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Gesundheit: Sozial ausgegrenzt - psychisch krank

23.09.2010 – 15:40 

Bern (ots) -

Soziale Ausgrenzung kann psychisch krank machen.
Umgekehrt werden psychisch belastete Menschen oft stigmatisiert und 
ausgegrenzt. Dieser Problematik
widmete sich die achte nationale Fachtagung des Schweizerischen Roten
Kreuzes (SRK) vom 23. September 2010 in Bern. Sie leistete damit 
einen Beitrag zum
Europäischen Jahr gegen soziale Ausgrenzung und Armut.
Auch in der Schweiz, einem der reichsten Länder, werden tagtäglich
bestimmte Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt. Dazu gehören Migranten und
Migrantinnen, ältere Menschen
mit tiefen Einkommen, ausgesteuerte Arbeitslose und nicht zuletzt 
psychisch Kranke. In der Gesellschaft lässt sich ein wachsender 
Graben beobachten: Der eine
Teil der Bevölkerung ist gesund und privilegiert, während der andere 
kränker und ärmer wird.
Ein Grund für die Ausgrenzung psychisch kranker Menschen ist die 
gesellschaftliche Stigmatisation und ihre Folgen. Als vom 
Arbeitsmarkt Ausgegrenzte schlittern psychisch
kranke Personen nicht selten in die Armut. Allgemein leiden Menschen,
die psychisch belastet sind, eben so sehr an der Stigmatisierung 
ihrer Krankheit wie an ihrer
eigentlichen Krankheit. Bei älteren Menschen verstärkt die 
Wechselwirkung von Verlusterfahrungen (Gesundheit, Beziehungsnetz) 
und Schicksalsschlägen das Risiko, an
einer Depression zu erkranken.
Kritisiert wurde, dass heute nicht genügend Ressourcen unseres 
Gesundheitssystems für die Bekämpfung psychischer Auffälligkeiten zur
Verfügung stehen. Ängste und
Depressionen werden zu wenig ernst genommen und oft nicht adäquat 
behandelt. Das gilt besonders für Jugendliche. Die rechtzeitige 
Behandlung von psychischer Erkrankung
wäre jedoch ein wesentlicher Hebel zur Armutsprävention. Solange die 
politischen Entscheidungsträger nicht ernsthaft bereit sind, 
psychisch Kranke mit körperlich
Kranken gleichzustellen, bleibt die Stigmatisation dieser Menschen 
eine kaum überwindbare Hürde für ihre Reintegration.
Betont wurde, dass Reintegration und Rehabilitation von psychisch 
kranken Menschen möglich sind, dass es dafür aber häufig Jahre 
braucht. Wichtig ist die Bereitstellung
einer Arbeitsumgebung, die auf psychisch Kranke Rücksicht nimmt. Ein 
weiteres Mittel ist individuelles Coaching.
Das SRK setzt sich dafür ein, dass die Gesundheit von 
benachteiligten Menschen erhalten, wiederhergestellt und gefördert 
wird und ihre gesellschaftliche Integration unterstützt
wird.

Kontakt:

Weitere Informationen:

Heinz Heer, Verantwortlicher Kommunikation Gesundheit und Integration
SRK, heinz.heer@redcross.ch, Telefon 031 960 75 28 / 079 689 69 00

Hildegard Hungerbühler, Tagungsverantwortliche,
hildegard.hungerbuehler@redcross.ch, Telefon 031 960 75 29 / 079 546
18 30.

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