Medienmitteilung
Rohstofflieferant WAL: Von Futtermittel bis Biodiesel
2010-06-15T10:36:50
Agadir, Marokko (ots) - Wenige Tage vor der Entscheidung, ob das
derzeitig international gültige kommerzielle Walfangverbot für 10
Jahre aufgehoben werden soll, veröffentlicht die internationale Wal-
und Delfinschutzorganisation WDCS einen Bericht, der die Bestrebungen
der Walfangstaaten - Norwegen, Island und Japan - dokumentiert, neue
Walprodukte zu entwickeln und diese für den internationalen Handel
vorzubereiten. Der WDCS-Bericht "Rohstofflieferant Wal" beschreibt die
langfristigen, vielfältigen Pläne der Walfänger, die Forschung über
die kommerzielle Verwertung von Wal-Öl und anderen Walbestandteilen
voranzutreiben. Die Vielzahl unterschiedlicher Produkte legt den
Schluss nahe, dass mit der Legalisierung der Walfangaktivitäten auch
das international gültige Handelsverbot mit Walprodukten fallen und
somit eine absterbende Industrie wiederbelebt werden soll. Beispiele aus dem Bericht: - Island plant, seine Vorräte an Walprodukten aus den stark
ausgeweiteten und auf den Export ausgerichteten Jagden auf Finnwale
zu benutzen, um die Herstellung von Wal-Mehl für Fischfarmen und
Nutztiere wieder aufzunehmen.
- Norwegen investiert in klinische Erforschung von Wal-Öl für den
Einsatz in der Pharmazie und als Nahrungsergänzungsmittel
(Nutrazeutika), als auch die Verwendung in Tiernahrung.
- Japan bejagt Wale wegen ihres Knorpelgewebes, ihres
Mehrfachzuckers (ein gebräuchlicher Nahrungszusatz) und wegen ihres
Kollagens (wird in Schönheits-Behandlungen und zur Entzündungshemmung
eingesetzt). Wal-Knorpelgewebe als auch Myoglobin von Pottwalen wird
bereits an Wissenschaftler auf der ganzen Welt verkauft.
Nicolas Entrup, Sprecher der WDCS in Deutschland: "Es ist klar,
dass Profitmaximierung der treibende Faktor der Walfänger ist. Eine
Legalisierung der Jagd bedeutet auch mittelfristig das Kippen des
Handelsverbotes mit Walprodukten.". Die Dezimierung von Wal-Populationen durch kommerziellen Walfang
im 19. und 20. Jahrhundert wurde nicht von der Nachfrage an
Walfleisch, sondern wegen des Walspecks und anderem fetthaltigen
Gewebe angetrieben. Wal-Öl wurde u.a. zur Herstellung von Tierfutter,
Maschinenschmierstoffen, Seife, Reinigungsmitteln und Margarine
benutzt. Eine WDCS-Analyse der internationalen, momentan anerkannten
Patente unterstreicht, dass Wal-Öl und dessen Derivate auch heute als
rentable Inhaltsstoffe in einem breiten Spektrum alltäglicher
Produkte - vom Golfball bis zu Haarfärbemittel, von ökologischen
Reinigungsmitteln zu Konfekt und Süßigkeiten, von Gesundheitsdrinks
bis zu Bio-Diesel - zum Einsatz kommen könnten, wenn der
internationale Handel mit Wal-Öl und -wachsen wieder erlaubt würde. "Die Verhandlungen im Rahmen der Internationalen Walfangkommission
sind mitverantwortlich für diesen Trend, da sie die Hoffnung der
Walfänger auf die Legalisierung der kommerziellen Nutzung von
Walprodukten schürt. Ein Spiel mit dem Feuer, das die Regierungen bei
dieser IWC-Tagung ein für allemal zu beenden haben", fordert Entrup
von WDCS die klare Ablehnung des Kompromissvorschlages durch die
IWC-Mitgliedsstaaten bei der zwischen 21. und 25. Juni stattfindenden
62. Tagung in Agadir, Marokko. Der gesamte Bericht kann eingesehen werden unter: www.walfang.org Für weitere Informationen: Nicolas Entrup, Geschäftsführer WDCS Deutschland vor Ort bei der IWC
in Agadir, Marokko. T. +49 171 1423 117, nicolas.entrup@wdcs.org Laura Döhring, Presse und Kommunikation WDCS Deutschland, T. +49 89
6100 2395, laura.doehring@wdcs.org http://www.walfang.org
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