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Israel Chemicals Ltd.

Volkswagen droht Millionenklage
Israel Chemicals kündigt rechtliche Schritte gegen VW an
Auch israelische Banken setzen Volkswagen AG unter Druck

Tel Aviv / Berlin (ots)

Nach der Aufkündigung ihres Joint
Ventures mit der Israel Chemicals Ltd. gerät die Volkswagen AG unter 
erheblichen Druck. Israel Chemicals Ltd. droht mit der Einleitung 
rechtlicher Schritte, sollte sich die Volkswagen AG weiterhin ihrer 
finanziellen Verantwortung entziehen und das Unternehmen "Dead Sea 
Magnesium" dadurch in den Konkurs treiben. Auch drei israelische 
Großbanken haben sich zwischenzeitig an die Volkswagen AG gewandt.
In unmissverständlichen Briefen an den Finanzvorstand der 
Volkswagen AG, Hans Dieter Pötsch, haben drei israelische Großbanken,
allesamt Kreditgeber der Dead Sea Magnesium Ltd., die Volkswagen AG 
aufgefordert, ihren Verpflichtungen hinsichtlich der Absicherung und 
Rückzahlung dieser Kredite nachzukommen.
Einhellig verweisen alle drei israelischen Gläubigerbanken darauf,
dass die Entscheidung der Volkswagen AG, sich als Anteilseigner (35%)
aus der Partnerschaft mit der Israel Chemicals Ltd. (65%) zurück zu 
ziehen, nicht nur gegen die vertragliche Grundlagen des Joint 
Ventures, sondern auch gegen vertragliche Vereinbarungen mit den 
Kredit gebenden Banken verstoße.
Der einseitige und unrechtmäßige Rückzug der Volkswagen AG 
entbinde den Wolfsburger Autokonzern in keiner Weise von seiner 
Mitverantwortung als Kreditnehmer.
Die Gewährung der Kredite für Dead Sea Magnesium sei auf Grundlage
einer anteiligen Haftungszusage beider Joint Venture-Partner, also 
auch der Volkswagen AG, erfolgt. Entsprechend stehe die Volkswagen AG
unanfechtbar in der Pflicht.
Anlass für die in den letzten Tagen bei der Volkswagen AG 
eingegangenen Schreiben der Kredit gebenden israelischen Banken war, 
neben der einseitigen und überraschenden Aufkündigung des Joint 
Ventures seitens der Volkswagen AG, auch die strikte Weigerung der 
Volkswagen AG, ihren Verpflichtungen zur anteiligen finanziellen 
Deckung des Defizits des Joint Ventures nachzukommen. Der von 
israelischer Seite eingeklagte Streitwert beläuft sich auf insgesamt 
rund 80 Mio. US-Dollar.
Israel Chemicals Ltd. setzt Ultimatum für gütliche Einigung
Israel Chemicals Ltd. hat der Volkwagen AG unterdessen nochmals 
ihre Bereitschaft zu Gesprächen für eine gütliche Übereinkunft 
angeboten, dies allerdings mit einem Ultimatum verbunden, das Anfang 
Februar ausläuft.
Sollte sich die Volkswagen AG bis dahin nicht zu einer Rückkehr an
den Verhandlungstisch entschlossen haben, sehe man sich gezwungen, 
rechtliche Schritte einzuleiten, so die Anwälte von Israel Chemicals 
Ltd. in einem Schreiben, das ebenfalls in diesen Tagen an die 
Vorstände der Volkswagen AG, Prof. Dr. Martin Winterkorn und Hans 
Dieter Pötsch gegangen ist.
Neben der anteiligen Rückzahlung laufender Kredite sowie der 
Deckung der über die Jahre aufgelaufenen Cash Flow Defizite fordert 
Israel Chemicals Ltd. auch eine anteilige finanzielle Verpflichtung 
der Volkswagen AG für die Kosten, die im Falle des drohenden 
Konkurses von Dead Sea Magnesium sowie der damit einhergehenden 
Schließung des Werkes am Toten Meer verbunden seien.
Ausstieg der Volkswagen AG per Brief und ohne jede Begründung
Ohne jede Vorankündung und ohne Nennung von Gründen hatte die 
Volkswagen AG die Partnerschaft mit Israel Chemicals Ltd. am 1. 
Dezember 2008 aufgekündigt und wenige Tage später auch das 
Aktienpaket, das die Volkswagen AG an Dead Sea Magnesium Ltd. hielt, 
zurück gesandt, verbunden mit der Aufforderung, den Gegenwert der 
Aktien auf ein Konto in Wolfsburg zu überweisen.
Noch zwei Wochen davor, am 12. November 2008, hatte sich die 
Volkswagen AG bei einem Treffen in Israel klar für eine Fortsetzung 
des Joint Venture ausgesprochen, entsprechende Finanzpläne für die 
kommenden zwölf Monate gebilligt und sich auch gegenüber den 
