Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD)

EVD: Anhörung zur Koexistenzverordnung eröffnet

      Bern (ots) - Mit der Koexistenzverordnung sollen die Anforderungen
für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen sowie der im
Gentechnikgesetz verankerte Schutz der Produktion ohne gentechnisch
veränderte Organismen (GVO) konkretisiert werden. Gleichzeitig wird
die Saatgutverordnung angepasst. Das Eidg.
Volkswirtschaftsdepartement (EVD) hat heute die Anhörung zum Entwurf
der Koexistenzverordnung eröffnet. Nach dem Grundsatz im
Gentechnikgesetz darf mit GVO nur so umgegangen werden, dass sie die
Produktion von Erzeugnissen ohne GVO nicht beeinträchtigen. Angebaut
werden dürfen nur bewilligte GVO. Der Bewilligungsinhaber ist
verpflichtet, die Bauern über den Umgang mit den gentechnisch
veränderten Pflanzen anzuweisen. In der Koexistenzverordnung soll
diese Verpflichtung wie folgt umgesetzt werden: Der Antragsteller
eines Bewilligungsgesuches muss mit wissenschaftlichen Studien die
Auskreuzung auf nicht gentechnisch veränderte Pflanzen belegen. Auf
dieser Grundlage muss er für die Anwendung seines Produktes dem
Bauern verbindlich vorschreiben, eine Isolationsdistanz einzuhalten.
Die Isolationsdistanz ist der Abstand zwischen einem GVO-Feld und
einem benachbarten nicht-GVO Feld. Sie ist unter anderem abhängig
von den biologischen Eigenschaften einer Pflanzenart. Die
Isolationsdistanz ist so festzulegen, dass eine mögliche
GVO-Verunreinigung der Ernte eines benachbarten nicht-GVO Feldes
unter 0,5 Prozent liegt. Bei einer maximalen Fremdbestäubung von 0,5
Prozent am Feldrand liegt die durchschnittliche Auskreuzungsrate
deutlich unter diesem Wert, weil die Rate mit zunehmender Distanz
zur Pollenquelle abnimmt.

    Die Pflicht zur korrekten Anweisung der Bauern liegt also beim Bewilligungsinhaber. Die Behörden werden die eingereichten wissenschaftlichen Studien sowie die Anweisungen auf ihre Plausibilität überprüfen und nötigenfalls Korrekturen verlangen.

    Die Koexistenzverordnung konkretisiert auch die anderen Anforderungen für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen sowie den Umgang mit entsprechenden Erntegütern auf dem landwirtschaftlichen Betrieb. So sind die Bauern verpflichtet, die Anweisungen der Bewilligungsinhaber einzuhalten, die Warenflüsse zu trennen, die Produkte mit gentechnisch veränderten Anteilen zu kennzeichnen und bei der Abgabe solcher Produkte den Abnehmer schriftliche darauf hinzuweisen sowie den Umgang zu dokumentieren. Dadurch soll die Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten gewährleistet werden.

Auskünfte: Bundesamt für Landwirtschaft, Jacques Morel, Vizedirektor, Tel. 031 322 25 03



Weitere Meldungen: Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD)

Das könnte Sie auch interessieren: