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Gotthard-Tunnel: Sicherheit hat Vorrang

17.12.2010 – 14:54 

Bern (ots) -

Der Bericht des Bundesrates über die Sanierung des
Gotthard-Strassentunnels offenbart das Fehlen einer Vision unserer 
Behörden bezüglich des Strassenverkehrs. Obwohl die Notwendigkeit der
Sanierung des Strassentunnel seit über 10 Jahren bekannt ist, 
schlagen die Behörden vor den Tunnel während rund 900 Tagen komplett 
zu schliessen, und dies ohne eine wirkliche Alternative anzubieten. 
Der TCS verlangt, dass die Sicherheit der in- und ausländischen 
Strassenbenutzer als massgebendes Kriterium für die Beschlussfassung 
herangezogen wird und die regionalen, nationalen und internationalen 
Interessen berücksichtigt werden.
Der Bundesrat präsentiert mit seinem Sanierungsbericht eine 
gesalzene Rechnung, die primär vom Tessin, der Zentralschweiz, 
Graubünden und dem Wallis zu begleichen sein wird. Es ist in erster 
Linie der Leichtfertigkeit der Behörden bei der Infrastrukturplanung 
zu verdanken, dass heute vom Bundesrat dieses Chaos präsentiert wird:
an rund 900 Tagen soll zwischen 2020 und 2025 der einzige 
Strassentunnel zwischen dem Tessin und der übrigen Schweiz komplett 
geschlossen werden. Ausserdem sind die vorgeschlagenen 
Begleitmassnahmen, wie der Autoverlad auf der Schiene, ungenügend. 
Sie erlauben es nicht, das erhöhte Verkehrsaufkommen namentlich 
während den Ferienzeiten und den verlängerten Wochenenden zu 
bewältigen. In der Tat wird die geltend gemachte Kapazität von 600 
Fahrzeugen pro Stunde und Richtung (8 Minutentakt) an fast 100 Tagen 
nicht ausreichen, um die erwarteten Frequenzen von 900 Fahrzeugen pro
Stunde zu bewältigen (gemäss Erhebung aus dem Jahr 2007). Staus, 
Zunahme der Luftverschmutzung und Unfälle sind auf dieser 
internationalen Achse schon jetzt vorprogrammiert!
Die Sicherheit muss daher das massgebende Kriterium für einen 
Entscheid betreffend Gotthard sein. Der TCS erinnert daran, dass nur 
eine zweite Tunnelröhre eine optimale Sicherheit garantieren kann, um
in Zukunft Katastrophen, wie die im Mont-Blanc-Tunnel (1999) und im 
Gotthard (2001) zu verhindern. Im Übrigen werden heute bei den 
NEAT-Tunnels höhere Sicherheitsstandards angewandt als bei den 
Strassentunnels. Dies obwohl die Strassenbenutzer einem 
vergleichsweise höheren Risiko ausgesetzt sind. Die Benützung zweier 
richtungsgetrennter, einspuriger befahrener Röhren führt im Vergleich
zu heute zudem zu keiner zusätzlichen Transitkapazität und 
respektiert somit die Bundesverfassung.
Der TCS hat im Rahmen von Investitionsvorhaben des Bundes immer 
den Bau einer solchen Infrastruktur am Gotthard unterstützt, und zwar
hauptsächlich aus Sicherheitsgründen. Wie die Resultate von zwei 
Volksabstimmungen zu diesen Themen zeigen, hat der Bau einer zweiten 
Gotthardröhre vor der Sanierung des existierenden Tunnels durchaus 
eine Chance auf Erfolg, insbesondere wenn die direktbetroffenen 
Regionen, namentlich das Tessin und der Kanton Uri, dieses Bauwerk 
vorbehaltlos unterstützen.

Kontakt:

Stephan Müller, Mediensprecher TCS, 031 380 11 44, 079 302 16 36,
smueller@tcs.ch

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