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Handelszeitung

Media Service: Heute in der "Handelszeitung" vom Mittwoch, 3. Dezember 2008:

Zürich (ots)

Feintool-CEO Joachim Kaufmann: "Wenn die Krise
anhält, werden wir Kurzarbeit einführen."
Wegen der Automobilkrise muss der Feinschneidespezialist die Kosten 
im Komponentengeschäft reduzieren. Noch seien aber keine Entlassungen
vorgesehen, sagt der Feintool-CEO Joachim Kaufmann im Interview mit 
der "Handelszeitung". Derzeit werden Überzeiten, Feriensaldi und auch
temporäre Mitarbeiter abgebaut.
Swiss Life: Noch fehlt AWD der Wind in den Segeln
Der Zukauf des Finanzvertriebs AWD könnte für Swiss Life ein Klotz am
Bein werden, denn Umsatz und Marge sind stark gesunken. Marco Baur, 
CEO von AWD Schweiz, verteidigt die Strategie seines Unternehmens und
kündigt eine Offensive an. Bis 2012 will AWD den Umsatzerlös auf rund
1 Mrd Euro steigern. "Die Zielsetzung ist ambitiös, aber durchaus 
realisierbar", sagt Marco Baur, CEO AWD Schweiz und Delegierter des 
Verwaltungsrates, im Gespräch mit der "Handelszeitung". Um das 
angestrebte Ziel zu erreichen, will das Unternehmen vor allem 
vermehrt in den Ausbau der Beraterkapazität investieren. "Die 
Akquisitionen laufen auf Hochtouren, so auch in der Schweiz", sagt 
Baur. Zum gesunkenen Umsatz und der geringeren Marge im laufenden 
Jahr sagt Baur: "Der Grund für den gewollten Kostenanstieg liegt vor 
allem darin, dass wir verstärkt ins Sponsoring, Marketing, in die 
Ausbildung und Rekrutierung investiert haben." Entsprechend erwartet 
der Schweiz-CEO im laufenden Jahr dieselbe Produktionsleistung wie im
letzten Jahr.
Georg Fischer: Macht Behrs VRP-Mandat bei ZF die GF-Chefs nervös?
Die Chefs des Schaffhauser Autozulieferers Georg Fischer reagierten 
nervös, als Investor Giorgio Behr vergangene Woche eine Beteiligung 
von gut 6% meldete. Pikant: Behr amtet seit Mai 2008 als VR-Präsident
von ZF Friedrichshafen. ZF und GF sind führende Automobilzulieferer, 
weisen aber kaum Überschneidungen auf  - sie würden also hervorragend
zusammenpassen. Zu ZF sagt Behr der "Handelszeitung": «ZF ist als 
weltweit führender Systemlieferant nicht einfach mit einem Zulieferer
vergleichbar. Die Technologieführerschaft und die breite Abstützung 
auch in Marine, Agrarwirtschaft sowie die globale Präsenz sind 
weitere stabilisierende Elemente.» Zudem arbeite er bei ZF mit 
«faszinierenden Persönlichkeiten wie BMW-Präsident Joachim Milberg - 
BMW gehört zu den Schlüsselkunden von GF - und Siemens-Vorstand 
Barbara Kux zusammen. ZF verfügt über 119 Standorte in 25 Ländern, 
beschäftigt 60 000 Angestellte und erzielte 2007 einen Umsatz von 
umgerechnet 19,3 Mrd Fr. Zum Vergleich: Die GF-Gruppe setzte 
(inklusive der Divisionen Maschinenbau und Rohrleitungssysteme) 2007 
4,49 Mrd Fr. um. Auf der Weltrangliste der Automobilzulieferer 
rangiert die privat gehaltene ZF unter den 15 grössten Unternehmen. 
Per Ende 2007 wies ZF flüssige Mittel in der Höhe von umgerechnet 1,8
Mrd Fr. aus. GF kostet an der Börse derzeit rund 922 Mio Fr.
Swiss-CEO Christoph Franz: "2008 wird trotz allem ein gutes Jahr"
Christoph Franz bewahrt trotz dunklen Wolken am Himmel die Ruhe: 
"2008 wird ein gutes Jahr. Dazu stehe ich nach wie vor", sagte der 
CEO der Swiss kürzlich am Wirtschaftsforum der Flughafenregion 
Zürich. Mit Blick auf die Finanzkrise meinte er: "Ich sehe 
wöchentlich Buchungsrückgänge." Ein unverzichtbares Mittel dagegen 
sei das Umsteigegeschäft via Zürich, dank dem man die ausbleibenden 
Schweizer mit ausländischen Kunden kompensiere. Nun soll die Aktion 
"Der Himmel ist voller günstiger Flüge" den Heimmarkt stimulieren.
Ascom-Präsident Anttila: "Wir kommen bei der Strategieumsetzung 
schnell voran"
Nach Informationen der «Handelszeitung» wollte Siemens die Perle aus 
Ascoms Portfolio, den Bereich Testeinrichtungen für Mobilfunknetze, 
