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Liberia: World Vision befürchtet verheerendes Machtvakuum

11.07.2003 – 09:16 

Dübendorf/Monrovia (ots) -

Sollte Liberias Staatspräsident Charles
Taylor wie gefordert über Nacht zurücktreten und fliehen, droht das
Land im Chaos zu versinken, warnt Daniel Bärtschi, Programmleiter der
Hilfsorganisation World Vision Schweiz. Er verweist auf die Situation
in Somalia 1992. Damals fiel die Hauptstadt Mogadischu in die Hände
von bewaffneten Banden. In der Folge gelang es nicht einmal den
UN-Truppen, die Lage zu kontrollieren.
"Wenn Taylor ins Exil geht, bevor eine militärische Eingreiftruppe
im Land ist, gibt's in Monrovia den totalen Kollaps", befürchtet
Bärtschi. Taylors Soldaten haben schon seit Wochen keinen Sold mehr
erhalten. Bei einem politischen Machtvakuum würden sie sich einfach
holen, was sie noch können, so Bärtschi.
Unterdessen präsentiert sich die humanitäre Situation in Monrovia
noch immer instabil. Zurzeit arbeiten noch 25 einheimische World
Vision-Mitarbeiter in der liberianischen Hauptstadt. Nach Angaben von
World Vision Liberia befinden sich rund 300'000 Flüchtlinge in der
Hauptstadt. Rund 60'000 Vertriebene versuchen, im Samuel K. Doe-
Stadion Zuflucht zu finden. Andere übernachten in Schulen, Spitälern
oder im Freien. Der Mangel an ausreichender Hygiene und sauberem
Wasser wird zu einem immer grösseren Problem. Choleraerkrankungen
nehmen rapide zu. Die Ärzte im John F. Kennedy-Spital sind an ihren
Grenzen angelangt.
In dieser Situation verstärkt World Vision seine Hilfe. In
Zusammenarbeit mit dem UNO-Welternährungsprogramm (WFP) verteilen
Mitarbeiter schon seit Jahresbeginn dringend benötigte Nahrungsmittel
an die Vertriebenen. Zusätzlich nahm World Vision eine Impfaktion ins
Gesundheitsprogramm auf. Im Rahmen der Aktion wurden bisher mehr als
2'000 Frauen im gebärfähigen Alter gegen Tetanus geimpft. Das
Gesundheitsprogramm startete vor rund drei Wochen. Fast 6'000 Kinder
wurden seither gegen Masern geimpft.
Der Schutz der Vertriebenen ist ein zentrales Anliegen von World
Vision. Deshalb befürwortet World Vision Schweiz die Überlegungen,
Schutzzonen für Flüchtlinge nahe Monrovia einzurichten. Ausserdem
sollte eine internationale Übergangsverwaltung nach Vorbild von
Osttimor die wichtigen politischen Strukturen sicherstellen. "Unter
Kontrolle der UNO sollten Polizei, Verwaltung und Staatsapparat
wieder errichtet werden", präzisiert Bärtschi. Eine Rolle für die
Rebellengruppen in Liberia sieht er dabei kaum: "Lurd und Model sind
Gangsterbanden."
Spendenkonto World Vision Schweiz: PC 80-142-0

Kontakt:

Daniel Schindler
Öffentlichkeitsarbeit
World Vision Schweiz
E-Mail: d.schindler@worldvision.ch,
Telefon: +41 (1) 802 30 26