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Sprachzeitung zur EM: "Ein Löw statt Three Lions"

17.06.2008 – 11:10 

Erlangen (ots) -

Zur Halbzeit der Fußball-Europameisterschaft
kommentiert der Chefredakteur der Zeitschrift "Deutsche Sprachwelt", 
Thomas Paulwitz, das Sprachgebaren der Deutschen:
Der Sieg der deutschen Mannschaft gegen Österreich bedeutet, daß 
England aus dem Turnier ausscheiden muß. Genauer gesagt: die 
englische Sprache. Das Motto muß nun heißen: "Ein Löw statt Three 
Lions". Hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der 
Europameisterschaft den deutschen Nationalspielern noch "im Namen 
aller" auf englisch "Good luck" gewünscht, und hatte 
DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach über die "Mission impossible, 
dieses Ticketing zu handeln", geklagt, so wurde in der 
Mannschaftssitzung nach der Niederlage gegen Kroatien wieder deutsch 
geredet. Denn Deutsch ist die Sprache, in der sich die Deutschen 
untereinander verständigen müssen, wenn es wirklich um etwas geht, 
damit Mißverständnisse ausgeschlossen sind.
Bundestrainer Joachim Löw hatte seine Spieler nach dem siegreichen
Spiel gegen Polen gemäß seinen Worten "down to earth" bringen wollen.
Das hatten die deutschen Nationalspieler offenbar nicht klar genug 
verstanden, denn Kroatien gewann das Spiel. Nun fanden sie nach einer
von Michael Ballack geleiteten Mannschaftssitzung, die deutsch und 
deutlich in "Fußballersprache" abgehalten wurde, zum Erfolg zurück. 
"Wir haben alles auf den Tisch gepackt und uns auch in der 
Fußballersprache gesagt, was einem nicht paßt", sagte Ballack. Das 
wurde verstanden, wie das Spiel gegen Österreich zeigte.
Auch außerhalb des Platzes verhindert die deutsche Sprache 
Ideenlosigkeit. "Public Viewing" ist nicht wegen des regnerischen 
Wetters auf dem Rückzug. Zahlreiche Wortfindungswettbewerbe in den 
Medien zeigten die Sehnsucht nach deutschen Entsprechungen und regten
zum schöpferischen Sprachspiel an. "Fußballkino" oder "Rudelgucken" 
zeigen die Lebendigkeit der deutschen Sprache. Diese sollte auch im 
einfallslosen Herzogenaurach gebraucht werden, wo man auf Wunsch des 
Puma-Vorstandsvorsitzenden Jochen Zeitz eine Straße "Puma Way" 
getauft hat. Das Turnier um die deutsche Sprache ist also noch längst
nicht gewonnen.
Pressemitteilung: 
http://www.deutsche-sprachwelt.de/berichte/pm-2008-06-17.shtml
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Thomas Paulwitz
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