Fürstentum Liechtenstein

Postulatsbeantwortung betreffend Direkteinsätze im Bereich der humanitären Hilfe

    Vaduz (ots) - Die Regierung hat in ihrer Sitzung vom 16. Oktober 2001 die Postulatsbeantwortung betreffend Direkteinsätze im Bereich der humanitären Hilfe beschlossen.        Mit einem Postulat vom 27. Oktober 2000, das der Landtag in   seiner Sitzung vom 22. November 2000 an die Regierung überwies,   wurde die Regierung eingeladen abzuklären, auf welche Weise   Liechtenstein Strukturen erarbeiten und personelle sowie   materielle Ressourcen bereitstellen könne, die für Direkteinsätze   im Bereich der humanitären Hilfe eingesetzt werden könnten. Dabei   sollte die humanitäre Hilfe mit Vorbeugungs- und   Nothilfemassnahmen zur Erhaltung gefährdeten menschlichen Lebens   sowie zur Linderung von Leiden beitragen und die Zusammenarbeit   mit Partnerorganisationen, beispielsweise dem Schweizerischen   Katastrophenhilfekorps, sei vorzusehen.          Das Postulat war damit begründet worden, dass   Naturkatastrophen, Zivilisationskatastrophen, bewaffnete   Konflikte und Krisen aufgrund von strukturellen Mängeln zumeist   die ärmsten, hilflosesten Bevölkerungsschichten träfen. Es sei   ein Gebot der Solidarität unseres Landes gegenüber der   internationalen Staatengemeinschaft, Ressourcen bereitszustellen   und aktive humanitäre Hilfe in Katastrophenfällen zu leisten.   Zwar habe das Land aktive Strukturen im Bereich der   Entwicklungszusammenarbeit aufgebaut und sei durch einige   Institutionen, beispielsweise das Liechtensteinische Rote Kreuz   und die Caritas, mit anerkannten internationalen Organisationen   verbunden. Im Bereich der humanitären Hilfe im Katastrophenfall   seien jedoch Lücken festzustellen. Die liechtensteinische   Solidarität mit den Betroffenen dürfe sich nicht auf finanzielle   Hilfe beschränken. Liechtenstein solle sinnvolle,   grössenverträgliche Formen des Engagements entwickeln, um   Soforthilfe leisten zu können. Es sei dabei an Einsätze zur   Rettung, Bergung und Versorgung von Verletzten ebenso wie zur   Sicherung der überlebenswichtigen Bedüfnisse wie   Trinkwasserbeschaffung, Lieferung und Verteilung von   Nahrungsmitteln, Bereitstellung von Unterkünften und medizinische   Betreuung der betroffenen Bevölkerung gedacht. Es solle   insbesondere die Zusammenarbeit mit einer Partnerorganisation wie   dem Schweizerischen Katastrophenhilfekorps gesucht werden.        Die Regierung begrüsst insbesondere im Hinblick auf die auch   von Liechtenstein geforderte internationale Solidarität das im   Postulat vorgebrachte Anliegen und führte daher die notwendigen   Abklärungen durch, deren Resultat Gegenstand der   Postulatsbeantwortung ist. Das Direktion für Entwicklung und   Zusammenarbeit (DEZA) bzw. das Schweizerische   Katastrophenhilfekorps (SKH) haben sich gerne bereit erklärt, in   diesen Bereichen mit Liechtenstein zusammenzuarbeiten. Dies soll   auf unkomplizierte, pragmatische und direkte Weise geschehen,   ohne dass hierzu völkerrechtliche Vereinbarungen notwendig wären.   Die Regierung wird durch geeignete Informationsveranstaltungen   auf die Möglichkeiten der Zusammenarbeit bzw. des Einbezugs von   Personen aus Liechtenstein in die Programme und Projekte der DEZA   bzw. des SKH informieren.

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