugehen. Liechtenstein fordert daher in offenen Debatten des Sicherheitsrates zu diesem Thema immer wieder den Gebrauch aller zur Verfügung stehenden Mittel, inklusive Sanktionsmassnahmen.

    Öffentlichkeit wachrütteln

    Das Thema Kindersoldaten muss stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Die Ständige Vertretung Liechtensteins in New York unterstützt zu diesem Zweck die Lobbyingtätigkeit von Nichtregierungsorganisationen und steuert auch eigene Initiativen bei. Im April 2009 organisierte die Vertretung in New York ein Benefizfussballspiel, an dem auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon teilnahm. Mit den hierbei gesammelten 10'000 US-Dollar wurden als Wiederversöhnungsmassnahme gedachte Fussballspiele zwischen ehemaligen Kindersoldaten in Sierra Leone finanziert. Mit Unterstützung von Aussenministerin Aurelia Frick und der Sondergesandten des UNO-Generalsekretärs für Kindersoldaten, Radhika Coomaraswamy, entsteht derzeit ausserdem eine Benefiz-CD zugunsten von Kindersoldaten, die spätestens zum 20-jährigen Jubiläum des liechtensteinischen UNO-Beitritts erhältlich sein sollte.

Kontakt:
Amt für Auswärtige Angelegenheiten
Christine Lingg
T +423 236 60 65



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