Medienmitteilung
economiesuisse - Drohende Gefahr einer Stromlücke verkannt / economiesuisse zur neuen Energiepolitik des Bundes
2007-02-21T17:20:00
Zürich (ots) - Die heute vom Bundesrat beschlossene Neuausrichtung
der Energiepolitik trägt den Erkenntnissen der Energieszenarien zu
wenig Rechnung. Die Stromlücke wird selbst mit rigorosen Massnahmen
nicht zu verhindern sein. Für die Wirtschaft ist eine
Übergangsstrategie mit Gas-Kombikraftwerken nicht glaubwürdig. Sie
steht im Widerspruch zu den Anforderungen an den Klimaschutz.
Unverständlich ist auch, dass erst Ende Jahr weitere Berichte
vorgelegt werden sollen. Die Schweiz ist mittelfristig mit Engpässen der Stromversorgung
konfrontiert. Spätestens 2020 klafft eine Stromlücke, die selbst mit
höchst ambitiösen Massnahmen nicht ohne neue Kernkraftwerke oder
Gaskraftwerke verhindert werden kann. Dieser Tatsache hat der
Bundesrat zumindest Rechnung getragen. Zu bedauern ist jedoch, dass
der Bundesrat trotz ihrer äusserst geringen Beiträge die
Energieeffizienz und die erneuerbaren Energien prioritär fördern
will. Der Stromverbrauch lässt sich gemäss allen Szenario-
Berechnungen nicht bremsen. So braucht eine der heute wichtigsten
Klimaschutzmassnahmen, der Ersatz von Ölheizung durch Wärmepumpen,
zusätzlichen Strom. Und selbst Minergie-Gebäude kommen nicht ohne
elektrische Belüftung aus. Zu begrüssen ist, dass der Bundesrat den Bau neuer Grosskraftwerke
als Notwendigkeit einstuft. Allerdings werden die Dimensionen der
Risiken der Stromlücke verkannt, wenn nur von einer Rest-Lücke
gesprochen wird. Immerhin geht es um den Ersatz, bzw. Neubau von
zwei bis drei Kernkraftwerken. Dies entspricht rund 10-12 neuen Gas-
Kombikraftwerken. Mit Bezug auf den CO2 Ausstoss entspricht der Bau
von neuen Gas-Kombikraftwerken knapp dem CO2-Ausstoss des heutigen
Auto-, Güter- und Luftverkehrs. Richtig ist, dass der Bundesrat das
UVEK beauftragt, die Dauer der Verfahren zu kürzen und zu straffen,
die für die Bewilligung neuer Kernkraftwerke erforderlich sind. Mit
der rechtzeitigen Inbetriebnahme neuer Kernkraftwerke, liessen sich
die enormen zusätzlichen CO2-Emissionen verhindern, die eine
Übergangsstrategie mit Gas-Kombikraftwerken mit sich brächte. Schliesslich ist zu bedauern, dass nochmals Zeit verloren geht, bis
die Berichte Ende Jahr dem Bundesrat vorgelegt werden. Aufgrund der
Vorarbeiten für die Energieszenarien die immerhin drei Jahre in
Anspruch genommen haben liegen genügend Hinweise für Entscheide
vor. Daher ist es unverständlich, dass der Bundesrat sich noch
einmal 10 Monate Zeit nimmt und nicht bereits im Sommer und damit
vor den eidgenössischen Wahlen Klarheit schaffen will. Rückfragen:
Urs Näf
Telefon: 076 330 25 56
Permalink:

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