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Suizide mit Schusswaffen - proTELL nimmt Stellung

01.09.2008 – 08:05 

Bern (ots) -

Anfang August berichteten verschiedene Printmedien
über eine Studie der EAAD ( European Alliance Against Depression ).
Bei den männlichen Jugendlichen der Altersgruppe 15 bis 24 Jahre
steht die Schweiz bei der Gesamtzahl der Selbstmorde mit einer Rate
von 18.1 pro 100'000 Einwohner an achter Stelle von 11 Ländern, weist
aber leider mit einem Anteil der Schusswaffen von 43.6% die höchste
Quote auf. Auf Bevölkerungszahl und Geschlecht der Altersgruppe
berechnet, ergibt dies jährlich 95 Selbstötungen mit Schusswaffen
Mit Schlagzeilen wie "Aufbewahrung der Armeewaffe zu Hause ist ein
Grund für die hohe Selbstmordrate von Jugendlichen" erweckt man nun
den falschen Eindruck, die Dienstwaffen der Armee seien ein
wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Grund für diese hohe Rate.
Die Studie erfasst die Schusswaffen als Ganzes und unterscheidet
nicht zwischen Dienstwaffen der Armee und Armeewaffen in
Privatbesitz. An den insgesamt in schweizerischen Haushalten
vorhandenen 1.6 Millionen Armeewaffen beträgt der Anteil der
Dienstwaffen rund 18%. Die 15-19 jährigen Schweizer haben gar keine
Dienstwaffen zu Hause und der Anteil der Dienstwaffen an den
Schusswaffensuiziden beträgt gemäss anderen Studien nur 20%. Das
heisst, mit einem Rückzug aller 280'000 Dienstwaffen in die
Zeughäuser würden in dieser Altersgruppe theoretisch jährlich 4-6 von
95 Selbstmorden verhindert, sofern diese Menschen nicht einfach einen
andern Weg wählen.
Lesen Sie unter www.protell.ch unter Aktuelles, was in Sachen
Selbstmorde von Jugendlichen und Armeewaffen wirklich Sache ist!

Kontakt:

Willy Pfund a/NR
Präsident proTELL
Tel.: +41/61/703'04'77
Mobile: +41/79/645'02'20