finanzierenden israelischen Banken dazu verpflichtet, ihren Anteil an
der Deckung laufender Defizite des Joint Ventures zu übernehmen.
Israel Chemicals Ltd. wies die einseitige Aufkündigung umgehend 
zurück. Die aktuelle Situation des Joint Ventures mitsamt des 
insolventen Status und der Unfähigkeit ohne die Unterstützung der 
beiden Anteilseigner zu existieren, gäben der Volkswagen AG kein 
Recht, zu diesem Zeitpunkt und in dieser Form den Joint Venture 
einseitig aufzulösen und sich von ihrem Teil der  gemeinsam 
eingegangenen, finanziellen Verbindlichkeiten loszusagen. 
Insbesondere dann nicht, wenn die Begleichung der aufgelaufenen 
Defizite offen blieben, die beide Anteilseigner anteilig zu 
begleichen haben.
Mit 35 Prozent der Anteile ist die Volkswagen AG einer von zwei 
Partnern an der Dead Sea Magnesium Ltd., einem 
Gemeinschaftsunternehmen zur Gewinnung von Magnesium aus dem Toten 
Meer. Die restlichen Anteile (65 %) an dem Magnesiumwerk hält die an 
der Börse in Tel Aviv gelistete Israel Chemicals Ltd.
Der Vertrag für den Joint Venture wurde von Dr. Ferdinand Piech - 
seinerzeit Vorstandsvorsitzender, mittlerweile Vorsitzender des 
Aufsichtsrats von Volkswagen - im Jahr 1995 unter der 
Schirmherrschaft des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl sowie des 
seinerzeit amtierenden israelischen Premierministers Yitzhak Rabin 
unterzeichnet. Sowohl wirtschaftlich als auch politisch verkörperte 
der Joint Venture den Aufbruch in eine neue Ära und wurde insofern 
als zentrales Symbol für eine vertrauensvolle, deutsch-israelische 
Beziehung verstanden und behandelt.
***
Über Dead Sea Magnesium Ltd.:
Dead Sea Magnesium Ltd. ist ein 1996 gegründetes Joint Venture von
Israel Chemicals Ltd. (besitzt 65 % der Aktien) und Volkswagen AG 
(besitzt 35 % der Aktien). Die Firma mit Sitz in Beer-Sheva, Israel 
beschäftigt 380 Arbeitnehmer und produziert rund 30 Tausend Tonnen 
Magnesium pro Jahr. Dead Sea Magnesium ist auf die Produktion von 
Magnesium mit höchstem Qualitätsstandards vor allem für die 
Aluminium- und die Autoindustrie spezialisiert. Umfangreiche 
Solaranlagen ermöglichen die Gewinnung der Mineralien aus dem Wasser 
des Toten Meeres.
Über Israel Chemicals Ltd.:
Israel Chemicals Ltd. ist ein weltweit führender Dünger- und 
Spezialchemiekonzern. Das Unternehmen produziert rund ein Drittel des
weltweiten Produktionsvolumens an Brom und etwa neun Prozent des 
Kaliumkarbonats. In Europa ist Israel Chemicals Ltd. ein führender 
Anbieter von Düngemitteln und ein wichtiger Lieferant von 
Spezialdüngern. Als führender Hersteller und Anbieter von Phosphaten 
ist das Unternehmen Weltmarktführer für reine Phosphorsäure und einer
der wichtigsten Anbieter von Spezialphosphaten.
Israel Chemicals Ltd. (ICL) besteht aus drei Kernsegmenten: ICL 
Fertilizers, ICL Industrial Products und ICL Performance Products. 
Die Hauptproduktionsstandorte des Unternehmens befinden sich in 
Israel, Europa, USA, Süd-Amerika und China. In Deutschland hat das 
Unternehmen Werke in Ludwigshafen, Ladenburg und Bielefeld und 
beschäftigt rund 1.400 Angestellte. Die weltweiten Standorte werden 
durch globale Marketing-Leistungen und Logistiknetzwerke flankiert. 
Israel Chemicals Ltd. profitiert von seinen Exklusiv-Konzessionen zur
Gewinnung von Mineralien aus dem Toten Meer, einer reichhaltigen 
Quelle von kostengünstigem, hochqualitativem Kaliumkarbonat, Brom, 
Magnesiumchlorid und Natriumchlorid. Das Unternehmen baut zudem 
Phosphatgestein aus der Negev Wüste in Israel ab sowie Kaliumkarbonat
und Salz aus seinen Minen in Spanien und Großbritannien.
ICL ist an der Tel Aviver Börse (Tel Aviv Stock Exchange) 
gelistet.
Pressekontakt:

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Fleishman-Hillard Germany - Public Affairs / Government Relations
Mirjam Rosenstein
Tel.: 030 59 00 433 12
mirjam.rosenstein@fleishmaneurope.com

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