MedienmitteilungSteinschlag in Gurtnellen: ASTAG fordert griffigen Massnahmenplan für Krisensituationen2006-06-01T10:15:00Bern (ots) - Der Schweiz. Nutzfahrzeugverband ASTAG ist erstaunt und verärgert über das unkoordinierte Verhalten der Bundesbehörden nach dem Steinschlag von Gurtnellen. Das nach dem bedauerlichen Ereignis ausgebrochene Chaos auf den Transitachsen verdeutlicht einmal mehr, dass die Bundesbehörden nach dem Gotthard-Unfall im Jahre 2001 ihre Lehren offenbar nicht gezogen haben. Nur so ist es zu erklären, dass die Verkehrslenkungsmassnahmen einmal mehr versagt haben und die mit viel Engagement reagierenden Kantone alleine dastehen. Darunter leiden einmal mehr vor allem die Binnenversorgung und die schweizerischen Chauffeure. Sie stecken teilweise wegen des morgigen Feiertages in Italien fest oder werden am San-Bernardino "abgestellt". Die ASTAG fordert deshalb umgehend neue Massnahmen. Mit einer Flut von Ankündigungen haben die Bundesbehörden 2002 auf den tragischen Unfall im Gotthardtunnel reagiert. Unverzüglich wurde der Schwerverkehr durch die Alpen dosiert. Gleichzeitig kündigte das UVEK eine verbesserte internationale Koordination und ein umfassendes Verkehrsmanagement für ähnliche Fälle an. In Absprache mit den Nachbarländern sollten Transport-Managementpläne erarbeitet werden, die notfalls sofort umgesetzt werden können. Passiert ist auf Bundesebene offenbar nichts in diesem Bereich, obwohl auch das Landverkehrsabkommen im Falle einer durch höhere Gewalt verursachten schweren Störung Notmassnahmen vorsieht. Den Bundesbehörden lieht offenbar nur etwas an internationalen Vereinbarungen, solange sie dazu dienen, den Schwerverkehr zu "schikanieren". So staut sich der gesamte Verkehr seit gestern nun auf der San-Bernardino-Route. Der internationale Transitschwerverkehr wurde und wird angehalten anstatt grossräumig umgeleitet. Davon betroffen sind in erster Linie die Automobilisten, die ebenfalls stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Und: Weil nebst dem Verkehrsstau und Verkehrschaos auch ein Informationsstau und Koordinationschaos herrscht, wird auch der Binnenverkehr einfach in Warteräume eingewiesen. Die Binnenversorgung auf der Nord-Südachse ist deshalb zusammen gebrochen. Kurzfristige Reaktion und längerfristige Massnahmen gefordert Um die Situation vor dem anstehenden Feiertag in Italien von morgen Freitag sowie dem anrollenden Ferienreiseverkehr rechtzeitig entschärfen zu können, fordert die ASTAG den Bund unverzüglich zum Handeln auf:
Insgesamt hat der bedauerliche Unfall auf der A2 einmal mehr gezeigt, dass unter den Verhältnissen am Gotthard in erster Linie die Chauffeure und die Schweiz selbst leiden. Denn nebst dem Verkehr ist auch die Binnenversorgung stark eingeschränkt worden. Längerfristig müssen deshalb vielleicht auch andere Massnahmen als ein andauerndes "Staumanagement" ins Auge gefasst werden! Kontakt: ASTAG Schweizerischer Nutzfahrzeugverband Permalink:
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