Medienmitteilung
economiesuisse - Postmonopol künstlich zulasten der Kunden verteuert? / PostReg-Bericht bringt noch keine Transparenz über Umfang der Quersubventionierung
2007-07-11T10:15:00
Zürich (ots) - Seit ihrer Einsetzung weist die
Post-Regulationsbehörde (PostReg) Jahr für Jahr eine krasse
Überfinanzierung der postalischen Grundversorgung aus. Auch dieses
Jahr zeigt der erneute "glänzende" regulatorische Ausweis von 769
Millionen Franken, dass die Ängste um die Finanzierung völlig
unbegründet sind. Dies dürfte selbst bei einer vollständigen
Marktöffnung gelten. Mit anderen Worten: Die Grundversorgung ist
nicht nur sichergestellt, sondern die Kunden der Schweizerischen
Post zahlen im Monopolbereich Jahr für Jahr überhöhte Preise. economiesuisse hegt zudem grundsätzliche Bedenken zur Qualität des
Ausweises der tatsächlichen Kosten des Universaldienstes. Diese
können von PostReg nach wie vor nicht transparent präsentiert
werden, obwohl die Problematik seit Jahren bekannt ist. Die
Transparenz dieser Kosten ist eine unabdingbare Voraussetzung für
eine seriöse Vorbereitung der vom Bundesrat geplanten Revision der
Postgesetzgebung. Es ist erstaunlich, dass die seltsame und
europaweit einmalige buchhalterische Praxis zum sog.
"Infrastrukturbeitrag" des Poststellennetzes von behördlicher Seite
weiterhin toleriert wird: Mit dieser Methodik wird auf der Basis
eines hypothetischen betriebswirtschaftlich optimalen
Poststellennetzes nur ein Bruchteil dessen tatsächlichen Kosten
auf alle Bereiche verteilt. Das Gros wird einseitig dem
Monopolbereich angelastet, wodurch die Kosten des Monopolbereichs um
412 Millionen Franken künstlich aufgebläht werden. Das verhindert
eine gerechte Kostenverteilung auf alle Bereiche und öffnet Tür und
Tor für Quersubventionierungen vom Monopol zu den übrigen Bereichen.
Nicht einmal der Verdacht, dass der "Infrastrukturbeitrag" viel zu
hoch ausgewiesen wird, kann bis heute entkräftet werden.
economiesuisse fordert deshalb mit Nachdruck, dass die lang ersehnte
unabhängige Überprüfung der effektiven Kosten des Universaldienstes
rasch offen gelegt wird. Gestützt auf den Bericht von PostReg fordert economiesuisse die
rasche komplette Marktöffnung im Briefbereich. PostReg stellt fest,
dass die Schweiz mittlerweile das Schlusslicht in der europäischen
Postmarköffnung ist und dadurch eine Erlahmung der Dynamik im ganzen
Postmarkt droht. Dies ist gefährlich für Kunden und den Erhalt von
Arbeitsplätzen. Der PostReg-Bericht zeigt deutlich, dass die
Schweizer Kunden im Briefbereich (Sendungen bis 20 g) wegen der
umfassenden Monopolrente nach wie vor beinahe die höchsten Preise
Europas erleiden müssen. Wo hingegen der Schweizer Postmarkt bereits
geöffnet ist, sieht die preisliche Situation deutlich besser aus.
Nur der Druck eines verzerrungsfreien Wettbewerbs kann die
überhöhten Monopolpreise im Interesse der Kundschaft endlich senken
und das Preis-Leistungsverhältnis weiter verbessern. Rückfragen:
Pascal Gentinetta
Telefon: 044 421 35 12, pascal.gentinetta@economiesuisse.ch
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002808/100538781
|
|