Fürstentum Liechtenstein

pafl: Schmelzendes Eis - ein heisses Thema?

(ots) - Der UNO-Umwelttag widmet sich dieses Jahr dem Thema "Schmelzendes Eis - ein heisses Thema?". Nicht nur die Polarregionen sondern auch die Alpen sind von der zunehmenden Eisschmelze betroffen. Vaduz, 4. Juni (pafl) - Jedes Jahr wird am 5. Juni der internationale Umwelttag von der UNO begangen. 1972 wurde er zum ersten Mal vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) ausgerufen. Seit damals nehmen weltweit 150 Staaten jährlich am "World Environment Day" teil. Dieses Jahr ist Norwegen mit dem Motto "Schmelzendes Eis - ein heisses Thema" der Hauptort der Feierlichkeiten. Es behandelt die Umweltsituation in den Polargebieten. Globale Temperaturzunahme Die Erde hat sich seit der vorindustriellen Zeit um ungefähr 0.75 Grad Celsius erwärmt. Elf der wärmsten Jahre in den vergangenen 125 Jahren wurden seit 1990 registriert. 2005 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Erwärmung in diesem Jahrhundert wird auf 1.5 bis 5.8 Grad Celsius prognostiziert. Als Vergleich: Der Temperaturunterschied von der letzten Eiszeit bis heute beträgt nur gerade 5 Grad Celsius. Die Auswirkungen des Klimawandels sind heute schon sichtbar: schmelzende Eiskappen, Anstieg des Meeresspiegels, weltweiter Rückgang der Gletscher, Auftauen des Permafrostbodens, stärkere und längere tropische Stürme, längere Vegetationszeit in den mittleren und höheren Breiten und Veränderung in der Tier- und Pflanzenwelt. Das Augenmerk all dieser Auswirkungen liegt in diesem Jahr auf den Polarregionen. Zusammenhang zwischen Eisschmelze und Erderwärmung Zurzeit ist der Klimawandel am deutlichsten in der Arktis zu spüren, wo die Durchschnittstemperatur in den letzten Jahrzehnten doppelt so stark angestiegen ist wie im Rest der Welt. Das weisse Eis reflektiert im Gegensatz zur dunkleren schneefreien Erdoberfläche mehr Sonneneinstrahlung und kühlt so den Planeten. Durch das Verschwinden der schneebedeckten Fläche wird mehr Sonneneinstrahlung absorbiert. Die Erde erwärmt sich, wodurch noch mehr Eis schmilzt. Durch diesen Rückkoppelungseffekt verstärkt das Abschmelzen des Eises die Erderwärmung. Die Reduktion des Meereises hat verheerende Konsequenzen für die Pflanzen- und Tierwelt, die sich an die harten Lebensbedingungen der Arktis angepasst hat, wie zum Beispiel Polarbär oder Seehund. Das Verschwinden dieser Tiere hat auch Auswirkungen auf die einheimische Bevölkerung, die von diesen lebt. Auswirkungen in der Schweiz und Liechtenstein Der Rückgang des Eises und der Klimawandel hinterlassen nicht nur in den Polarregionen ihre Spuren. Dieser Wandel kann auch in der Schweiz beobachtet werden. Die Gletscher und Schneeberge in der Schweiz verschwinden allmählich. Der Rhonegletscher ist 2006 um 100 Meter kürzer und um 5 Meter dünner geworden. Durch das Abschmelzen der Gletscher wird der Wasserzufluss der Flüsse beeinflusst. Der Permafrost in den Bergregionen taut auf, Felsen brechen ab und Hänge werden instabil. Teile des Matterhorns bröckelten im Sommer 2006 sprichwörtlich ab. Die Schutzwälder leiden unter der extremen Hitze und können die Dörfer in den Berggebieten nicht mehr genügend vor Lawinen und Steinschlag schützen. Unser Beitrag zum Klimaschutz Hauptverursacher des Klimawandels ist der Ausstoss von Klimagasen. Jeder kann seinen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Den Thermostaten der Heizung um 1.5 Grad Celsius herunterzudrehen, reduziert die Kohlenstoffdioxidemissionen um rund 1 Tonne pro Jahr. Die beidseitige Verwendung von Papier und das Recycling können 2.5 Kilogramm Treibhausgase für jedes Kilogramm verbrauchten Papiers einsparen. Verzicht auf das Auto und die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel schont die Umwelt. Mit dem Weltumwelttag will die UNO auf die weltweite Umweltsituation aufmerksam machen und die politische Aufmerksamkeit und Aktivitäten für diese Thematik fördern. Pressekontakt: Amt für Umweltschutz Sven Bürzle Tel. 236 61 91

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