Medienmitteilung
economiesuisse - Universaldienst der Post einmal mehr überfinanziert / Unabhängige Studie zu den Auswirkungen der Postmarktöffnung gefordert
2007-03-23T11:50:00
Zürich (ots) - economiesuisse nimmt mit Befriedigung zur Kenntnis,
dass die Schweizerische Post im Jahre 2006 erneut einen glänzenden
Abschluss erzielte. Mit einem Konzerngewinn von über 800 Millionen
Franken schreibt sie zum neunten Mal in Folge schwarze Zahlen. Diese
erfreuliche Entwicklung ist nicht nur den begrüssenswerten
Restrukturierungsbemühungen der Konzernleitung zu verdanken, sondern
stammt für einen nicht unwesentlichen Teil aus der sehr lukrativen
Monopolrente. Es ist damit zu rechnen, dass der Postregulator auch
dieses Jahr eine deutliche Überfinanzierung des Universaldienstes
der Post ausweist. Damit tragen Jahr für Jahr die Kunden die Kosten
des fehlenden Wettbewerbs. Trotz glänzendem Abschluss klagt die Schweizerische Post über
hypothetische Folgen für das Unternehmen bei einer Marktöffnung.
Angesichts der überaus komfortablen Ertragsausgangslage des
Universaldienstes erachtet economiesuisse diese Optik als einseitig
und für die Ausrichtung der künftigen Postmarktpolitik ungeeignet.
Insbesondere werden die betriebswirtschaftlichen Vorteile und Nutzen
der aktuellen marktbeherrschenden Position ausgeblendet. Für
potenzielle Konkurrenten stellt die vorhandene ausgebaute
Infrastruktur des Monopolisten mit ihren zahlreichen
Verbundeffekten eine nicht zu unterschätzende
Markteintrittsbarriere dar. Ferner bleiben die Schlüsse einer vor
einem Jahr veröffentlichten Studie von economiesuisse
unwidersprochen: der Universaldienst ist und bleibt bei einer
Marktöffnung weiterhin finanziell solid sichergestellt. Deshalb darf
die Frage der Erfüllung und Finanzierung der postalischen
Grundversorgung nicht mit sonstigen Aktivitäten der Post vermischt
werden. economiesuisse hat allerdings Verständnis für die Forderung
nach mehr unternehmerischer Freiheit. Der Dachverband der Wirtschaft
unterstützt deshalb alle Bemühungen zur Befreiung der Post aus ihren
politischen Fesseln. Im Interesse einer unparteiischen Weiterentwicklung der
Postmarktordnung fordert economiesuisse das UVEK auf, endlich die
Auswirkungen der kompletten Marktöffnung auf die Finanzierung des
postalischen Universaldienstes durch eine unabhängige, fachlich
anerkannte Stelle prüfen zu lassen. Ohne Kenntnis dieser Fakten
dürfte jede Neuordnung auf verzerrten Grundlagen beruhen. Rückfragen:
Pascal Gentinetta
Telefon: 044 421 35 12
pascal.gentinetta@economiesuisse.ch
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002808/100527912
|
|