Medienmitteilung
economiesuisse - Nicht mit Energiepolitik verknüpfen / Zum Vorentwurf Sachplan geologische Tiefenlager
2007-01-12T16:20:00
Zürich (ots) - economiesuisse begrüsst, dass jetzt der 3. Entwurf
des Konzeptes zum Sachplan geologische Tiefenlager für radioaktive
Abfälle vorliegt. Dennoch gibt der Entwurf Anlass zu Kritik in zwei
wesentlichen Punkten: 1. Keine Energiepolitik mit dem Sachplan Der Sachplan dient zur
strukturierten Bestimmung eines zukünftigen Standorts für ein
geologisches Tiefenlager. Es gibt daher keinen Grund, ihn mit der
Frage des Baus neuer Kernkraftwerke zu verknüpfen. Die im Konzept
vorgeschlagene Beschränkung der Lagerkapazitäten auf das
Abfallvolumen der bestehenden Kernkraftwerke ist weder rechtlich
noch sachlich nachvollziehbar: - Im Kernenergiegesetz wird die Möglichkeit des Baus neuer
Kernkraftwerke explizit offen gehalten. Auch Bundesrat Leuenberger
hat sich unmissverständlich in diesem Sinne geäussert. Mit der
Genehmigung des Entsorgungsnachweises hat der Bundesrat zudem die
Machbarkeit der sicheren und dauerhaften Entsorgung aller
radioaktiven Abfälle in der Schweiz anerkannt.
- In anderen Sachplänen des Bundes, beispielsweise dem Sachplan
AlpTransit, wurde auch nicht vom Verkehrsaufkommen der 1990-er Jahre
ausgegangen, sondern von dem in den nächsten Jahrzehnten zu
erwartenden Verkehrsvolumina.
2. Keine unnötige Verzögerung der Verfahren Zur Durchführung des
Sachplanverfahrens hat Bundesrat Leuenberger bei der Beantwortung
der Motion Hofmann im Parlament (4.10.2005) erläutert, dass die
Einreichung eines Rahmenbewilligungsgesuchs für ein Tiefenlager 2010
möglich ist - mit allfällig notwendigen Bohrungen 2014. Die nun in
Aussicht gestellten Termine liegen ungenügend begründet weit von
diesen Vorgaben entfernt. Wie die Erfahrung zeigt, müssen
partizipative Verfahren in rund 4 bis 5 Jahren zu einem Abschluss
gebracht werden; längere Verfahren gefährden den erfolgreichen
Abschluss. Politisch oder wahltaktisch motivierte Verzögerungen sind
beim Sachplanverfahren daher Fehl am Platz. Rückfragen:
Urs Näf
Telefon: 076 330 25 56
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002808/100522780
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