kaufen. Doch VR-Präsident Juhani Anttila erklärt: «Der Bereich Mobile
Test Solutions steht nicht zum Verkauf.» Gerüchten zufolge laufen 
derzeit Gespräche mit einer deutschen Industriegruppe und mit 
Schweizer Investoren über einen möglichen Einstieg bei Ascom. Auf die
Frage, wann denn Ascom weitere Zukäufe tätige, antwortet Anttila: 
"Akquisitionen sind Teil unserer Strategie. Wir schauen systematisch 
weitere Kandidaten an, wobei wir sorgfältig prüfen, ob unsere 
strengen Akquisitionskriterien erfüllt sind." Die Zusammenarbeit 
zwischen dem VR und dem Management funktioniere ausgezeichnet, "wir 
kommen bei der Strategieumsetzung schnell voran".
Stellenabbau: Jetzt auch bei Sal. Oppenheim und Clariden Leu
Die Privatbanken Sal. Oppenheim Schweiz und Clariden Leu bauen 
Arbeitsplätze ab. "Es ist richtig, dass es im Research und Sales im 
Sinne von Kostensenkungsmassnahmen leichte Anpassungen an die 
veränderte Marktsituation gegeben hat", bestätigt Markus Baumgartner,
Mediensprecher von Sal. Oppenheim Schweiz,Informationen der 
"Handelszeitung". Sal. Oppenheim Schweiz sei in diesem Bereich mit 
acht Analysten weiterhin sehr gut aufgestellt. Zuvor bestand das Team
aus rund einem Dutzend Mitarbeitenden. Auch die CS-Tochter Clariden 
Leu hat im November 25 Stellen abgebaut, bestätigt Mediensprecher 
Thomas Ackermann auf Anfrage. Vom Arbeitsplatzabbau betroffen ist der
Bereich «Products and Services», wo rund 400 Mitarbeitende 
beschäftigt sind.
Migros-Industrie-Leiter Walter Huber: "Wir wollen Firmen im 
Ausland kaufen"
Die Migros Industrie, der grösste Nahrungsmittelproduzent der 
Schweiz, ist dieses Jahr um 8% gewachsen. CEO Walter Huber forciert 
die Exportproduktion. Er kauft deshalb Produktionsfirmen im Ausland 
sowie im Inland und will weiter akquirieren. "Wir wollen Firmen im 
Ausland kaufen, wenn sie in die Strategie der Migros Industrie 
passen", sagt er im Interview mit der "Handelszeitung". "Es ist auch 
denkbar, dass wir selber Firmen aufbauen oder mit Unternehmen im 
Ausland zusammenspannen, die in unserem Auftrag produzieren." Im 
Ausland hat  Migros vor kurzem die Molkerei Baiko erworben und im 
Inland den Käsehändler Dörig und die Bündnerfleischtrocknerei Natura.
Arbeitsmarkt: Zehntausende von Jobs sind 2009 in Gefahr
Ökonom Thomas Straubhaar, Leiter des Hamburgischen 
Weltwirtschaftsinstituts, prognostiziert der Schweiz eine 
Arbeitslosenquote von 4% im Jahr 2009. Abgebaut werden allerdings vor
allem Hilfsjobs, die strukturell ohnehin unter Druck kämen. "Es wird 
zwar ein hartes 2009 geben. Es ist aber aus heutiger Sicht 
realistisch, dass 2010 wieder eine Erholung kommt und ein neuer 
Ausbau möglich wird", so Straubhaar in einem Interview in der 
"Handelszeitung". Wegen der längerfristig besseren Aussichten rät der
Ökonom den Firmen, nicht allzustark auf einen Jobabbau zu setzen, 
"damit sie beim nächsten Aufschwung genügend Arbeitskräfte haben."
Schweizer Firmen machen derzeit vor allem mit Stellenstreichungen von
sich reden. Wie eine Umfrage der "Handelszeitung" zeigt, werden in 
der Schweiz auch 2009 zehntausende von Arbeitsplätzen verloren gehen.
"Alle Sektoren der Maschinenindustrie spüren die Abschwächung", sagt 
Johann N. Schneider-Ammann, Präsident des Branchenverbandes Swissmem.
Doch auch andere Branchen warten mit schlechten Aussichten auf, etwa 
der Finanzsektor: «Wenn sich die globale Krise ausdehnt, müssen 
Schweizer Banken mehr Stellen abbauen», sagt Thomas Sutter von der 
Schweizerischen Bankiervereinigung. Düster präsentiert sich der 
Ausblick für die Baubranche. Sie wird im Jahr 2009 zwischen 5000 und 
6000 Stellen verlieren, befürchtet Werner Messmer, Präsident des 
Schweizerischen Baumeisterverbands.
Comet-Chef Roland Zarkse: "Wir werden uns den Zielwerten eher von 
unten nähern"
Noch ist der Chef des Röntgensystemeherstellers Comet zuversichtlich 
