Medienmitteilung
economiesuisse - Bildung und Forschung stärken / Gezielter Mitteleinsatz und sechs Prozent Wachstum
2006-11-23T08:50:00
Zürich (ots) - Der Vorstand von economiesuisse befasste sich an
seiner letzten Vorstandssitzung auch eingehend mit der
schweizerischen Bildungs- und Forschungspolitik. Er begrüsst und
unterstützt den Entscheid des Bundesrates, der kommenden Botschaft
für Bildung, Forschung und Innovation (BFI) für die Jahre 2008
2011 ein jährliches Wachstum von 6 % zugrunde zu legen. Damit würden
dem Bildungs- und Forschungssystem rund 3.3 Mrd. Franken mehr Mittel
zur Verfügung stehen als in der Periode 2003 2007. Zusammen mit
der Beteiligung der Schweiz am 7. Forschungsrahmenprogramm der EU
2007 2013 in der Höhe von 2.5 Mrd. Franken, zukunftsorientierten
Schwerpunktsetzungen, effizienten Steuerungsmechanismen und
Organisationsstrukturen sowie mit einer kompetenten Zusammensetzung
der Führungsgremien sollte dieser finanzielle Mitteleinsatz nach
einstimmiger Meinung von economiesuisse ausreichen, um den Platz der
Schweiz unter den führenden Wissens- und Innovationsstandorten auch
in der Zukunft zu sichern. Die Schweiz erfüllte praktisch bereits 2004 die so genannte
Lissabon- Zielsetzung, die für 2010 eine F+E-Quote von 3 % des
Bruttoinlandprodukts (BIP) vorgibt, aufgeteilt in 2 % für die
Wirtschaft und 1 % für den Staat. Dass sich die Schweiz damit in
einer guten Ausgangslage befindet, attestierten ihr in letzter Zeit
verschiedene internationale Organisationen (EU-Kommission, OECD,
World Economic Forum usw.). Allerdings ist dies nur dem starken
Engagement der Wirtschaft zu verdanken, lagen doch 2004 die F+E-
Investitionen der schweizerischen Unternehmen mit 2.2 % des BIP über
der Zielnorm. Dagegen hinkte der Staat (Bund und Kantone) mit rund
0.7 % zurück. Seither liegt das jährliche Wachstum der F+E-
Investitionen der weltmarktorientierten Unternehmen zwischen 4 7
%. Vor diesem Hintergrund sind auch die staatlichen Träger des
Bildungs- und Forschungssystems gefordert. Der Entscheid des
Bundesrates, den Ausgaben für Bildung und Forschung in der
Ausgabenpolitik prioritären Charakter zu verleihen, ist daher
konsequent und sachgerecht. Wichtig dabei ist, dass diese Mittel dem
BFI-Bereich über die ganze Periode verlässlich zur Verfügung
gestellt werden. Damit sollte sich die politische Diskussion, die
bisher hauptsächlich der Input-Seite gegolten hatte, auf die
qualitativen Aspekte des Bildungs- und Forschungssystems verlagern.
Denn ausreichende finanzielle Mittel sind lediglich eine notwendige,
aber keine hinreichende Voraussetzung für Erfolge in Bildung,
Forschung und Innovation. Entscheidend sind letztlich der effiziente
Mitteleinsatz und ein Umfeld, welches Kreativität, Motivation,
Leistungsbereitschaft und Neugierde weckt und fördert. Das gilt
gleichermassen für die Berufsbildung, die Hochschulen und die
Forschung. Die bundesrätliche Strategie in Bildung und Forschung ist
nicht nur in der Umsetzung, sondern auch finanzpolitische
anspruchsvoll, geht es doch um eine beträchtliche Mittelaufstockung.
Es gilt deshalb, die unvermindert notwendige Haushaltskonsolidierung
weiterzuführen, was weitere Einsparungen im konsumtiven und sozialen
Bereich erfordert. Ausgaben für Bildung und Forschung sind nur dann
Investitionen in die Zukunft, wenn sie nicht mit Schulden erkauft
werden, die sich als Hypothek für Wirtschaft und Gesellschaft
erweisen. Rückfragen:
Dr. Rudolf Walser
Telefon: 044 421 35 32
rudolf.walser@economiesuisse.ch
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002808/100520280
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