Medienmitteilung
Güterverkehrsverlagerungsgesetz:
Der Bundesrat verweigert sich dem Volk
2007-06-08T14:31:59
Altdorf (ots) - Der heutige Entscheid des Bundesrates ist
verfassungswidrig, mutlos und phantasielos. Gleichzeitig ist der
vorgeschlagene Weg inkonsequent und aussenpolitisch riskant. Die
Alpen-Initiative ruft das Parlament auf, die Vorlage an den
Bundesrat zurückzuweisen. Die Alpen-Initiative wird in den nächsten
Tagen beim Parlament eine ausführliche Aufsichtsbeschwerde
deponieren. Der Beschluss des Bundesrates zum Güterverkehrsverlagerungsgesetz
ist verfassungswidrig. Die Bundesverfassung (Art. 196) fordert klar
und deutlich eine Verlagerung innerhalb von zehn Jahren nach Annahme
der Initiative. Weder Bundesrat noch Parlament haben ein Recht, die
Verlagerungsfrist ohne Volksabstimmung hinauszuschieben. Der Entscheid ist mutlos, indem er die Verantwortung für die
Verlagerungspolitik auf das Parlament abschiebt. Die Verfassung gibt
Kompetenz und Auftrag für die Verlagerungsmassnahmen nicht dem
Parlament, sondern dem Bundesrat. Nur die Ausnahmen sind vom
Parlament zu bestimmen. Die Vorlage des Bundesrates ist phantasielos. Sie nennt ausser der
von der Alpen-Initiative vorgeschlagenen Alpentransitbörse, deren
Einführung sie gleichzeitig um Jahre hinausschieben will, kein
einziges neues Verlagerungsinstrument. Mindestens müsste als
Übergangsmassnahme das Dosiersystem dafür eingesetzt werden, den
LKW-Verkehr über die Alpen weiter zu reduzieren. Gemäss Bundesrat soll die Verlagerungspolitik vorläufig von der
Subventionierung des Eisenbahngüterverkehrs abhängig bleiben. Doch
die gleichzeitige Kürzung der finanziellen Mittel auf 1,6 Milliarden
Franken ist inkonsequent. Auch wenn die Alpentransitbörse eingeführt
wird, sind die Mittel nötig: nicht für Betriebssubventionen, sondern
für den Ausbau der Zulaufstrecken zur NEAT. Die Strategie des Bundesrates, die Alpentransitbörse nur in
Abstimmung mit der Europäischen Union und den Nachbarländern
einzuführen, ist äusserst riskant. Sie verlockt die EU zu
Gegenforderungen, die möglicherweise über den Verkehr hinausgehen,
und sie provoziert geradezu eine weitere Verzögerung der
Verlagerung. Die Alpen-Initiative fordert das Parlament auf, gar nicht erst auf
die Vorlage einzutreten. Die Alpen-Initiative wird dem Parlament in
den nächsten Tagen eine Aufsichtsbeschwerde gegen den Bundesrat
einreichen. Sie soll die Geschäftsprüfungskommissionen veranlassen,
den Bundesrat an seine Pflicht zur Umsetzung der Bundesverfassung zu
erinnern. Für Rückfragen:
Fabio Pedrina, Präsident: 079 - 249 29 42
Alf Arnold, Geschäftsführer: 079 - 711 57 13 Alpen-Initiative
Für Rückfragen:
Alf Arnold
Telefon +41/41/870'97'81
oder +41/79/711'57'13
Weiter Infos: www.alpeninitiative.ch
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