Medienmitteilung
economiesuisse - Kein Bedarf an Planwirtschaft und Blackouts / economiesuisse zu den Energieszenarien des Bundes
2007-02-16T15:20:00
Zürich (ots) - Die heute vom Energie- und Umweltdepartement UVEK
veröffentlichten Energieszenarien zeigen klar, wie unrealistisch und
riskant die Politikszenarien III und IV für die Schweiz sind. Es
gibt keinen Grund, die bisherige Energie- und Klimapolitik auf den
Kopf zu stellen. Prioritär ist die drohende Stromlücke abzuwenden. Die Schweiz ist mittelfristig mit Engpässen der Stromversorgung
konfrontiert. 2020 klafft eine Stromlücke. Diese unbestrittene
Tatsache ist eines der wichtigsten Resultate der Perspektivarbeiten
des Bundes. Selbst das höchst ambitiöse Szenario IV kommt nicht um
ein neues Kernkraftwerk oder zusätzliche Gaskraftwerke herum.
Ernüchternd sind auch die Erkenntnisse über die geringen Beiträge
der Energieeffizienz und der neuen erneuerbaren Energien. Im Lichte
der aktuellen Probleme mit der tiefen Geothermie müssten letztere
sogar noch weiter zurückkorrigiert werden. Brisanz beinhalten insbesondere die Szenarien III und IV. So soll
der Staat die Energieversorgung gewährleisten und die Wirtschaft aus
ihrer Versorgungsrolle entlassen. Die Stromlücke soll mit neuen Gas-
Kombikraftwerken während in einer planwirtschaftlich festgelegten
Zeitdauer überbrückt werden. Das würde die Atmosphäre mit mehreren
Millionen Tonnen CO2 belasten. Zur Kompensation dieser erheblichen
Umweltbelastung müssten die Energiepreise verdoppelt werden
(Szenario III). Um eine allzu starke Belastung des
Wirtschaftsstandorts Schweiz zu vermeiden, hätten insbesondere die
EU-Staaten bei dieser Preiserhöhung mitzuziehen. Diese Bedingung ist
jedoch illusorisch. Die EU-Kommission hat im Januar die Eckpfeiler
ihrer künftigen Energie- und Umweltpolitik vorgestellt : Sie setzt
weiterhin auf den Handel mit CO2-Emissionen sowie auf technische
Massnahmen (wie die kürzlich vorgestellten Emissionsziele für
Automobile). Eine pauschale Energieverteuerung um das Zwei- oder
Dreifache (Szenario IV) ist jedenfalls keine Option für die EU, weil
sie den Emissionshandel verunmöglichen würde. Aus Sicht der Wirtschaft bilden das Szenario I sowie gewisse
Annahmen aus Szenario II eine realistische Grundlage für die
anstehenden energiepolitischen Entscheide. Jedenfalls besteht kein
Bedarf für gefährliche Experimente, die den Wirtschaftsstandort und
den Wohlstand massiv beeinträchtigen. Die Sicherung der zukünftigen
Stromversorgung muss nun mit höchster Priorität angegangen werden.
Den Anforderungen des Klimaschutzes ist dabei unbedingt Rechnung zu
tragen. Daher muss auch so rasch als möglich ein Entscheid des
Souveräns über die zur Sicherung der zukünftigen Versorgung
notwendige Kernenergie herbeigeführt werden. Rückfragen:
Urs Näf, Telefon: 076 330 25 56
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002808/100524971
|
|