Medienmitteilung
Aufsichtsbeschwerde gegen den säumigen Bundesrat
2007-06-22T08:00:00
Altdorf (ots) - Die Alpen-Initiative hat heute der
Bundesversammlung die angedrohte Aufsichtsbeschwerde gegen den
Bundesrat eingereicht. Darin erinnert sie daran, dass das Volk 1994
eine Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs auf die Schiene
innerhalb von zehn Jahren beschlossen hat. Der Bundesrat will die
Verlagerungsfrist nun verfassungswidrig auf bis zu 25 Jahre
ausdehnen. Die Alpen-Initiative fordert das Parlament auf, den
Bundesrat an seine verfassungsmässigen Pflichten zu mahnen. Am 20. Februar 1994 haben Volk und Stände der Alpen-Initiative
zugestimmt. Er bestimmt in Absatz 2, dass der alpenquerende
Gütertransitverkehr von Grenze zu Grenze auf der Schiene erfolgt.
Der Bundesrat trifft die nötigen Massnahmen auf dem Verordnungsweg.
Gemäss Übergangsbestimmung hätte die Verlagerung des
Gütertransitverkehrs auf die Schiene zehn Jahre nach der Annahme
der Volksinitiative abgeschlossen sein müssen. In Wirklichkeit sind
wir davon noch meilenweit entfernt. Zur Zeit der Lancierung der
Alpen-Initiative im Jahr 1989 querten 699'000 schwere
Strassengüterfahrzeuge die Schweizer Alpen, im Jahr der
Volksabstimmung (1994) waren es bereits 985'000. Danach stieg deren
Anzahl weiter an und erreichte im Jahr 2000 mit 1,4 Millionen den
Höhepunkt. Erst danach fiel sie langsam auf 1,2 Millionen (2005) zu
fallen und dort nun zu stagnieren (2006: 1,18 Millionen) statt sich
zügig dem Ziel von 650'000 Fahrten anzunähern. Die Aufsichtsbeschwerde listet eine lange Reihe von Versäumnissen
des zuständigen Bundesrates auf. Die Alpen-Initiative erwartet vom
Parlament, dass es den Bundesrat anhält sofort auf dem
Verordnungsweg ein griffiges Massnahmenbündel zur Verlagerung des
Güterverkehrs auf die Schiene zu beschliessen. Als zentrales
Element soll dieses die Alpentransitbörse enthalten. Gefordert wird
aber auch eine sofortige Intensivierung der
Schwerverkehrskontrollen sowie als kapazitätssteigernde Massnahme
eine Umgestaltung der Trassenpreise nach Angebot und Nachfrage. Der
Bundesrat soll auch angehalten werden, die EU und die Nachbarländer
an ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erinnern. Den gesamten Text der Aufsichtsbeschwerde finden Sie auf
www.alpeninitiative.ch.
Alpen-Initiative Für Rückfragen:
Fabio Pedrina, Präsident: 079/249'29'42
Alf Arnold, Geschäftsführer: 041/870'97'81 oder 079/711'57'13
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002430/100536923
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