Medienmitteilung
economiesuisse - Kostenexplosion im Sozialbereich / Schuldenbericht des Bundesrates bestätigt düstere Perspektiven
2006-08-23T14:15:00
Zürich (ots) - economiesuisse begrüsst den Schuldenbericht des
Bundesrates und unterstützt seine zentralen Schlüsse. Von Bundesrat
und Parlament wird deshalb mehr Mut und Ausgabendisziplin bei der
bevorstehenden Finanzplanung und Aufgabenüberprüfung gefordert. Eine
nachhaltige, verantwortungsvolle Finanzpolitik darf nicht
konjunkturbedingten Erholungen oder Wahlversprechen zum Opfer
fallen. Mit dem Schuldenbericht wird bestätigt, dass in den letzten
Jahrzehnten gegen das Prinzip der Nachhaltigkeit rücksichtslos
verstossen wurde. Im internationalen Vergleich ist die
schweizerische Staatsverschuldung seit 1990 deutlich
überdurchschnittlich gestiegen. Die Ursachen liegen in chronischen
Defiziten und milliardenhohen Sanierungsaktionen von ineffizienten
Staatsbetrieben. Im Gleichschritt mit dieser rasant steigenden
Verschuldung wurden Staatsapparat, Ausgaben und Steuerbelastung
trotzdem massiv ausgebreitet. Der Sparhysterie-Mythos entbehrt
jeder sachlichen Grundlage und ist vehement zurückzuweisen. Auch die finanziellen Perspektiven sind sehr düster. Bis Ende der
Finanzplanperiode rechnet der Bundesrat mit einer Aufblähung des
Bundesbudgets um zirka zehn Milliarden Franken. 2015 drohen die
Ausgaben gemäss Projektionen der bundesrätlichen Aufgabenüberprüfung
bereits ins Uferlose zu wachsen: Es werden Mehrausgaben von zirka 25
Milliarden Franken gemutmasst. Grund dafür ist die Kostenexplosion
im Sozialbereich. Der Schuldenbericht macht die langfristigen Folgen
der Ausuferung im Sozialbereich erstmals transparent sichtbar: Die
drohende Schieflage der Sozialversicherungen könnte bis 2025 zu
einer Verschuldung von 125 Milliarden Franken oder zusätzlichen 15%
des BIP führen. Ohne ausgabenseitige Korrekturen wird dies
unweigerlich zur Verdrängung anderer Aufgabenbereiche wie Bildung,
Verkehr, Umwelt, Landwirtschaft oder Sicherheit führen. Diese
Entwicklung gefährdet grundsätzlich die Handlungsfähigkeit des
Staats. economiesuisse setzt sich kon¬sequent im Interesse der
Steuerzahler für eine Abkehr von den finanzpolitischen Abwegen der
neunziger Jahre ein. Die Entlastungsprogramme 2003 und 2004 reichen
bei weitem nicht aus, um eine nachhaltige Basis zu sichern. Damit
keine zusätzlichen Lasten für heutige und künftige Generationen in
Form von Schulden oder Steuererhöhungen entstehen, fordert
economiesuisse von Bundesrat und Parlament die Planung eines
Ausgabenzuwachses entlang der Teuerung sowie entsprechende
Strukturreformen im Rahmen der Aufgabenüberprüfung. Nur so kann die
Vorgabe eingehalten werden, die das Parlament in der vergangenen
Junisession mit der Annahme der Motion Lauri beschlossen hat. Rückfragen:
Pascal Gentinetta, economiesuisse, Telefon: 044 421 35 12
pascal.gentinetta@economiesuisse.ch
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002808/100514755
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