Medienmitteilung
TCS-Autositz-Test: Halswirbelsäulenschutz verbesserungsfähig -
Komfort gut
2007-03-08T10:00:00
Bern (ots) - Der aktuelle TCS-Autositztest zeigt deutliche
Unterschiede beim Schutz gegen Halswirbelsäulenverletzungen.
Lediglich Saab und Volvo erreichen die Bestnote. Am anderen Ende der
Notenskala rangieren BMW 5er und VW Fox, die nur einen von fünf
Sternen erreichen. Punkto Sitzkomfort schnitten alle Modelle gut ab. Sicherheit Der aktuelle TCS-Autositz-Test zeigt eine grosse
Bandbreite von hervorragenden bis zu nicht empfehlenswerten Sitzen
auf. Volvo und Saab wurden bezüglich Sicherheit mit der Bestnote
ausgezeichnet. Ihre Sitze mit aktiven Systemen schützen am besten
vor Halswirbelsäulen-Verletzungen. Vier von fünf Sterne wurden für die Sitze von Honda Civic, Ford
S-max, Opel Corsa (jeweils mit aktiven Systemen), sowie diejenigen
von Mazda 5, Peugeot 307, Ford Focus II und Landrover Discovery mit
passiven Sitzkonstruktionen verliehen. Mit nur zwei Sternen enttäuschten die aktiven Systeme der Mercedes
C-Klasse, Audi A4 und des Nissan Almera. Lexus IS, Toyota Yaris
sowie Fiat Grande Punto, der BMW 3er und Citroen C5 erreichten mit
passiven Systemen ebenfalls nur zwei Sterne. Verbesserungsbedürftig sind die Sitze des VW Fox und des BMW 5er, an
die nur einer von fünf Sternen vergeben werden konnte. Nicht nur die
Messwerte sondern auch die Hochgeschwindigkeits-Filmaufnahmen
bestätigen, dass bei diesen Sitzen bei allen Aufprallschweren zu
grosse Bewegungen zwischen Oberkörper und Kopf auftreten. Ein
eindeutiges Indiz für ein hohes Halswirbelsäulen-Verletzungsrisiko. Dass die Autohersteller die Kritik ernst nehmen, zeigt das Beispiel
Audi, der kurzerhand modifizierte Sitze einem Nachtest unterziehen
wird. Komfort
Wie gut man sich in einem Auto untergebracht fühlt, hängt
u.a. vom Sitzkomfort ab. Dies ist ein wichtiges Kriterium, verbringt
doch ein durchschnittlicher Fahrer immerhin rund 300 Stunden pro
Jahr auf seinem Autositz. Die Art der Sitzpolsterung hängt häufig
von der Firmenphilosophie ab. Sie reicht von straff (deutsche
Hersteller) bis weich (z.B. Renault). Beim Sitzkomfort ist nicht massgebend, ob eine Höhenverstellung des
Sitzes oder eine Lendenwirbelstütze vorhanden ist. Ein Autositz kann
auch ohne Zusatzeinstellungen gut sein, vorausgesetzt, dass er gross
genug ist, über eine gute Polsterung verfügt und festen Halt
(besonders im Rücken) bietet und eine gute Positionierung für
verschiedenste Fahrerstaturen ermöglicht. Fazit: Die Autohersteller arbeiten aktiv am Halswirbelschutz bei
Heckkollisionen. Über die Hälfte der getesteten Sitze verdienen
mindestens das Prädikat empfehlenswert. Noch sind viele
Verbesserungen vorzunehmen. Der Test zeigte auf, dass die
Kopfstützen-Einstellbarkeit besser an die maximale Insassengrösse
angepasst werden und die Einheit Sitz mit Kopfstütze stabiler werden
muss. Der Komfort rangiert unabhängig der Fahrzeuggrösse insgesamt
auf hohem Niveau. Zu Sicherheit und Komfort kann auch der Fahrer
durch die richtige Einstellung des Sitzes viel beitragen. Testmethodik
Der Test besteht aus zwei Hauptteilen, dem Schutz gegen Verletzungen
der Halswirbelsäule (HWS) bei einer Heckkollision sowie dem Komfort.
Die Crashtests wurden erstmals nach einem neuen Verfahren
durchgeführt, das in Zukunft auch bei Euro NCAP (European New Car
Assessment Programme) Verwendung finden wird. Der Komfort wurde im
Rahmen von Fahrzeugtests ermittelt. Kontaktperson für die Medien:
TCS Emmen, Toni Keller, Leiter Technik und Wirtschaft,
Tel. 041 267 18 36 Bilder zum Sitztest 2007 können beim TCS Emmen bestellt werden:
telefonisch unter 041 267 18 36 oder per E-Mail an: akeller@tcs.ch Weitere Informationen zu Kopfstützen entnehmen sie der TCS-Broschüre
Kopfstützen - wie einstellen?. Diese ist bei allen
TCS-Geschäftsstellen erhältlich oder kann unter sro@tcs.ch bestellt
werden. Hinweise und Tipps Die als Schleudertrauma bezeichnete Verletzung
der Halswirbelsäule (HWS) ist eine der häufigsten Verletzungen bei
Verkehrsunfällen. Ein heftiger Aufprall von hinten verursacht starke
Belastungen der HWS. Die Folgen können Kopfschmerzen Übelkeit,
Konzentrationsschwächen oder Sehstörungen sein. Die damit
verbundenen Kosten betragen in Europa 15 Milliarden Franken pro
Jahr! Um das Verletzungsrisiko zu verringern ist es wichtig, dass der Kopf
unmittelbar nach dem Heckaufprall durch die Kopfstütze abgefangen
wird und eine möglichst geringe Bewegung zwischen Kopf und
Oberkörper entsteht. Heute werden neben unbeweglichen (passiven)
teilweise aktive Systeme eingesetzt, bei denen die Kopfstütze nach
vorne schnellt oder sich der Sitz nach hinten neigt. Dadurch wird
das Überdehnen der HWS verringert. Die beste Art des Schutzes ist die optimal eingestellte
Sitzposition. - Die Kopfstützenoberkante bildet mit der Kopfoberkante eine Linie.
- Der Abstand des Kopfes zur Kopfstütze soll möglichst gering sein
(< 2cm).
- Die Sitzlehne möglichst steil stellen.
- Der Sitz sollte so positioniert sein, dass beim Durchdrücken des
Gaspedals der Oberschenkel noch nicht gegen das Polster drückt. Das
Lenkrad sollte möglichst steil stehen und über den ganzen Umfang mit
leicht angewinkelten Armen erreichbar sein. Hinweis: Tabelle mit den Testergebnissen ist abrufbar unter
http://www.presseportal.ch/de/story.htx?firmaid=100000091
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000091/100526487
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