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Das SAH hat neuen Tritt gefasst

01.07.2001 – 15:41 

Zürich (ots) -

Im Anschluss an seine Delegiertenversammlung vom
29. Juni 2001 lud das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH zur
Jahres-Medienkonferenz und präsentierte seine Jahresrechnung 2000
samt Jahresbericht.
Die Jahresrechnung 2000 des SAH aus Betrieb und Nebenbetrieb
schliesst mit einem Verlust von CHF 1'118'272.34. Das negative
Ergebnis hat seinen Grund in der erst verzögert wirksamen Personal-
und Strukturanpassung in Folge des Rückgangs der
Erwerbslosen-Programme. Zudem konnten die Erträge im neu aufgebauten
institutionellen Fundraising nicht im erwarteten Umfang realisiert
werden.
In den vergangenen zwei Jahren hatte das SAH eine Krise zu
bewältigen, die noch nicht völlig überwunden ist. Trotzdem scheint
die Talsohle gemäss SAH-Präsidentin Regine Aeppli durchschritten und
macht sich in der Organisation vorsichtiger Optimismus breit. Mit ab
1. Januar 2000 neu organisierten regionalen Zentren und einer
schlankeren zentralen Struktur sind die Weichen neu gestellt: Im
Zentrum steht die Konsolidierung der Projekte für Ausgesteuerte und
schwer vermittelbare Erwerbslose. Im Bereich Migration liegt der
Schwerpunkt auf Integrationsprogrammen. Im internationalen Bereich
ist erneut eine Ausweitung der Programme in der
Entwicklungszusammenarbeit sowie der Humanitären Hilfe geplant.
Die neue Geschäftsführerin des SAH, Brigitte Steimen Grandl,
verwendet das Bild einer Baustelle, wenn sie über die gegenwärtige
Situation des SAH spricht. Der nach wie vor unbefriedigenden
finanziellen Situation will sie mit einem weiteren Ausbau der
Controlling-Instrumente zu Leibe rücken. Zudem sollen bei der
Budgetvorbereitung für das nächste Jahr weitere Potenziale für
Kostenersparnisse und Etragssteigerungen gefunden werden. Dazu wird
sie mit der Geschäftsleitung eine umfassende Standortbestimmung
vornehmen.
Zwei positive Beispiele erfolgreicher Projektarbeit präsentierten
die SAH-Koordinatorin in Nicaragua, Carmen Ayón und der
SAH-Koordinator in Burkina Faso, Paul Taryam Ilboudo.
In Nicaragua entstand im Zuge der Wiederaufbauarbeit nach dem
Wirbelsturm Mitch im Jahre 1998 die Vereinigung kleinbäuerlicher
KaffeeproduzentInnen, CECOCAFEN, der 2000 Mitglieder angehören. Das
SAH unterstützt 780 von ihnen. Innerhalb von zwei Jahren gelang es
ihnen, die Kaffeeproduktion mehr als zu verdoppeln - bei steigendem
Anteil aus biologischem Anbau.
Von besonderem Interesse aus Schweizer Sicht ist das erfolgreiche
Experiment der zweisprachigen Schule in Burkina Faso. Anders als die
herkömmliche in Französisch geführte Volksschule, gibt die
alternative Schule einer der Muttersprachen den Vorzug und kommt
Französisch erst an zweiter Stelle. Der ganzheitliche Ansatz, der
auch Aktivitäten zur Stärkung der lokalen Ökonomie und kulturellen
Lebensweise (Landwirtschaft, Tierhaltung, einheimische Kultur)
einbezieht, führt dazu, dass die Kinder lernfreudiger sind. Die
Eltern werden bei der Gestaltung des Unterrichts einbezogen und
stehen der Schule bejahend gegenüber. Unterstützt vom SAH und der
holländischen Regierung wurde die alternative Schule in
Zusammenarbeit mit dem Erziehungsministerium inzwischen weiter
ausgebaut.

Kontakt:

Schweizerisches Arbeiterhilfswerk SAH
Marianne Roth
Quellenstrasse 31
8031 Zürich
Tel.: +41 (0)1 444 19 44
Fax: +41 (0)1 444 19 90
E-Mail: marianneroth@sah.ch