Medienmitteilung

16. Tuberkulose-Symposium in Münchenwiler

2007-03-23T15:15:00

Bern (ots) -

Zum Welt-Tuberkulose-Tag hat die Lungenliga Schweiz
am 22. März das 16. wissenschaftliche Tuberkulose-Symposium in
Münchenwiler durchgeführt. Der Welt-Tuberkulose-Tag wird jährlich von
der WHO organisiert und gedenkt dieses Jahr des 125. Todestages von
Robert Koch, dem Entdecker des Tuberkulose-Erregers.
Das diesjährige Tuberkulose-Symposium in Münchenwiler war dem
Fortschritt in der Behandlung der Tuberkulose gewidmet und erlaubte
den über 100 anwesenden Tuberkulosespezialisten einen fruchtbaren
Austausch.
Trotz der Anwendung von Antibiotika (und vielleicht zum Teil
gerade deshalb), konnte die Tuberkulose weltweit noch nicht
ausgerottet werden. Im Gegenteil: sie nimmt weiter zu. Das Aufkommen
von Tuberkulosebakterien, die gegen die Standard-Antituberkulotika
resistent sind, und besonders die Fälle,  bei denen kein Einziges der
vorhandenen Medikamente  mehr wirkt, beunruhigen die Spezialisten -
eine Situation, die uns an die Epoche der Höhenkliniken erinnert.
Dr. M. Laurenzi, Vertreter der Allianz gegen Tuberkulose, zeigte
in  seinem Referat auf, dass die Forschungstätigkeit im Bereich der
Antituberkulotika rapide zugenommen hat und dass das Vorhandensein
von neuen Medikamenten auf dem Markt wichtig ist. Des Weiteren hat
Dr. M. Borek in Erinnerung gerufen, dass die herkömmlichen
Medikamente, wenn sie richtig eingesetzt werden, trotz allem auch
noch eine wichtige Rolle spielen. Die Forschung muss ohne Verzögerung
weiterhin gefördert werden. Der Vertreter der WHO,  Dr. Zignol, hat
ausserdem mögliche Methoden vorgestellt, wie gegen die
Bakterienstämme, die gegen alle Medikamente resistent sind,
vorgegangen werden könnte
Die WHO hat zudem Strukturen erarbeitet (von Dr. P. Helbling
erläutert und kommentiert), um Länder zu unterstützen, in denen der
Zugang zu Medikamenten nicht garantiert ist. Abschliessend hat Dr. H.
Rieder, Vertreter der Internationalen Union gegen die Tuberkulose, in
Erinnerung gerufen, dass wissenschaftliche Beweise in diesem Bereich
wegen den ständigen Änderungen und Notsituationen oft schwierig zu
beschaffen sind.
Was ist unter Fortschritt zu verstehen? Wie können die aktuellen
Behandlungen verbessert werden? Ist die Forschung wirklich notwendig
und zu fördern? - dies waren weitere Themen, die am Symposium zur
Sprache kamen. Nicht zuletzt wurde auch die ernüchternde Tatsache
betont, wie wichtig es sei, gegen eine im Grunde genommen heilbare
Krankheit zu kämpfen, welche aber offenbar in vielen Ländern den
Spezialisten aus den Händen gleitet.
Nationales Kompetenzzentrum Tuberkulose
Das Kompetenzzentrum Tuberkulose nimmt seit März 2003 seine
Aufgaben als Informations- und Koordinationsplattform wahr. Es stellt
sicher, dass die Weiterbildung von TB-Fachpersonen und Ärzten
gewährleistet ist, dass die gratis TB-Hotline 0800 388 388 für
medizinisches Personal weiter geführt wird und dass
Informationsmaterial auf der Internetplattform www.tbinfo.ch zur
Verfügung gestellt werden kann. Des Weiteren ist das Kompetenzzentrum
für die Sicherstellung des schweizerischen Bedarfs an
Antituberkulotika, den Aufbau eines Netzwerkes für interkulturelle
Übersetzungen und die Beschaffung von ergänzenden Informationen für
das BAG über Umgebungsuntersuchungen und Behandlungsresultate
verantwortlich.
Weitere Informationen: http://www.tbinfo.ch /
http://www.stoptb.org

Kontakt:

Zur Tuberkulose-Situation:
Lungenliga Schweiz
Kompetenzzentrum Tuberkulose
Dr. Jean-Pierre Zellweger
Südbahnhofstrasse 14c
3000 Bern 14
Tel.: +41/31/378'20'50
Fax: +41/31/378'20'51
E-Mail: tbinfo@lung.ch

Zum Kompetenzzentrum Tuberkulose:
Lungenliga Schweiz
Kompetenzzentrum Tuberkulose
Jean-Marie Egger
Südbahnhofstrasse 14c
3000 Bern 14
Tel.: +41/31/378'20'50
Fax: +41/31/378'20'51
E-Mail: tbinfo@lung.ch

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Weiterführende Informationen

http://www.lungenliga.ch

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