Medienmitteilung
Die Treibhausgasemissionen nach Wirtschaftsbranche zwischen 1990 und 2002
2006-01-12T09:15:00
(ots) - Die Treibhausgasemissionen nach Wirtschaftsbranche zwischen 1990 und
2002 Sind wir auf dem Weg zu einer Entkopplung der Treibhausgasemissionen
vom Wirtschaftswachstum? Obwohl das Bruttoinlandprodukt (BIP) zwischen 1990 und 2002 real um
12,5 Prozent gestiegen ist, sind die von der Wirtschaft verursachten
Treibhausgasemissionen in etwa stabil geblieben. Es scheint sich
also eine Entkoppelung zwischen Emissionen und Wirtschaftswachstum
abzuzeichnen. Dies gilt allerdings nicht in Bezug auf die
Beschäftigung, die seit 1991, in Vollzeitäquivalenten gemessen, um
5,2 Prozent zurückgegangen ist. Das Bundesamt für Statistik (BFS)
hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) im Rahmen
einer Pilotstudie zum ersten Mal die Treibhausgasemissionen
hinsichtlich ihrer anteilsmässigen Verursachung durch die
Wirtschaftsbranchen und privaten Haushalte untersucht. Im Jahr 2002
haben die Wirtschaft und die privaten Haushalte 62 Prozent bzw. 38
Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der Schweiz verursacht,
die seit 1990 praktisch unverändert geblieben sind. Die Emissionen
der Wirtschaft stammten zu drei Vierteln aus dem verarbeitenden
Gewerbe (27%), der Verkehrsbranche (24%), der Landwirtschaft (19%)
und dem Handel (5%). Effizienzgewinn im Produktionssystem In der
Wirtschaft ist die Emissionsintensität pro Wertschöpfungseinheit
zwischen 1990 und 2002 um 13 Prozent gesunken (von 93 auf 81 Gramm
CO2-Äquivalente pro Franken), während die Emissionsintensität pro
Vollzeitstelle um 4 Prozent gestiegen ist, d.h. von 10,1 auf 10,5
Tonnen CO2-Äquivalente pro Vollzeitstelle. Diese je nach
wirtschaftlicher Aktivität unterschiedliche Entwicklung ist vor
allem auf strukturelle Veränderungen und technologische Fortschritte
zurückzuführen. Im tertiären Sektor, der 2002 49 Prozent der
Emissionen verursachte, sind die Emissionen um rund 4,6 Prozent, die
Wertschöpfung um 15 Prozent und die Beschäftigung um 5,5 Prozent
gestiegen. Diese Zunahme ist direkt auf die Transportemissionen
zurückzuführen, die seit 1990 um 16 Prozent gestiegen sind ein
Anstieg, der parallel zum Wirtschaftswachstum des Sektors verläuft,
das durch die zunehmende Mobilität angekurbelt wird. Die
Emissionsintensität ist pro Wertschöpfungseinheit um 9 Prozent, pro
Vollzeitstelle um 1 Prozent zurückgegangen. Im sekundären Sektor,
der 2002 32 Prozent der Emissionen der Wirtschaft verursachte, sind
die Emissionen um rund 8,4 Prozent reduziert worden, während die
Wertschöpfung um 8 Prozent gestiegen und die Beschäftigung um 21
Prozent gesunken ist. Die Emissionsintensität hat pro
Wertschöpfungseinheit um 15 Prozent abgenommen, während sie pro
Vollzeitstelle um 16 Prozent gestiegen ist. Der Rückgang der
Emissionen ist auf den technologischen Fortschritt und die
strukturellen Veränderungen in diesem Sektor zurückzuführen. Von
letzteren haben die dynamischeren und weniger emissionsintensiven
Branchen profitiert (z.B. Chemie, Maschinenbau, Herstellung von
medizinischen- und Präzisionsinstrumenten, Uhrenindustrie). Im
primären Sektor, der 2002 19 Prozent der Emissionen der Wirtschaft
verursachte, sind die Emissionen um rund 8 Prozent, die
Wertschöpfung um 7 Prozent und die Beschäftigung um 20 Prozent
zurückgegangen. Die Abnahme der Emissionen verlief praktisch
parallel zum Abbau der Produktion im Allgemeinen und des
Viehbestandes im Besonderen. Die Emissionsintensität ist pro
Wertschöpfungseinheit um 1,5 Prozent gesunken, pro Vollzeitstelle
aber um 15 Prozent gestiegen. Der Transport ist verantwortlich für
fast 30 Prozent der Emissionen der Wirtschaft 2002 stammten 30
Prozent der Treibhausgasemissionen der Wirtschaft aus dem Transport,
und zwar zu fast 73 Prozent aus der Branche Verkehr. Die restlichen
27 Prozent entfallen auf die betriebseigenen Transporte der übrigen
Branchen und machten beispielsweise 9,5 Prozent der Emissionen des
verarbeitenden Gewerbes, 5 Prozent jener des Handels- und der
Reparaturgewerbes und 1 Prozent jener des Kredit- und
Versicherungsgewerbes aus. Im Vergleich zu 1990 sind die
Transportemissionen um rund 11 Prozent gestiegen. Private Haushalte:
Die Erhöhung der Verkehrsemissionen kompensiert die Reduktion der
Heizungsemissionen 2002 stammten die Treibhausgasemissionen der
privaten Haushalte zu 56 Prozent aus Öl- und Gasheizungen und zu 44
Prozent aus dem Verkehr. Gegenüber 1990 hat es der technologische
Fortschritt erlaubt, die ersteren um 5 Prozent zu senken, dies trotz
eines Bevölkerungsanstiegs von 8,3 Prozent. Dieser Erfolg wurde
jedoch zunichte gemacht durch die Zunahme der Verkehrsemissionen um
16 Prozent aufgrund der steigenden Mobilitätsbedürfnisse. Insgesamt
haben die Treibhausgasemissionen der privaten Haushalte zwischen
1990 und 2002 um fast 4 Prozent zugenommen. BUNDESAMT FÜR STATISTIK
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