Medienmitteilung
Bilanzpressekonferenz: Verlagerung muss nicht auf den Gotthard-
Basistunnel warten!
2007-02-20T11:45:00
Altdorf (ots) - Die 1994 vom Volk beschlossene Verlagerung des
alpenquerenden Güterverkehrs auf die Schiene ist fristgerecht
möglich und muss nicht auf die Gotthard-NEAT warten. Allenfalls
auftauchende Engpässe auf den Zulaufstrecken können mit Rail-
Pricing und vorgezogenen ZEB-Investitionen behoben werden. Sollte
der Bundesrat die Verlagerung weiterhin verzögern, droht die
Alpen-Initiative mit einer Aufsichtsbeschwerde. Ein Aufschub des
Verlagerungstermins bedingt eine neue Volksabstimmung. Dreizehn Jahre nach der Abstimmung vom 20. Februar 1994 über die
Alpen-Initiative wartet das Volk noch immer auf die Umsetzung
seines damaligen Beschlusses. Dabei suggeriert der Bundesrat, die
Verlagerung sei von der Fertigstellung des Gotthard-Basistunnels
abhängig. An seiner diesjährigen Bilanzpressekonferenz widerlegt
der Verein Alpen-Initiative diese Behauptung. Bis 2009 sind auch bei Einhaltung des Verlagerungsziels keine
Kapazitätsprobleme auf der Schiene zu erwarten. Mittelfristig
können aber auf den Zulaufstrecken zu den Basistunnels am Gotthard
und am Lötschberg Engpässe auftauchen. Durch ein marktorientiertes
Rail-Pricing mittels Trassenpreisen, die nach Angebot und Nachfrage
differenziert werden, und allenfalls einer beschleunigten
Realisierung von Projekten der zweiten Etappe von Bahn 2000 (ZEB)
für den Nord-Süd-Güterverkehr ist die planmässige Verlagerung auch
längerfristig möglich. Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpen-
Initiative, schlägt deshalb vor, für die Finanzierung solcher
Massnahmen den Zahlungsrahmen für die Unterstützung des
Eisenbahngüterverkehrs anders zu gestalten: Es sollen daraus nicht
nur Abgeltungen und Trassenpreisvergünstigungen bezahlt werden
können, sondern auch Infrastrukturen. Denn bei einer schnellen
Realisierung der Alpentransitbörse können die Betriebssubventionen
teilweise eingespart werden. Der Bundesrat wird demnächst über seine Botschaft zum
Güterverkehrsverlagerungsgesetz entscheiden. Nationalrat Fabio
Pedrina (SP, TI), Präsident des Vereins Alpen-initiative fordert
ihn auf, dabei am Ziel von 650'000 verbleibenden LKW-Fahrten im
Jahr 2009 und mindestens 2 Milliarden Franken Unterstützung für den
Eisenbahngüterverkehr festzuhalten: Für einen Aufschub des
Verlagerungstermins ist eine Volksabstimmung nötig; der Bundesrat
kann sich nicht einfach über die Bundesverfassung hinwegsetzen.
Die Massnahmen zur Verlagerung soll der Bundesrat auf dem
Verordnungsweg beschliessen. www.alpeninitiative.ch
Das gesamte Pressedossier ist ab 11.45h auf der Website abrufbar. Für Rückfragen:
Geschäftsführer Alf Arnold
Telefon +41/41/870'97'81
oder +41/79/711'57'13
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002430/100525123
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