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Erwerbslosigkeit: Die Jugend ist besonders betroffen – Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH reagiert

21.11.2002 – 17:09 
Zürich (ots9 - Über 110'000 Menschen sind in der Schweiz
erwerbslos. Und: vermehrt befinden sich gut Qualifizierte sowie Junge
auf Stellensuche. Mit 14,3 Prozent verzeichneten die 20- bis
24-Jährigen gegenüber dem Vormonat September die markanteste Zunahme
bei den registrierten Erwerbslosen. Dies sind die neusten Zahlen des
Staatssekretariats für Wirtschaft (seco).
Das SAH ist gerade angesichts der wachsenden
Jugendarbeitslosigkeit gefordert. Speziell an Jugendliche richten
sich die SAH-Projekte BOA (Bildung, Orientierung und Arbeit) in
Schaffhausen und SEMO (semestre de motivation) in Sion und in Vevey.
Sie haben die Integration von Jugendlichen in die Arbeitswelt zum
Ziel. Es handelt sich um Junge, die nach dem Schulabgang keine
Lehrstelle gefunden oder ihre Ausbildung abgebrochen haben. Die
Arbeits- oder Sozialämter vermitteln diese in die ein halbes Jahr
dauernden SAH-Programme.
Im BOA Schaffhausen, welches anfangs September 2002 startete,
werden zurzeit 19 Arbeitssuchende im Alter von 16- bis 25 Jahren
mittels Bildungskursen, individuellen Beratungen und Vermittlung von
handwerklichen Fähigkeiten unterstützt. „Drei Jugendliche konnten wir
bereits im Arbeitsmarkt platzieren“, zeigt sich der
Projekt-Verantwortliche Markus Plüss zufrieden. „Ab Dezember wird das
SAH Schaffhausen bereits 30 Teilnehmende betreuen. Die Nachfrage für
das Arbeitsintegrationsprojekt steigt mit dem Druck des
Arbeitsmarkts.“
Steigende Nachfrage auch bei den „semestres de motivation“ für 15-
bis 20-Jährige in Vevey und Sion. Eloi Constantin von der
SAH-Regionalstelle Wallis bestätigt: „Das SEMO Sion wies 2001 noch 14
Teilnehmende auf. Jetzt sind es 20 Jugendliche und weitere 20 sind
auf der Warteliste.“ Das Projekt selbst ist seit seiner Initiierung
1997 erfolgreich. Für 75 bis 95 Prozent aller Programm-Besucherinnen
und -Besucher konnte eine Lehrstelle gefunden werden.
Vor dem Hintergrund der steigenden Arbeitslosenzahl wäre auch die
Revision der Arbeitslosenversicherung verheerend. Mit der
Verlängerung der Beitragszeit von heute 6 auf künftig 12 Monate wird
der Versicherungsschutz im ersten Anstellungsjahr aufgehoben. Die
Jungen wären davon besonders stark betroffen. Geschätzte 14 Prozent
der 20- bis 29-Jährigen würden bei erstmaliger Erwerbslosigkeit nicht
mehr von der Arbeitslosenversicherung aufgefangen, sondern direkt von
der Fürsorge abhängig, da sie die erforderliche Beitragszeit noch
nicht erreicht haben.
Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH leistet mittels
zahlreichen Projekten im In- und Ausland einen aktiven Beitrag für
eine sozial, politisch sowie ökonomisch gerechtere Gesellschaft und
unterstützt Menschen darin, sich ein Leben in Würde und Sicherheit
aufzubauen. Gründer- und Trägerorganisationen des SAH sind SP und
Gewerkschaften.
Spenden-Konto SAH: 80-188-1

Kontakt:

Stefan Gisler
Medienbeauftragter
Tel. +41/1/444'19'23
mailto: stefan.gisler@sah.ch
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