Medienmitteilung
economiesuisse - Wachstumschancen im Postmarkt ergreifen / Marktöffnung gefährdet Universaldienst nicht
2006-03-01T09:30:00
Zürich (ots) - Während die Öffnung der Postmärkte in Europa
voranschreitet, droht in der Schweiz eine Erstarrung des
Postmarktes. Stichworte sind Monopolrente, Preisanstieg zulasten der
Kunden und eine Beschränkung der Post durch politische Auflagen. Wie
ein aktuelles Positionspapier von economiesuisse zeigt, könnte eine
vollständige Marktöffnung neue Perspektiven eröffnen, ohne dabei die
Finanzierung des Universaldienstes der Post zu gefährden. Im
Interesse der Kunden und eines florierenden Postsektors fordert die
Wirtschaft deshalb eine rasche Anpassung der Rahmenbedingungen. Nur
so können die Wachstumschancen im Postmarkt ergriffen werden. Konkret wird folgendes Massnahmenpaket gefordert: 1. Vollständige Marktöffnung: economiesuisse befürwortet eine
vollständige Öffnung des Postmarktes und erwartet dafür die rasche
Vorbereitung der notwendigen Rahmenbedingungen. Der Schweizer
Postmarkt ist für alle Wettbewerber zu öffnen und
Wettbewerbsverzerrungen sind komplett auszuschliessen. Dafür braucht
es eine unabhängige sektorale Regulierungsbehörde. 2. Verwesentlichung des Universaldienstes: Die vollständige Öffnung
des Postmarktes geht mit der Definition einer gezielten und
subsidiären Grundversorgung für alle Kunden einher. Die Wirtschaft
unterstützt die Fokussierung auf adressierte Sendungen sowie den
vermehrten Einsatz von Agenturlösungen im Interesse der Kunden.
Ferner werden Bestrebungen zu Effizienzsteigerungen in der
Organisation der Zustellung begrüsst. 3. Regelung des Netzzugangs: Die Konditionen, zu denen die
Schweizerische Post Teile ihres Postnetzes Dritten zur Verfügung zu
stellen hat, sind primär von den Marktteilnehmern selbst
auszuhandeln. Um Wettbewerb zu fördern, soll jedoch die
Schweizerische Post unter bestimmten Voraussetzungen subsidiär und
im Einzelfall ex ante dazu verpflichtet werden können, ihr Netz im
verbleibenden Universaldienst zu kostenorientierten Konditionen für
Wettbewerber zu öffnen. 4. Befreiung von staatlichen Auflagen und politischen Fesseln: In
einem liberalisierten Postmarkt soll die Schweizerische Post über
einen möglichst grossen unternehmerischen Spielraum verfügen. Dafür
braucht es eine Anpassung an die Verhältnisse der Privatwirtschaft
(Pensionskasse, Sozialpartnerschaft, finanzielle Basis, Umwandlung
in eine Aktiengesellschaft, Allianzfähigkeit). Nur so kann sich das
Unternehmen rasch und innovativ dem Wettbewerb und den
Kundenbedürfnissen auf Dauer stellen. Dabei braucht es eine
ordnungs- und wettbewerbspolitisch klare Regelung für die parallele
Führung von staatsfinanzierten Leistungen des Universaldienstes und
privat (ohne Staatsgarantie) zu finanzierenden Aktivitäten (z.B.
Computerverkauf, Papeterie). Dies bedingt insbesondere ein
verschärftes, überprüfbares Quersubventionierungsverbot. Aus Sicht
der Wirtschaft gibt es keinen Bedarf für eine staatliche Postbank. Schliesslich wurde die berechtigte Frage nach der Sicherstellung der
Finanzierung des Universaldienstes vertieft analysiert. Die
Wirtschaft kommt zum Schluss, dass angesichts der sehr komfortablen
Ertragsausgangslage eine vollständige Öffnung des Briefmarktes die
Finanzierung der Grundversorgung nicht bedrohen wird. Im Gegenteil:
Mit der Umsetzung der Vorschläge der Wirtschaft wird der
Universaldienst gestärkt und die Ertragslage der Schweizerischen
Post wird sich nochmals verbessern. Ebenfalls unter Berücksichtigung
des Substitutionsprozesses in den nächsten zehn Jahren dürfte der
Universaldienst in einem liberalisierten Umfeld weiterhin
hinreichend finanziert sein. Selbst wenn die erstrebenswerten
Anpassungen im Poststellennetz und bei der Organisation der
Zustellung nicht vollständig zustande kommen was die Wirtschaft
nicht hofft , dürfte die Finanzierung des Universaldienstes bei
einer vollkommenen Marktöffnung auch gewährleistet sein. Rückfragen:
Pascal Gentinetta, economiesuisse, Tel. 044 421 35 12
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002808/100505215
|
|