MedienmitteilungEichenprozessionsspinner: Brennhaare können Haut und Atemwege reizen2026-06-03T15:12:41Die Teilsperrungen von Freibädern in Bülach (ZH) und Münsingen (BE) von letzter Woche zeigen: Der Eichenprozessionsspinner ist inzwischen auch im Schweizer Mittelland angekommen. Die feinen Brennhaare seiner Raupen können Hautreizungen, Augenbeschwerden und Atemwegsprobleme auslösen – bei Menschen ebenso wie bei Hunden und anderen Tieren. aha! Allergiezentrum Schweiz informiert über die Gesundheitsrisiken. Unscheinbare Raupe mit unangenehmen Folgen Der Name verrät viel über das Tier: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind meist auf Eichen zu finden. Sie verbringen den Tag in Knäueln an Stämmen und Ästen und wandern abends in Kolonnen – wie bei einer Prozession – in die Baumkronen zum Fressen. Ab Ende Mai entwickeln sie feine Brennhaare, die das Eiweissgift Thaumetopoein enthalten und auf der Haut nesselartige Entzündungen hervorrufen können. Die Härchen werden durch den Wind verbreitet und bleiben über Monate giftig. Gift verursacht Ausschläge und Juckreiz Bei Kontakt können die Härchen verschiedene Reaktionen auslösen:
«Besonders gefährdet sind Personen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen», erklärt Prof. Dr. med. Peter Schmid-Grendelmeier, Allergologe und Präsident des wissenschaftlichen Beirats von aha! Allergiezentrum Schweiz. Die feinen Härchen können die Atemwege, die Haut und die Augen reizen. Zudem sind allergische Reaktionen möglich. Gelangen die Härchen in die Augen, kann sich die Bindehaut entzünden. Werden sie eingeatmet, können sie Atembeschwerden bis hin zu Atemnot auslösen. Was tun nach einem Kontakt? Wer nach einem Aufenthalt in der Nähe von Eichen plötzlich Hautreaktionen oder Atemwegsbeschwerden entwickelt, sollte einen möglichen Kontakt mit den Brennhaaren in Betracht ziehen. aha! Allergiezentrum Schweiz empfiehlt:
«Mit der richtigen medizinischen Behandlung klingen die Symptome meist rasch wieder ab», sagt Schmid-Grendelmeier. Bei Hautreaktionen kommen entzündungshemmende Kortisonpräparate oder antiallergische Medikamente wie Antihistaminika zum Einsatz. Bei Atemwegsproblemen werden zusätzlich Medikamente zum Inhalieren eingesetzt, welche die Bronchien erweitern. Auch Hunde und andere Tiere können betroffen sein Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können auch Hunde und andere Tiere gefährden. Besonders Hunde kommen beim Schnüffeln leicht mit Raupen, Nestern oder verwehten Härchen in Kontakt. Mögliche Folgen sind Haut- und Augenreizungen, Schwellungen im Maulbereich, starker Speichelfluss, Würgen, Erbrechen oder Atembeschwerden. Bei Verdacht auf Kontakt sollten Tierhaltende Maul, Augen oder Fell vorsichtig mit viel Wasser ausspülen beziehungsweise abspülen. Wichtig: nicht reiben, damit die Brennhaare nicht tiefer in Haut oder Schleimhäute gelangen. Bei Symptomen sollte umgehend eine Tierarztpraxis kontaktiert werden. Sichtungen melden Nester des Eichenprozessionsspinners sollten weder berührt noch eigenständig entfernt werden. Sichtungen sollten beim zuständigen Pflanzenschutzdienst der Gemeinde gemeldet werden, damit die Tiere fachgerecht entfernt werden können. Fragen? Fragen zu Allergien, Hautreaktionen oder Atemwegsbeschwerden beantwortet die aha!infoline kostenlos und persönlich. https://www.aha.ch/ aha!infoline: Montag bis Freitag, 08.30–12.00 Uhr Gut zu wissen: Die sichtbaren langen Haare sind nicht die eigentlichen Brennhaare. Diese sind nur etwa 0,2 bis 0,3 Millimeter lang und mit blossem Auge kaum sichtbar. Sybille Suter Leiterin Kommunikation und Medien aha! Allergiezentrum Schweiz +41 31 359 90 49 (direkt) sybille.suter@aha.ch www.aha.ch Permalink:
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