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Eskalation im Nahen Osten: HEKS leistet Nothilfe

 
 Quelle: HEKS - Hilfswerke der Evang. Kirche / EPER - L'Entraide Protestante Suisse
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Verteilung von Notunterkunfts-, Bettwäsche-und Küchen-Sets in Gaza. ©MA'AN/HEKS/EPER

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17.04.2026 – 12:00  HEKS - Hilfswerke der Evang. Kirche / EPER - L'Entraide Protestante Suisse    [newsroom]

Seit März 2026 eskalieren die Kämpfe zwischen Israel und der Hizbullah im Libanon und trotz der jetzt gültigen Waffenruhe ist die Situation der Zivilbevölkerung weiterhin dramatisch. Auch in Gaza und dem Westjordanland bleibt die humanitäre Lage prekär. HEKS ist weiterhin vor Ort und leistet Nothilfe für die am stärksten Betroffenen. Doch ohne politische Lösungen und globale Solidarität wird die Not weiter steigen. Auch die Schweiz muss jetzt handeln.

HEKS ist seit Jahrzehnten in der Region tätig und mit Büros in Damaskus, Beirut, Jerusalem und Gaza präsent. Gerne können wir Ihnen ein Gespräch mit Dima Wehbi in Beirut oder Hakam Awad in Jerusalem vermitteln.

Bilanz der Gewalt ist erschütternd

Die aktuelle Eskalation der Gewalt im Nahen Osten – insbesondere die jüngsten Angriffe Israels auf den Libanon – hat die dramatische humanitäre Krise noch weiter verschärft. Obwohl seit gestern eine brüchige Waffenruhe in Kraft ist, bleiben die Folgen verheerend: Die Vertreibung über einer Million Menschen, die hohen zivilen Opferzahlen und die Zerstörung ziviler Infrastruktur verstossen gegen humanitäres Völkerrecht.

Die Bilanz der Gewalt ist erschütternd: Im Libanon allein sind über 2000 Tote und über 6900 Verletzte zu beklagen. Die israelische Armee hat ganze Dörfer im Südlibanon zerstört. Die Lage ist prekär: Menschen schlafen im Freien, Notunterkünfte sind überfüllt, und es fehlt an Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung.

HEKS im Libanon

HEKS ist seit Jahren mit seiner Partnerorganisation «Association Najdeh» im am stärksten betroffenen Gebiet südlich des Litani-Flusses aktiv – insbesondere im Umfeld von palästinensischen Geflüchtetenlagern. So konntein der aktuellen Krise rasch Nothilfe geleistet werden: Etwa 1400 Familien, die neu in den Geflüchtetenlagern Zuflucht suchen, erhalten eine finanzielle Unterstützung. Im Mai werden dann nochmals besonders schutzbedürftige Haushalte (alleinstehende Mütter, ältere Menschen, Haushalte mit Menschen mit Behinderung) mit einer zweiten Zahlung unterstützt. Damit können die Menschen flexibel auf ihre individuelle Notlage reagieren und das Nötigste zum Überleben besorgen.

Zudem verteilt unsere langjährige Partnerorganisation, die Vereinigung der Armenischen Evangelischen Kirchen im Nahen Osten, in Beirut Gutscheine an 150 vertriebene Familien und unterstützt Schüler:innen, deren Eltern durch den Krieg ihr Einkommen verloren haben, bei der Begleichung der Schulgebühren.

Nothilfe auch im Gazastreifen und Westjordanland

Im Gazastreifen kommt es trotz des brüchigen Waffenstillstands weiterhin zu Gewalt gegen Zivilist:innen. Der Zugang für Hilfslieferungen ist nach wie vor unzureichend und die politische Blockade verschärft die Not der Bevölkerung. Im Westjordanland hat sich die Siedlergewalt in den vergangenen Jahren weiter zugespitzt. Die Tötung und systematische Vertreibung tausender Menschen und der beschleunigte Siedlungsausbau untergraben jede Perspektive auf Frieden. Auch in den palästinensischen Gebieten leisten wir Nothilfe für jene Menschen, die am stärksten von der anhaltenden Eskalation der Gewalt betroffen sind. So stellen HEKS und seine Partnerorganisationen beispielsweise in Gaza Baumaterial zur Verfügung, um beschädigte Häuser und Unterkünfte zu reparieren oder sie versorgen Bäuerinnen und Bauern mit Saatgut und Düngemitteln.

Auch in dieser scheinbar ausweglosen Situation setzt sich HEKS weiterhin dafür ein, die Gewalt zu beenden, und steht seinen Partnerorganisationen und Gemeinschaften vor Ort weiterhin zur Seite. Wir stärken zivilgesellschaftliche Akteure in Israel und Palästina, die sich mit gewaltfreien Mitteln für die Überwindung der bestehenden Konflikte und Ungleichheiten einsetzen. Denn nur gemeinsam und zusammen mit einer starken Zivilgesellschaft können neue Ansätze gefunden werden, die aus der Spirale der Gewalt herausführen und auf den Schutz der Rechte aller Menschen hinarbeiten.

HEKS fordert die Einhaltung des Völkerrechts

Angesichts der dramatischen Entwicklungen fordert HEKS von allen Konfliktparteien in der Region die sofortige Deeskalation und die Einhaltung des Völkerrechts. Zivilist:innen auf allen Seiten des Konflikts müssen geschützt und das humanitäre Völkerrecht respektiert werden. Angriffe auf die zivile Infrastruktur, medizinisches Personal und Hilfskräfte sind inakzeptabel. Zudem muss der Zugang für humanitäre Helfer:innen in allen Konfliktgebieten gewährleistet werden. Dafür müssen sich Staaten, Organisationen und die Zivilgesellschaft weltweit einsetzen. Insbesondere die Schweiz muss klar Stellung für die ausnahmslose Einhaltung des humanitären Völkerrechts beziehen. Wer, wenn nicht sie als Depositärstaat der Genfer Konventionen und mit ihrer humanitären Tradition, soll schwerwiegende Verletzungen des Völkerrechts klar und dezidiert benennen und sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für die Einhaltung des Völkerrechts und die Stärkung des weltweiten humanitären Systems engagieren?

Auch wenn die Situation im Nahen Osten momentan hoffnungslos erscheint, wird HEKS den Menschen vor Ort weiterhin beistehen. Dies können wir aber nur dank Ihnen. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende. Herzlichen Dank für Ihre Solidarität!

Medienkontakt:

Rahel Schmucki, Mediensprecherin HEKS; rahel.schmucki@heks.ch; +41 76 461 88 70

HEKS ist seit Jahrzehnten in der Region tätig und mit Büros in Damaskus, Beirut, Jerusalem und Gaza präsent. Gerne können wir Ihnen ein Gespräch mit Dima Wehbi in Beirut oder Hakam Awad in Jerusalem vermitteln.

Rahel Schmucki
Medien & Information
HEKS - Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz
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Telefon: 076 461 88 70