Alle Storys
Folgen
Keine Story von Fürstentum Liechtenstein mehr verpassen.

Fürstentum Liechtenstein

Jahrestagung der Entwicklungsbank des Europarats

Vaduz (ots)

Die Entwicklungsbank des Europarates wurde 1956 von
acht Europaratsstaaten unter dem Namen «Wiedereingliederungsfonds des
Europarats» gegründet, später in «Sozialentwicklungsfonds» umbenannt
und 1999 erhielt sie die heutige Bezeichnung. Liechtenstein trat der
Bank bereits 1976, also zwei Jahre vor seiner Aufnahme in den
Europarat, bei.
Auch auf der diesjährigen Jahrestagung der Bank am 17. und 18.
Juni in San Marino wurde Liechtenstein durch seinen Ständigen
Vertreter beim Europarat, Botschafter Josef Wolf, vertreten,
allerdings zum letzten Mal, da Botschafter Wolf Strassburg und den
Europarat in Kürze verlassen wird.
An der Bank beteiligen sich derzeit 35 Staaten (gegenüber 21 im
Jahre 1992). Ihrer Natur nach ist die Bank ein so genanntes
Teilabkommen des Europarats. Die Bank ist der politischen Oberhoheit
des Europarats unterstellt, besitzt aber eigene Rechtspersönlichkeit
und ist finanziell völlig autonom. Sekretariatssitz ist Strassburg,
die operationellen Dienste sind jedoch in Paris angesiedelt.
An der Spitze der Bank stehen ein Gouverneur sowie die
Vorsitzenden der beiden Leitungsorgane, des Direktionsausschusses
(Governing Board) und des Verwaltungsrats (Administrative Council).
Jedes beteiligte Land entsendet je einen Vertreter in jedes dieser
beiden Gremien. Botschafter Wolf vertritt Liechtenstein in beiden
Gremien.
Die Entwicklungsbank hat ein von den Mitgliedsstaaten gezeichnetes
Kapital in Höhe von 3'003'828'000 Euro (2001) und - jederzeit
verfügbare - Eigenmittel (Reserven, liberiertes Kapital) in Höhe von
1'293 Millionen Euro (2001). Die Mitgliedsstaaten beteiligen sich,
indem sie Anteilsscheine zeichnen.
Für ihre längerfristigen Vorhaben geniesst die Bank die
höchstmögliche Einstufung der Kreditwürdigkeit, nämlich die Wertung
«AAA» bzw. «Aaa» von den drei führenden Agenturen (Standard & Poor's,
Fitch IBCA und Moody's).
Die Bank gewährt für genau umrissene Vorhaben Darlehen. Empfänger
sind entweder die Mitgliedsstaaten oder einzelne
Gebietskörperschaften oder Finanzinstitute. Erste Priorität kommt
gemäss Statuten der Flüchtlingshilfe zu (z.B. Rückkehr von
Kriegsflüchtlingen nach Südosteuropa oder Wohnungsbau für ehemalige
Deportierte in Litauen). Die zweite Priorität der Bank ist die Hilfe
bei der Behebung der Folgen von Natur- und Umweltkatastrophen (im
Jahre 2001 25,5 % des Darlehensvolumens). Neben den bereits genannten
Prioritäten verfolgt die Bank auch Zielsetzungen im sozialen Bereich,
z.B.:
- Förderung von sozialem Wohnungsbau (23,9 %) 
   - Verbesserung der Infrastruktur in 
     städtischen Problemvierteln (6,6 %) 
   - Gesundheitswesen (8,6 %) 
   - Bildungswesen (16 %) 
   - Schaffung von Arbeitsplätzen (11,5 %) usw.
2001 betrug das gesamte Darlehensvolumen 1'664 Millionen Euro. Der
Jahresüberschuss in Höhe von 88,3 Millionen Euro wurde wie folgt
verteilt: 85 Millionen Euro in die Reserven sowie 3,3 Millionen Euro
in das so genanante Selektive Treuhandkonto, aus dem Zinssubventionen
oder ausnahmsweise Zuschüsse für prioritäre Projekte in besonders
bedürftigen Mitgliedsstaaten finanziert werden.
Man kann sagen, dass die Entwicklungsbank des Europarates die
älteste europäische Finanzeinrichtung ist. Vielleicht ist sie deshalb
weniger bekannt als die Weltbank oder die Europäische Bank für
Wiederaufbau und Entwicklung (BERD), weil sie früher als Fonds in
Erscheinung trat. Für Liechtenstein war und ist die Entwicklungsbank
des Europarates von besonderem Interesse, denn der Beitritt zur Bank
übte beim Aufnahmegesuch in den Europarat einen positiven Einfluss
aus und zweitens wird das Mitwirken in dieser Finanzinstitution auch
von den übrigen Staaten als ein Akt europäischer Solidarität von
Seiten Liechtensteins angesehen.

Kontakt:

Presse- und Informationsamt
des Fürstentums Liechtenstein (pafl)
Tel. +423/236'67'22
Fax +423/236'64'60
Internet: http://www.presseamt.li

Nr. 340

Weitere Storys: Fürstentum Liechtenstein
Weitere Storys: Fürstentum Liechtenstein
  • 05.07.2002 – 15:56

    Arbeitsbesuch von Regierungsrat Ernst Walch in Lettland und Litauen am 1. und 2. Juli 2002

    Vaduz (ots) - Die Arbeitsbesuche von Regierungsrat Ernst Walch in Lettland und Litauen am 1. und 2. Juli gehen auf die enge Zusammenarbeit im Rahmen des Europarates zurück. Lettland hatte vor Liechtenstein den Vorsitz im Ministerkomitee des Europarates, Litauen nachher. Das vierte sogenannte L-Land übt momentan den Vorsitz aus, nämlich Luxemburg. Die vier ...

  • 05.07.2002 – 11:24

    Ernennung zum Feuerwehrinstruktor

    Vaduz (ots) - Am Instruktorenkurs I des Schweizer Feuerwehrverbandes, welcher dieses Jahr vom 10. bis 15. Juni in Romont (Kanton Fribourg) stattfand, hat der Feuerwehroffizier André Ogg aus Triesen den Fähigkeitsausweis zur Instruktion im allgemeinen Feuerwehrdienst erhalten. Diesem Ausbildungsabschluss ging eine lange Vorbereitungszeit voraus, welche viel Motivation und Ausdauer verlangte. Auf Einladung von Regierungsrat Alois Ospelt (Ressortinhaber Inneres) konnte ...

  • 04.07.2002 – 15:05

    Neubau Aukreisel Vaduz abgeschlossen

    Vaduz (ots) - Nachdem bereits in den Achtzigerjahren die Verkehrsbelastung der Aukreuzung sowohl in der Bevölkerung wie auch bei den Gemeinde- und Landesbehörden immer wieder zu Diskussionen führte, erteilte das Tiefbauamt bereits im Jahre 1989 den Auftrag, die Machbarkeit eines Kreisel an der Aukreuzung zu untersuchen. Auf Basis dieser Machbarkeitsstudie wurde ein Vorprojekt der Bestvariante einer Kreiselanlage mit ...