und spürt die Finanzkrise kaum. Doch es gibt Anzeichen, dass es 
nächstes Jahr nicht einfach wird. Mit einer konservativen Planung und
Produktivitätssteigerungen will der Comet-CEO die härteren Zeiten 
bewältigen, sagt er im Interview mit der "Handelszeitung".
BFW Liegenschaften AG: Streit um die Einheitsaktie
Die BFW Liegenschaften AG hat seit ihrer Einführung an der Zürcher 
Börse im Juni 2007 mehr als die Hälfte ihres Werts verloren. 
Investoren fordern nun die Einführung der Mehrheitsaktie und damit 
die Entmachtung des Firmengründers Beat Frischknecht. Zwar sandte das
Management kürzlich Signale aus, dass es in dieser Frage Bewegung 
gebe. Doch nun erklärt Beat Frischknecht gegenüber der 
"Handelszeitung", er wolle seine knapp 52 prozentige Mehrheit an der 
BFW behalten. "Wenn wir unsere heutige Strategie weiterführen wollen,
haben wir keine andere Möglichkeit", erklärt er. Die BFW kauft 
Wohnliegenschaften in der Schweiz und muss gemäss Lex Koller 
nachweisen, dass sie mehrheitlich in Schweizer Besitz ist. Mit einer 
Einheitsaktie ist dieser Nachweis kaum zu erbringen, so Frischknecht 
gegenüber der "Handelszeitung".
Spendenmarkt: Warum Private wie Swiss-Re-Präsident Peter 
Forstmoser jetzt mehr als üblich spenden
Die elf grössten Schweizer Hilfswerke nehmen dieses Jahr trotz 
Finanzkrise deutlich mehr Spenden ein, wie eine Umfrage der 
"Handelszeitung" zeigt. Die Solidarität mit den Benachteiligten 
steigt, wenn es der Wirtschaft schlechter geht. Das trifft auch auf 
Swiss-Re-Verwaltungsratspräsident Peter Forstmoser zu: "Selber bin 
ich beim Einkommen von der Finanzkrise nicht betroffen und ich habe 
das Gefühl, eher mehr machen zu müssen als üblich."
Dividendenrunde: Rund die Hälfte der SPI-Firmen kürzt die 
Dividende
Nicht nur die Kursverluste, sondern auch die Abschwächung der 
Realwirtschaft schlägt auf die Aktienwerte durch: Wegen sinkender 
Gewinnchancen könnten 50% der Unternehmen am breiten Swiss 
Performance Index (SPI) ihre Ausschüttungen reduzieren, sagt 
Panagiotis Spiliopoulos, Head of Research bei der Privatbank 
Vontobel. Besonders betroffen sind Banken und Versicherer. 30% der 
Firmen könnten ihre Dividenden halten, 20% dürften erhöhen, so 
Spiliopoulos.
Nachhaltiges Wirtschaften für KMU: Netzwerk fördert 
Erfahrungsaustausch
Nachhaltigkeit für die Schweizer KMU-Landschaft: Das ist das Ziel von
Öbu. Das Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften in der Schweiz, ist 
Think Tank für Umwelt-, Sozial- und Management-Themen. Öbu realisiert
unternehmensspezifische und wirtschaftspolitische Projekte und 
fördert den Erfahrungsaustausch zwischen den 330 Mitgliedern. Diese 
können sich von Experten beraten lassen und lernen Modellfirmen 
kennen, die sensibilisieren für ökologisch-ökonomische Themen und 
Vorbilder darstellen für nachhaltiges Wirtschaften.
Im nächsten Februar wird Öbu eine Informationsplattform aufschalten, 
die alle relevanten Informationen zur Energie- und 
Ressourceneffizienz enthält und den Unternehmen zudem einen 
Effizienzcheck bieten wird. (hz)
Prokrastination: Aufschieben statt sofort erledigen
Wir alle neigen hin und wieder dazu, etwas vor uns herzuschieben. 
Laut einer kanadischen Untersuchung schieben 14%  der weltweit 
Befragten Arbeiten auf, weil sie dadurch einen besonderen «Kick» 
bekommen. Sie arbeiten im «Panikmodus»: Alles auf den letzten Drücker
- und sie geniessen es. 15% hingegen tun es, um unangenehme Gefühle 
zu vermeiden, die mit der Aufgabe verbunden sind - Angst 
beispielsweise. Wer chronisch Unangenehmes nicht erledigt, sich 
akribisch um Nebensächliches kümmert und die eigentlichen Aufgaben 
vernachlässigt, leidet eventuell an einer psychischen Störung, die es
zu behandeln gilt.

Kontakt:

Nähere Auskunft erteilt Ihnen gerne Martin Spieler, Chefredaktor
"Handelszeitung", Tel. 043 444 59 00.

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