Medienmitteilung
Rauschtrinken: Fachstellen nehmen sich des Problems an
2006-11-08T09:00:00
Lausanne (ots) - Alkohol kann abhängig machen - das ist
allgemein bekannt. Dass aber auch das Rauschtrinken mit grossen
Risiken wie Unfällen, Gewalt und Gesundheitsproblemen verbunden ist,
ist im Bewusstsein der Bevölkerung noch wenig verankert. Der 10.
Schweizerische Solidaritätstag für Menschen mit Alkoholproblemen vom
16. November widmet sich deshalb dem Thema "Alkohol und Exzess".
Suchtfachstellen aus der ganzen Schweiz wollen die Bevölkerung für
das Problem sensibilisieren. Fachleute wie auch die breite Bevölkerung haben lange Zeit
vernachlässigt, dass es neben der Alkoholabhängigkeit noch ein
anderes Konsummuster gibt, das in der Schweiz weit verbreitet und
mit grossen Gesundheitsrisiken verbunden ist: das Rauschtrinken.
Hierzulande trinken rund 930 000 Menschen regelmässig zu viel, das
heisst, sie konsumieren mindestens alle zwei Wochen zu einer
Gelegenheit fünf und mehr Gläser Alkoholisches (Männer) oder vier
Gläser und mehr (Frauen). Der Rausch beeinträchtigt die Reaktions-
und Urteilsfähigkeit sowie Konzentration und Koordination und kann
zu Unfällen, Gewalt, Verletzungen und Krankheiten führen. Für
Jugendliche birgt der exzessive Alkoholkonsum besonders grosse
Risiken: Körper und Psyche der Heranwachsenden reagieren sehr
empfindlich auf Alkohol: Unfälle, Alkoholvergiftungen, ungeschützter
Geschlechtsverkehr, Schulprobleme oder Schwierigkeiten in der Lehre
können die Folge sein. Eine aktuelle Studie der Schweizerischen
Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) zeigt, dass
täglich drei bis vier Jugendliche wegen übermässigen Alkoholkonsums
im Spital behandelt werden müssen. Je früher und je häufiger sich
Jugendliche zudem berauschen, umso grösser ist das Risiko, dass sie
später Alkoholprobleme entwickeln. Alkohol - zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die
Packungsbeilage "Die Haltung gegenüber dem Rauschtrinken ist oft ambivalent", stellt
Jacqueline Sidler, Leiterin der Präventionsabteilung der SFA
fest: "Die Bevölkerung banalisiert das Problem häufig, tendiert aber
auch dazu, die Betroffenen zu stigmatisieren." Die Organisatoren des
Schweizerischen Solidaritätstages, der Fachverband Sucht, GREAT
(Groupement romand d'études sur l'alcoolisme et les toxicomanies),
das Blaue Kreuz, die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und
andere Drogenprobleme (SFA), die Anonymen Alkoholiker (AA) und
INGRADO (centro di cura dell'alcolismo), wollen deshalb die
Bevölkerung für die Risiken des exzessiven Alkoholkonsums
sensibilisieren. Dazu haben sie die wichtigsten Informationen zu
Risiken und Wirkungen des Alkohols und insbesondere des
Rauschtrinkens in Form eines Medikamenten-Beipackzettels auf
humorvolle Weise verpackt. Neben Information bieten die zahlreichen
Alkoholfachstellen in der Schweiz konkrete Tipps, wie der moderate
Alkoholkonsum unterstützt und Risiken vermieden werden können. Weil
Rauschtrinken ein gesellschaftliches Phänomen ist, beziehen die
Präventionsfachleute zahlreiche Akteure mit ein: Schulungsangebote
für Gastwirte und Ausschankpersonal helfen, die
Jugendschutzbestimmungen besser durchzusetzen. Präventionskonzepte
für Festveranstalter, die z.B. Massnahmen wie Heimfahrt-Service
beinhalten, können Risiken des Rauschtrinkens vorbeugen. Auch die
Beratung von Sportverbänden gehört dazu, um den Alkoholkonsum in
Sportvereinen zu enttabuisieren. Die wichtigsten Infos und
Präventionstipps für Gastwirte, Sport- und Festveranstalter und
Verkehrsteilnehmende sind auf Factsheets (Deutsch und Französisch)
erhältlich. Lesen Sie die Vollversion dieser Medienmitteilung, in der auch ein
Betroffener zu Wort kommt, auf der Internetseite der SFA:
http://www.sfa-ispa.ch/index.php?IDtheme=64&IDcat24visible=1&langue=D Hier finden Sie auch die erwähnten Publikationen sowie ein Foto und
die Liste der Aktivitäten in den einzelnen Regionen. Auskunft: Janine Messerli, Mediensprecherin SFA,
Tel. 021 321 29 74
E-Mail: jmesserli@sfa-ispa.ch
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100000980/100519173
|
|