Fürstentum Liechtenstein

Aussenminister Ernst Walch bei Europakonferenz

Liechtensteinischer Vorschlag eines benchmarking für Banken im   Kampf gegen internationalen Terrorismus von deutscher Seite als   «sehr sinnvoll» aufgenommen          Vaduz (ots) - Der liechtensteinische Aussenminister Ernst Walch nutzte die erstmals von der EU organisierte Europakonferenz in Brüssel vom Samstag, 20. Oktober 2001, um einen konkreten Vorschlag zur Verbesserung der europäischen Zusammenarbeit in der Terrorismusbekämpfung zu präsentieren.            «Liechtenstein unterstützt vollumfänglich die internationale   Front zur Terrorismusbekämpfung», führte der Aussenminister aus.   Im Finanzbereich habe Liechtenstein die notwendigen Massnahmen   betreffend das Einfrieren von Vermögenswerten der Terroristen,   die auf einer internationalen Liste aufgeführt sind, vorgenommen.   Die Reformen Liechtensteins zur verstärkten Bekämpfung der   Geldwäscherei seien auch im Lichte der aktuellen politischen   Situation zu sehen. Gerade die Etablierung von Kundenprofilen der   Banken könne ein wichtiges Element zur Identifizierung von   Terroristengeldern sein. In diesem Bereich könne die   Zusammenarbeit noch wesentlich verbessert werden. Liechtenstein   mache daher den Vorschlag, auf europäischer Ebene ein   «benchmarking» für Banken zum Setzen und Anwenden hoher Standards   bei der Bekämpfung schwerer Verbrechen, inklusive des   Terrorismus, zu etablieren. Christof Zöpel, Staatssekretär im   deutschen Auswärtigen Amt, fand diesen Gedanken «sehr sinnvoll»   und überlegenswert.            Die Konferenz fand in Brüssel im Nachgang zum EU-Gipfel statt   und hatte die Terrorismusbekämpfung und insbesondere deren   finanzielle Aspekte zum Thema. Unter Vorsitz des EU- Ratspräsidenten, des belgischen Aussenministers Michel, fanden   sich Aussenminister und andere hohe politische Vertreter von 40   europäischen Staaten zusammen. Neben den EU-Staaten selbst, den   Beitrittskandidaten und den Mitgliedern des Stabilitätspaktes   (Südosteuropa) waren erstmals alle EFTA-Staaten als Mitglieder   eingeladen. Gäste der Konferenz waren Russland, Moldavien und die   Ukraine.          Die Minister verabschiedeten eine Deklaration zur Stärkung der   Zusammenarbeit bei der Terrorismusabwehr. Im Finanzbereich wurde   insbesondere auf die UNO-Konvention zur Bekämpfung der   Terrorismusfinanzierung und die Arbeiten der FATF hingewiesen.          Regierungsrat Walch schloss seine Ausführungen mit dem Hinweis   auf Liechtensteins humanitäre Aktionen zur Linderung der Not in   Afghanistan, welche hauptsächlich durch das Talibanregime   verursacht wurde. Auch längerfristige Aktionen seien notwendig,   um dem Terrorismus die soziale Basis zunehmend zu entziehen.

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