Medienmitteilung

economiesuisse - Negatives Signal für den internationalen Handel / economiesuisse bedauert das Scheitern des WTO-Ministertreffens in Genf

2008-07-29T19:08:35

Zürich (ots) -

Die Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO)
haben es nicht geschafft, sich im Rahmen des Ministertreffens in Genf
über die Modalitäten der Handelsliberalisierung zu einigen. Zu klein 
waren der politische Wille für einen Kompromiss, zu gross die 
Differenzen in den beiden zentralen Verhandlungsdossiers 
"Industriegüter" und "Landwirtschaftsprodukte". economiesuisse 
bedauert dies und befürchtet unter anderem wegen anstehender Wahlen 
in wichtigen WTO-Mitgliedern eine weitere Verzögerung des Abschlusses
der Doha-Runde. Dadurch wird die Glaubwürdigkeit der WTO geschwächt. 
Bilaterale Freihandelsabkommen werden weiter an Attraktivität 
gewinnen.
Die Schweiz ist eine der am stärksten in die Weltwirtschaft 
integrierten Volkswirtschaften. Jeder zweite Franken wird im Ausland 
verdient. Das Regelwerk der WTO schafft auch in Zukunft stabile, 
durchsetzbare Rahmenbedingungen und schützt unsere Unternehmen vor 
Protektionismus und Diskriminierung. Andere Formen der 
Handelsliberalisierung - unilateral, bilateral oder einzelne 
Wirtschaftssektoren betreffend - sind zu begrüssen, können aber das 
multilateralen Handelssystem nicht ersetzen. Trotz der verpassten 
Chance  in Genf engagiert sich economiesuisse weiter für die WTO. Die
Schweizer Wirtschaft fordert den Bundesrat auf, sich auch künftig für
Fortschritte in der Doha-Runde und damit eine Verbesserung des 
Marktzugangs für Industriegüter und Dienstleistungen sowie für 
Handelserleichterungen einzusetzen.
Parallel dazu gilt es, die laufenden bilateralen 
Freihandelsverhandlungen umso rascher voranzutreiben und das 
bestehende Netz mit weiteren Abkommen auszubauen. Die 
Prioritätensetzung bei der Auswahl der Verhandlungspartner muss sich 
an der wirtschaftlichen Bedeutung der Partnerländer für die Schweiz 
sowie am Ausmass bestehender und sich abzeichnender Diskriminierungen
orientieren. Im Vordergrund stehen für die Schweizer Wirtschaft ein 
baldiger Abschluss eines Freihandelsabkommens mit Japan und mit den 
Golfstaaten sowie die Aufnahme von Verhandlungen mit den BRIC-Staaten
(Brasilien, Russland, Indien, China).

Kontakt:

Gregor Kündig
Telefon: +41 (0)79 755 97 75
gregor.kuendig@economiesuisse.ch

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