MedienmitteilungFHNW; Hochschule für Soziale Arbeit: Nicht jedes Problem braucht sofort eine Lösung – manchmal braucht es einfach jemanden, der zuhört2026-08-07T10:16:25Anbei erhalten Sie eine Medienmitteilung der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW. Medienmitteilung, 7. August 2026 Nicht jedes Problem braucht sofort eine Lösung – manchmal braucht es einfach jemanden, der zuhört Am Internationalen Tag der Jugend (12. August 2026) richtet sich der Blick auf die Lebensrealität junger Menschen. Psychische Belastungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nehmen zu, während Beratungs- und Therapieangebote vielerorts stark ausgelastet sind. Dabei braucht nicht jede schwierige Situation sofort eine Therapie. Oft hilft schon ein offenes Gespräch mit einer Person, die einfach zuhört. Hier setzt die Ansprechbar an: ein neues Gesprächsangebot, das am 17. August 2026 in der Basler Markthalle startet. In der Ansprechbar können Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren an drei Nachmittagen pro Woche kostenlos, ohne Voranmeldung und unkompliziert über das sprechen, was sie beschäftigt. Geschulte Gleichaltrige, sogenannte «Listener», stehen bereit und nehmen sich Zeit für ihre Anliegen. Falls nötig, kann im Hintergrund jederzeit eine Fachperson weitere Unterstützung vermitteln. Im Mittelpunkt steht jedoch das Gespräch – als niederschwellige Unterstützung in belastenden Lebensphasen.«Es geht um eine Entlastung der bestehenden Versorgungsstruktur», sagt Sarah Bestgen, Projektleiterin der Ansprechbar und Dozentin an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW. «Nicht indem wir schwere Fälle auffangen, sondern indem junge Menschen früh Unterstützung erhalten, bevor Probleme grösser werden. Die Ansprechbar soll einfach ein Ort sein, an dem jemand zuhört.» Eine Lücke zwischen Alltag und Versorgung Ausgangspunkt des Projekts war die Frage, welche Angebote jungen Menschen in Basel in belastenden Situationen fehlen. Die Psychiatriekommission beider Basel identifizierte insbesondere einen Mangel an niederschwelligen psychosozialen Unterstützungsangeboten für Jugendliche und junge Erwachsene und beauftragte die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW damit, ein Konzept zu entwickeln, das sich an internationalen Vorbildern orientiert und gleichzeitig auf die Bedürfnisse und Strukturen der Region Basel zugeschnitten ist. «Wir haben mit Fachpersonen, Organisationen und Stiftungen gesprochen und gefragt: Wie müsste ein Angebot aussehen, das wirklich genutzt wird? Daraus ist die Ansprechbar entstanden», sagt Sarah Bestgen. Junge Menschen hören jungen Menschen zu Die Gespräche führen die «Listener»: junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren, die für ihre Aufgabe sorgfältig geschult werden. Sie kommen aus unterschiedlichen Lebens- und Ausbildungskontexten und begleiten Gleichaltrige auf Augenhöhe. Anders als bei internationalen Vorbildern handelt es sich nicht um Freiwilligenarbeit: Die Listener werden für ihren Einsatz honoriert – eine Massnahme, mit der Verbindlichkeit geschaffen und die Qualität des Angebots gesichert werden soll. Einfach da sein Im Zentrum des Angebots steht das Gespräch, die Ansprechbar bietet kein therapeutisches Setting. «Probleme zu lösen ist gar nicht das Ziel», sagt Sarah Bestgen. «Es geht darum, dass jemand da ist und zuhört. Vielleicht löst das nicht alles – aber es ist oft ein erster wichtiger Moment, in dem jemand merkt: Ich bin mit meiner Situation nicht allein.»Für viele junge Menschen ist genau dieses Gespräch bereits die Unterstützung, die sie brauchen. Wenn sich allerdings im Gespräch zeigt, dass weiterführende Massnahmen sinnvoll sind, wird gemeinsam nach passenden Angeboten gesucht. Für diese Fälle und akute Krisensituationen ist deshalb stets eine Fachperson vor Ort. Pilotprojekt mit Blick in die Zukunft Weil Reden hilft: Unter diesem Gedanken startet die Ansprechbar zunächst als zweijähriges Pilotprojekt. In dieser Zeit soll untersucht werden, wie das Angebot angenommen wird und wie es sich langfristig in die psychosoziale Versorgungslandschaft integrieren lässt. Ziel ist es, das Gesprächsangebot dauerhaft zu etablieren und perspektivisch auch über Basel hinaus weiterzuentwickeln. Link auf Webseite Kontakt Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW Hochschule für Soziale Arbeit Sarah Bestgen Dozentin Institut Beratung, Coaching und Sozialmanagement Riggenbachstrasse 16 4600 Olten T +41 629572101 Die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW Die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW umfasst zehn Hochschulen mit den Fachbereichen Angewandte Psychologie, Architektur, Bau und Geomatik, Gestaltung und Kunst, Informatik, Life Sciences, Musik, Lehrerinnen- und Lehrerbildung, Soziale Arbeit, Technik und Umwelt sowie Wirtschaft. Die Campus der FHNW sind in den vier Trägerkantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn angesiedelt. Rund 14 500 Studierende sind an der FHNW immatrikuliert. Über 1 300 Dozierende vermitteln in 34 Bachelor- und 25 Master-Studiengängen sowie in zahlreichen Weiterbildungsangeboten praxisnahes und marktorientiertes Wissen. Die Absolventinnen und Absolventen der FHNW sind gesuchte Fachkräfte. Weitere Informationen auf www.fhnw.ch Die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW Die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW mit Standorten in Olten und Muttenz ist lokal und regional verankert, international vernetzt und in ihren Leistungen in Aus- und Weiterbildung, Forschung und Dienstleistung breit anerkannt. In ihrem Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt «Soziale Innovation» analysiert, initiiert und begleitet sie Innovationsprozesse in Kooperation und im Austausch mit der Praxis. Sie fördert damit die Professionalisierung der Sozialen Arbeit und trägt massgeblich zum Verständnis und zur innovativen Bearbeitung sozialer Probleme und gesellschaftlicher Herausforderungen bei. Weitere Informationen auf www.fhnw.ch/hsa Mit freundlichen Grüssen Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW Dominik Lehmann Leiter Kommunikation FHNW Bahnhofstrasse 6 5210 Windisch T +41 56 202 77 28 dominik.lehmann@fhnw.ch www.fhnw.ch Permalink:
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