HEKS - Hilfswerke der Evang. Kirche

Neue Grenzen trennen Europa

Zürich (ots) - Europa steht kurz vor der Osterweiterung. Doch es werden dadurch nicht nur Grenzen aufgehoben, sondern auch neue geschaffen. An einer Tagung in Bern diskutierten VertreterInnen aus verschiedenen Ländern Osteuropas über neue Trennungslinien durch Europa und über die Suche nach einer gemeinsamen Identität. Organisiert wurde die Veranstaltung von HEKS, dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz, dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK und G2W, Glaube in der Zweiten Welt. "Wir müssen den Beitritt zur EU überleben", zitiert der Theologe Sandor Fazakas einen ungarischen Politiker. Noch sei es nicht lange her, da habe sich Ungarn nach einem grenzenlosen Europa gesehnt. Jetzt öffnet sich das Land politisch dem Westen, doch der Integrationsprozess schafft gleichzeitig neue Grenzen im Süden und Osten. Ein in Jahrhunderten gewachsener Lebens- und Kulturraum wird dadurch auseinander gerissen. Fazakas erklärte in seinem Referat, mögliche Folgen dieser Entwicklung seien die Entfremdung des Menschen, soziales und geistliches Elend sowie die Marginalisierung und Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen. Auch Martin Hauser, der den UNESCO-Lehrstuhl für das Studium interkultureller und interreligiöser Beziehungen an der Universität Bukarest inne hat, zeigte in seinem Referat die Schwierigkeiten auf, die durch die neuen Grenzen geschaffen werden. Für Hauser kann nur ein gegenseitiges Verständnis zwischen den Ethnien und Kulturen die Probleme in Europa lösen. Doch um dieses Verständnis zu erreichen, sei eine soziale Gesellschaft nötig: "Nur einer humaneren Gesellschaft als ganzes wird es möglich sein, die sozialen, aber auch die ideologischen, ethnischen, kulturellen und religiösen Gegensätze nicht nur auszugleichen, sondern diese auf Kooperation hin weiterzuentwickeln." In verschiedenen Workshops erfuhren die 200 Teilnehmenden des Osteuropa-Tages Konkretes zur Situation in einzelnen Ländern. So zeigte beispielsweise der Bosnier Emir Dzidic die Situation der Muslime in seinem Land auf und ging auf die Frage ein, welchen Platz Muslime in Europa heute einnehmen. Elena Timofticiuc berichtete über den Frauenhandel in Rumänien, Irena Dono aus Tirana über Armutsbekämpfung und Integrationshilfe in Albanien. "Auch wenn es immer weniger Grenzen gibt, innerhalb Europas werden Menschen immer noch ausgegrenzt", so das Fazit von Franz Schüle, Zentralsekretär von HEKS. ots Originaltext: HEKS Kommunikation Internet: www.newsaktuell.ch Kontakt: Petra Ivanov HEKS Kommunikation Tel. +41/78/880'48'13 Internet: http://www.heks.ch [ 003 ]

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