MedienmitteilungMedienmitteilung: Tierversuchsstatistik 2023 - Anzahl verwendeter Labortiere für Tierversuche erneut angestiegen – STS fordert konsequente Umsetzung von Ersatz- und Alternativmethoden2024-09-17T12:03:06Tierversuchsstatistik 2023: Anzahl verwendeter Labortiere für Tierversuche erneut angestiegen – STS fordert konsequente Umsetzung von Ersatz- und Alternativmethoden Seit 2020 ist ein kontinuierlicher Anstieg bei der Verwendung von Labortieren für Tierversuche zu verzeichnen. Gesamthaft waren es knapp 600 000 Versuchstiere, die 2023 in Tierversuchen eingesetzt wurden, wie die heute veröffentlichte Tierversuchsstatistik des Bundes aufzeigt. Der Schweizer Tierschutz STS fordert erneut ein Verbot schwerbelastender Tierversuche sowie einen schrittweisen Ausstieg aus Tierversuchen für die Gesundheitsforschung des Menschen. Im Vergleich zum Vorjahr kamen weitere 9314 Labortiere hinzu, darunter vor allem zahlreiche Mäuse, Vögel (inkl. Geflügel), Schweine, Fische und Ratten. Auch die Anzahl genutzter Primaten stieg um 67 Tiere weiter an auf gesamt 267 Tiere. Die Anzahl verwendeter Hunde in Tierversuchen ist mit rund 2000 Tieren unverändert hoch. Zwar wurden 2023 im höchsten Belastungsgrad (Schweregrad 3) gesamthaft 640 Tiere weniger verwendet. Insgesamt hat sich die Anzahl der eingesetzten Tiere, die die schwersten Belastungen ertragen müssen, in den letzten 10 Jahren mit rund 27 000 Tieren mehr als verdoppelt. Was Labortiere in schwerbelastenden Tierversuchen erleiden müssen Zu den schwerbelastenden Tierversuchen (Schweregrad 3) zählen Eingriffe und Massnahmen, die mittel- bis langfristig erhebliche Schmerzen, Ängste oder Leiden bei Tieren verursachen. Dazu gehören etwa Implantationen aggressiver Tumoren zur Untersuchung der Tumorentwicklung oder auch Transplantationen von Gelenken und Organen oder auch die Zufügung schwerer Verbrennungen und starker Bestrahlungen, um die Wundheilung zu erforschen. Die alarmierende Zunahme dieser schwer belastenden Tierversuche ist besonders bedenklich, da das 3R-Prinzip (Replace, Reduce, Refine) seit über 30 Jahren im Schweizer Tierschutzgesetz verankert ist und dazu führen sollte, dass die Anzahl Tierversuche und deren Belastungen signifikant verringert werden. Stattdessen ist das Gegenteil eingetreten: Sowohl die Anzahl der verwendeten Versuchstiere als auch deren Belastungen haben zugenommen. Forderung nach konsequentem Umstieg auf Ersatz- und Alternativmethoden Der Schweizer Tierschutz STS fordert eine konsequente Umsetzung von Alternativen. Übertragbares Wissen sowie verbesserte Behandlungsmethoden und Therapien für die humanrelevante Forschung können inzwischen effizienter, schneller, kostengünstiger und ohne Tierleid durch den Einsatz humanbasierter Technologien und Materialien erzielt werden. Es existieren bereits zahlreiche Ersatz- und Alternativmethoden zu Tierversuchen sowie eine vertiefte Forschung der 3R-Prinzipien. Diese Fortschritte müssen jedoch endlich in die Praxis umgesetzt werden, um die Zahl der Versuchstiere und deren Belastung langfristig zu reduzieren. Nur so kann der Weg «Weg vom Tierversuch – hin zu Ersatzmethoden» realistisch beschritten werden. Die Wissenschaft im Dilemma Es kommt hinzu, dass die Wissenschaft sich in einem ernsten Dilemma befindet:
Mehr Informationen https://tierschutz.com/tierschutz/themen/tierversuche/ Für Rückfragen Simon Hubacher Schweizer Tierschutz STS Leiter Medienstelle Mobile +41 76 531 52 80 STS-Medienmitteilungen online https://tierschutz.com/ueber-uns/medien/medienmitteilungen/ Bildmaterial www.flickr.com/photos/sts-psa/ Schweizer Tierschutz STS Dornacherstrasse 101; Postfach CH-4018 Basel Telefon 061 365 99 99 media@tierschutz.com Seit über 160 Jahren setzt sich der Schweizer Tierschutz STS für das Wohl der Tiere ein – hartnäckig, glaubwürdig und wirkungsvoll. Seine starke Kompetenz nutzt der STS national auf fachlicher und politischer Ebene, um den Tierschutz zu verbessern und Menschen für Tierschutzthemen zu sensibilisieren. Die STS-Sektionen stellen mit ihren Tierheimen und Auffangstationen die Tierschutz-Basisarbeit in allen Kantonen und Sprachregionen der Schweiz sicher. Seine Aktivitäten finanziert der STS ausschliesslich mit Spenden. Permalink:
|